Raue Stimme und besondere Gitarre

Auch solo reißt Bobbo Byrns Achimer mit

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Bobbo Byrns im Sommergarten des Lokals „Alte Feuerwache“. Das Konzert in der Reihe „Songs & Whispers“ nahm bis zum Abschluss immer mehr Fahrt auf.

Achim - Dieses Mal kam er allein nach Achim, um sein gerade in der vergangenen Woche veröffentlichtes zweites Solowerk „Two Sides To This Town“ live im Sommergarten des Lokals Alte Feuerwache in der Innenstadt vorzustellen: Bobbo Byrnes.

Der amerikanische Singer-Songwriter war bisher nur mit seinen Bandprojekten „The Fallen Stars“ und „Riddle & The Stars“ in Achim aufgetreten.

Das aktuelle Werk hat sich aus seinem Terminkalender heraus entwickelt. Die Texte beschreiben das Leben „on the road“ im ganz eigenen Byrnes-Stil. Der wird in der Ankündigung als rustikaler Americana-Rock und Country beschrieben – wobei der Rock natürlich beim Solokonzert mit Gitarre manchmal in den Hintergrund tritt.

„Two Sides To This Town“ habe er in Anlehnung an die soziale Spaltung, die zurzeit in den Vereinigten Staaten stattfinde, als Albumtitel gewählt, erläuterte Byrnes. Ein Trump-Freund ist er nicht gerade. Weil der jetzige Präsident in Byrnes' Heimatstadt 60 Prozent der Stimmen erhielt, habe er selbst diese Heimatstadt erst einmal nicht mehr wiedersehen wollen, erläuterte der Musiker.

Bei seinem Auftritt im Garten der Alten Feuerwache sang er beispielsweise in „Heart Like Mine“ über die Straßen, die ihn von Show zu Show führen. Politische Anspielungen gibt es in dem Song über die Suche nach einem Auto, das nicht ständig kaputt geht – „Welfare Cadillac“. Aber nicht alle Lieder handeln vom Unterwegssein. „Angelia“ ist ein nachdenklicher Titel über die gespaltenen USA, „APB“ (All Points Bulletin), umgangssprachlich für „öffentliche Fahndung“, bot einen guten Refrain zum Mitsingen, und „No Expectations“ von den Stones klang bei Byrnes, als wäre es sein eigenes Lied.

Energiegeladener Sound

Der energiegeladene Sound, die sphärischen Klänge, eingespielte Effekte, die spezielle Schlagtechnik auf der sechs- und zwölfsaitigen Gitarre und Bobbos raue Stimme sind von höchster Qualität und begeisterten das Publikum.

Ganz besonders still wurde es, als er auf seiner 1995er Gibson J-100 xtra CE – davon wurden nur zehn bis zwölf Stück gebaut – in einer sehr persönlichen Art über die Verbundenheit mit seiner Familie sang, um dann mit dem Americana-Rocker „1, 2, 3“ das Konzert zu beenden. Es gab jubelnden Schlussapplaus, doch traute sich danach offenbar niemand von den Feuerwache-Gästen, mal das Wörtchen „Zugabe“ zu rufen. 

hem

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