Heimatverein gibt Ausstellung auf Desma-Gelände auf

Aus für alte Schuhmacherwerkstatt in Achim

Die Ausstellung lockte Besucher an.
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Die Ausstellung lockte Besucher an.

Achim – Ein Stück Kulturgeschichte verschwindet aus Achim. Die vom örtlichen Heimatverein seit 2008 auf dem Desmagelände ausgestellte Schuhmacherwerkstatt des ehemaligen Schuhmachers Dietrich Mattfeld aus Uphusen wird künftig in Dörverden gezeigt. Das dort ansässige, auf Übergrößen spezialisierte Fachgeschäft Schuhplus hat sich die historischen Exponate gesichert.

„Leider haben wir dafür keine Räumlichkeiten in Achim gefunden“, bedauerte Heinz-Dieter Schütte, Vorsitzender des Heimatvereins, beim Übergabetermin am Donnerstag bei der Desma. Damit räche sich nun erneut, „dass die Stadt einst unseren Antrag, auf dem Gelände des Bootshafens in Uesen ein Heimathaus zu errichten, abgelehnt hat“.

Im April 1992 hatte der Heimatverein Achim nach eigenen Angaben erfahren, dass die Werkstatt des verstorbenen Schuhmachers Mattfeld verkauft werden sollte. „Das wäre doch etwas für das damals geplante Heimathaus gewesen. Der Kaufpreis war akzeptabel und so konnten die Mitglieder Dietrich Otten, Dieter Gätje und Klaus Bischoff mit dem Ausräumen beginnen“, hieß es.

Wegen des fehlenden Heimathauses habe es dann allerdings mehr als 15 Jahre gedauert, bis die Ankündigung des Vereins, die urige Werkstatt Mattfelds der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, endlich wahr wurde. 2008 bauten Mitglieder die Schauobjekte aus dem vorigen Jahrhundert in einem früheren Ausstellungsraum der Desma auf. Der damalige Geschäftsführer Wolfgang Koliwer hatte einer Bitte von Bischoff hinsichtlich der Werkstatt-Präsentation entsprochen und dem Verein diese Lösung angeboten.

Ein Stück Handwerksgeschichte wurde damit für Interessierte anschaulich. Die Ausstellung „ist wie ein Bild gestaltet, in das man hineinblickt, mit vielen Gerätschaften, Werkzeugen, Schuhen und Leisten aus der damaligen Zeit“, erläutert Karin Fißel, Pressereferentin des Heimatvereins. Sie und ihre Mitstreiter wussten die historischen Gegenstände bei der Desma in guten Händen. Zumal ja zwischen einem Schuhmaschinenhersteller und einer Schuhmacherwerkstatt ein enger thematischer Bezug herrsche.

Die urige Werkstatt mit (v. l.) Heinz-Dieter Schütte (Heimatverein), Klaus Freese (Desma), Kay Zimmer (Schuhplus).

Die Leihgabe des Heimatvereins Achim war nach Angaben von Desma-Geschäftsführer Klaus Freese im „alten Technikum“ untergebracht, wie er am Donnerstag vor Ort erklärte. Früher hätten dort Versuchsmaschinen gestanden, heute nenne man derlei Ausstellungsflächen „Showroom“ oder „Innovationcenter“. Seit dem im vorigen Jahr erfolgten Umzug der Desma in den benachbarten großen Neubau werde das Altgebäude im Desma-Technologiepark von mehreren Mietern genutzt und daher habe ein neuer Platz für die Präsentation der alten Werkstatt gesucht werden müssen.

Auf Anfrage des Heimatvereins-Vorsitzenden Schütte zeigte sich das Dörverdener Unternehmen Schuhplus „sehr interessiert“. Und bekam den Zuschlag. „Die Ausstellung passt bei uns hervorragend rein“, frohlockte Geschäftsführer Kay Zimmer beim Übergabetermin in Achim. „Wir wollen sie gleich im Eingangsbereich zu unseren Verkaufsräumen zeigen.“ Dann bekämen die Kundinnen und Kunden direkt vor Augen geführt, „wie Schuhe mal hergestellt wurden“.

Kaum hatte Zimmer das gesagt, begannen zwei Mitarbeiter damit, die Werkstatt an ihrem bisherigen Standort abzubauen. Wenn die Gerätschaften bei Schuhplus an ihrem vorgesehenen Platz sind, soll die Ausstellung dort feierlich eingeweiht werden, versprach der Geschäftsführer.

So weit, so gut. Der Heimatverein freut sich laut Karin Fißel, „dass die alte Schuhmacherwerkstatt nun doch noch in passender Umgebung gezeigt werden kann und gibt die Ausstellung mit einem weinenden und lachenden Auge nach Dörverden, weil sich in Achim kein Platz finden ließ“.

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