Ausstellung „Klang meines Körpers“ in Cato-Aula 

„Jede Ess-Störung zeigt den Hunger nach Leben“

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Freuen sich schon auf die Ausstellung samt Rahmenprogramm: (von links) Friederike Geißler (Frauenberatung Verden), Nina Spiedt (Fachstelle für Sucht) und Cato-Schulleiter Stefan Krolle. 

Achim - Ess-Störungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen zu, berichten Fachärztinnen in Achim. Mädchen mit Magersucht zählen häufig zu ihren Patientinnen. Die Ausstellung „Klang meines Körpers“, die vom kommenden Montag an bis zum 17. Februar in der Aula des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums gezeigt wird, greift das Thema aus der Sicht von Betroffenen auf. „Kreativ vorbeugen und überwinden“, lautet der Ansatz.

„In der ungewöhnlichen Ausstellung gewähren Jugendliche einen tiefen und nachhaltigen Eindruck in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und machen deutlich, wie eng jede Ess-Störung mit dem Hunger nach Leben verbunden ist“, erläuterte Sozialpädagogin Friederike Geißler von der Frauenberatung Verden gestern beim Pressegespräch im „Cato“. Sie freue sich, dass das prämierte Präventionsprojekt des Düsseldorfer Vereins Werkstatt Lebenshunger, zu dem eine Musiktherapeutin passende Stücke zum Anhören beigesteuert habe, nun in Achim gezeigt werden könne.

Eröffnung am Montag von 9.30 bis 11 Uhr

Alle Interessierten sind zur Eröffnung am Montag von 9.30 bis 11 Uhr in der Aula willkommen. Die Ausstellung wird von der Frauenberatung zusammen mit dem Landkreis, Fachdienst Jugend und Familie, und der Achimer Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes veranstaltet und von der Stiftung der Kreissparkasse gefördert.

„Klang meines Körpers“ werden nicht nur Cato-Schülerinnen und -Schüler besuchen, sondern alle Achtklässler in Achim, informierte Fachstellen-Mitarbeiterin Nina Spiedt. Denn gerade Teenager würden oft von Mitschülern wegens ihres Aussehens stigmatisiert. „Die Jugendlichen sollen für das Thema sensibilisiert werden“, erklärte Spiedt.

Letztlich gehe es um Identitätsfindung, hakte Cato-Leiter Dr. Stefan Krolle ein. Heranwachsende dürften mit ihren Problemen nicht alleingelassen werden. „Immerhin ist es hier schon gelungen, Jugendliche, die von Magersucht betroffen waren, durchs Abitur zu bringen.“

Rahmenprogramm zur Ausstellung „Klang meines Körpers“

Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Rahmenprogramm bereichert. Verschiedene Veranstaltungen für Eltern, Fachkräfte, Lehrer, Trainer und andere Interessierte werden kostenfrei im Cato-Gymnasium angeboten.

Unter dem Titel „Hot Pants und High Heels“ geht es am Mittwoch, 8. Februar, um 17 Uhr um das Zurschaustellen des Körpers und Schönheitspraktiken von Mädchen. Diplom-Psychologin Bianca Gerdes und Sozialpädagogin Ruth König, beide vom Mädchenhaus Bremen, laden zum Austausch ein.

Jungs und Ess-Störungen?“ ist der Workshop von Claudia Claudia Kapahnke-Blaase am Donnerstag, 9. Februar, ab 18 Uhr überschrieben. Schlankheitswahn, Schönheit und Körperkult betrifft längst nicht mehr nur Mädchen, weiß die traumazentrierte Fachberaterin vom Verein „Ess-Lust“ in Walsrode.

„Das könnte doch eine Ess-Störung sein – was nun?“ So lautet am Montag, 13. Februar, 18 Uhr, das Thema von Dr. Malte Mechels, Verdener Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

Der bunte Angebotsreigen wird am Mittwoch, 15. Februar, um 19 Uhr mit einem Filmabend abgerundet. Zu sehen ist die Geschichte eines Mädchens mit Magersucht.

Zu diesen besonderen Veranstaltungen freut sich Friederike Geißler über Anmeldungen: Telefon 04231/85120 oder E-Mail frauenberatung-verden@t-online.de. „Aber auch Spontanbesucher“, sagt sie, „sind willkommen.“ 

mm

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