Ausschuss will aber einstimmig Ausschreibung auf Basis hoher Anforderungen

Qualitätsessen in Kitas bleibt kostenmäßiger Drahtseilakt

Achim - Höchste Standards beim Essen, dazu noch besonders qualifizierte Küchenkräfte in städtischen Kindertagesstätten und Berücksichtigung von Allergien oder Unverträglichkeiten – solche Ansprüche schlügen sich natürlich auch preislich nieder und könnten gerade für Eltern, „die nicht mehr in die Förderung fallen“, zum „finanziellen Drahtseilakt“ führen.

Das räumte Wiltrud Ysker, Leiterin des Bereichs Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung, ein. Dennoch befürwortete der Sozialausschuss einstimmig das von Kita-Leitungen, Kita-Fachberaterin Gudrun Schütte und Elternschaft erarbeitete „Konzept für die Verpflegung in den städtischen Kindertagesstätten“. Auf dieser Grundlage soll die Verwaltung „den Markt in Bezug auf Qualität der Essensanlieferung und Preisgestaltung prüfen“ und entsprechende Ergebnisse vorlegen.

Bio-Geflügelfleisch und keines aus Massentierhaltung, immer frisches Gemüse, keine Fertigprodukte und Zusatzstoffe. Das sind einige konkrete Anforderungspunkte auf der Liste. Als Hintergrund dienten von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung festgelegte Ansprüche.

Den Eltern gehe es vor allem um das Mittagessen, mit dem viele bisher nicht zufrieden gewesen seien, betonte Elternsprecherin Ilka Engelberg. Wie dieses Mittagessen in den Kitas jeweils gemeinsam eingenommen werde, sei hingegen vorbildlich.

Nicht nur als Nahrungsaufnahme werde das Essen gesehen, sondern den Kindern auch Kompetenz für gesunde Ernährung etwa beim Frühstücksbufett vermittelt, führte Kita-Leiterin Ulrike Buhrdorf aus. Fruchtzwerge, Nutella und Ähnliches seien natürlich grundsätzlich tabu, aber kleinere süße Portionen ab und zu durchaus erlaubt. Generell lernten die Kinder zudem die Vielfalt an Lebensmitteln kennen.

Die Diskussion ums Geld sei beim Erarbeiten der Liste von Qualitätskriterien erst einmal außen vor gelassen worden, betonte Ilka Engelberg. Gerade auch angesichts von Berichten über zu viele dicke Kinder habe die Gesundheitsfrage beim Essenskonzept stärker im Mittelpunkt gestanden.

Bei jetzt gewährten 2,15 Euro Kosten pro Portion müsse jedoch notgedrungen die Qualität zum Teil auf der Strecke blieben. Ausschussvorsitzende Silke Thomas war schon gespannt auf das, „was wir bei den Ausschreibungen hereinbekommen werden“. Der jungen Mutter Paula Kramann (SPD) erschienen viele Festlegungen in der Qualitätsliste noch zu ungenau gefasst und durch Wendungen wie „soweit möglich“ unnötig eingeschränkt.

la

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