Prozess um großen Drogendeal

Außereheliches Kind eingeräumt, aber Drogenhandel abgestritten

Achim/Verden - Eine Einlassung war angekündigt, ein Geständnis jedoch nicht zu erwarten. So kam es dann auch gestern im Verdener Landgerichtsprozess gegen einen 30 Jahre alten Angeklagten aus Hemelingen, eine 38-Jährige aus Achim und einen 32-jährigen Mann - ebenfalls aus Achim. Das Trio muss sich wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Alle haben bislang geschwiegen. Gestern äußerte sich der 30-Jährige.

Mit dem am 4. April 2018 sichergestellten 1500 Gramm Marihuana und knapp 300 Gramm Kokain habe er nichts zu tun gehabt, machte der Hemelinger Angeklagte deutlich. Er sei sogar sauer gewesen, als er davon erfahren habe, dass ein Freund aus Hildesheim bei der 38-Jährigen das Marihuana lagerte. Er habe verlangt, dass der Hildesheimer alles mitnehme. Doch der habe nur 500 Gramm eingesteckt.

„Ich weiß nicht, ob Sie sich das vorstellen können, aber das war wie ein Schock“, betonte der einschlägig vorbestrafte Angeklagte. Zu dem Zeitpunkt will er gar nicht gewusst haben, um wie viel Rauschgift es sich insgesamt handelte. „An dem Tag habe weder ich ihm noch er mir etwas übergeben“, antwortete der Angeklagte auf die entsprechende Nachfrage des Vorsitzenden Richters.

Vor Ort will der 30-Jährige nur gewesen sein, um sich von seinem Bruder zu verabschieden, der tags darauf in den Urlaub gewollt habe. Und um bei der 38-Jährigen Sachen für sein außereheliches Kind abzuholen. Von dem Nachwuchs habe bis dato niemand in seiner Familie etwas gewusst, behauptet der verheiratete Mann.

Also Vaterpflichten statt Drogenhandel - und für die von der Polizei mitgehörten Telefonate gab es auch jede Menge Erklärungen. Eingeräumt wurde nur der Konsum von Kokain und der Handel mit Sportschuhen und Zigaretten.

Zumindest bei den Schuhen will der 30-Jährige aber nicht einmal gewusst haben, ob es sich nun um legale Ware oder Plagiate handelte.

Bereits während seiner Unterbringung im Maßregelvollzug in Zeven habe er angefangen zu spielen und Alkohol konsumiert. Aber auch als Eisenflechter war er im Gefängnis tätig. Teil des Konzepts im Maßregelvollzug seien zunehmende Lockerungen.

Der Hemelinger berichtete, dass er am Ende nur alle 28 Tage eine Nacht hinter Gittern verbringen musste. Im November 2017 sei er entlassen worden.

Danach erst habe er mit dem Konsum von Kokain angefangen. Dies zu bekommen sei kein Problem gewesen. „Kannst du dir in Bremen in Cafés und bei Friseuren besorgen“, erklärte er dem Vorsitzenden.

Mit dem Kokain, das an jenem Abend im April 2018 in der Wohnung des 32 Jahre alten Angeklagten aus Achim sichergestellt worden war, habe er aber wirklich nichts zu tun gehabt, beteuerte er abermals. Der Prozess wird heute fortgesetzt.  

wb

Rubriklistenbild: © dpa

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