Auch Jungen wollen Hexen sein

Astrid-Lindgren-Schule führt Kinderoper „Hänsel und Gretel“ auf

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„Knusper, knusper Knäuschen...“: Weil die beiden Kinder sich an dem Pfefferkuchen laben, nimmt die Hexe sie gefangen.

Achim - Zwar heißt das Märchen „Hänsel und Gretel“, doch die schillerndste und zugleich wichtigste Figur in dieser Volkserzählung ist ohne Zweifel die Hexe, die das hungrige Geschwisterpaar mit ihrem Pfefferkuchenhäuschen anlockt. Das galt auch für die gestrige Aufführung in der Achimer Astrid-Lindgren-Schule, die die Musical-AG unter Leitung von Nicola Köhn und Wiebke Aktas der Kinderoper von Engelbert Humperdinck nachempfunden hatte.

Der Szenenablauf war dem Original-Libretto entnommen, jedoch etwas vereinfacht, und den Großteil der Arien sprachen die Kinder, statt sie zu singen. Die Musik war dennoch in kurzen Chorpassagen zu hören, die Wiebke Aktas auf der Gitarre und Nicola Köhn auf dem Klavier begleiteten. Beim Besentanz der Hexenschar gab es eine Einspielung mit Originalton aus der Kinderoper.

Rollen souverän gespielt

Ausnahmslos alle Teilnehmer spielten ihre Rollen souverän – nicht nur ohne Texthänger, sondern auch mit ausdrucksvoller Betonung und viel Spielfreude. Besonders eindrucksvoll: Die humpelnde, bucklige Hexe, in deren Kostüm übrigens ein Junge steckte. „Die Jungs haben sich geradezu um diese Rolle gerissen“, erzählt Schulleiterin Claudia Nobis. Da komme der Schule ihr Umfeld aus Familien mit unterschiedlicher kultureller Herkunft zugute. „Wir haben keinen Mädchenüberschuss in der AG – gerade die Jungs sind unheimlich musikalisch, tanzen, singen und bewegen sich gern.“

Zweimal führte die AG, 18 Kinder aus dem vierten Jahrgang, die Mär von dem berühmten Geschwisterpaar auf – einmal vor der ganzen Schule und den „Brückenkindern“ der Kita „Achimer Schlaumäuse“ und einmal nachmittags für Eltern und Verwandte.

Original-Oper als Vorbereitung

Seit August hatten die Kinder einmal pro Woche für die beiden Aufführungen geprobt. Auch ein Ausflug nach Bremen im Rahmen des Förderprogramms des Goethe-Theaters gehörte zur Vorbereitung. Dort erlebten die Grundschüler voller Begeisterung die Original-Oper. „’Guck mal, da bin ich’, haben sie gesagt, als sie ihre Rolle auf der Bühne entdeckten“, erzählt Nicola Köhn. Auch einzelne Bewegungen ihrer erwachsenen Vorbilder hatten manche in die Schulversion übernommen, weiß Köhn, die seit etwa sechs Jahren mit Aktas die Musical-AG leitet. Zuvor hatten sie schon Projekte mit Indianern, einem chinesischen Märchen oder einer Bauernhof-Kulisse realisiert.

Auch wenn die Hexe am Ende im Ofen landet – zum Schluss standen alle Akteure wieder auf und stellten ihre Rollen zur Musik von Britney Spears’ „Toxic“ tänzerisch vor. Von den kleinen Zuschauern, die das Geschehen auf der Bühne aufmerksam verfolgt hatten, gab es am Ende nicht nur viel Beifall, sondern auch eine gemeinsame Verbeugung vor den Nachwuchsakteuren.

ldu

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