Auch Flüchtlinge werfen Kugel

Achimer Park-Bouler nehmen an Integrationsturnier in Hannover teil

Abulrahman Alkrad (links) und Bernhard Duchemin (Zweiter von rechts) von den Park-Boulern trafen beim Turnier des FC Schwalbe auf den zwölfmaligen Boule-Weltmeister Philippe Quintais (Zweiter von links) aus Frankreich und dessen Landsmann Alban Gambert.

Achim - Sport verbindet bekanntlich über Grenzen hinweg. Abdulrahman Alkrad, der 2015 der Kriegshölle in Syrien entkam, und der Franzose Bernhard Duchemin, der seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, sind dafür gute Beispiele.

Beide mischen bei den Park-Boulern Achim mit und nahmen jetzt an einem hochkarätig besetzten „Integrationsturnier“ in Hannover teil. Sie starteten dort neben 117 weiteren Teams aus nah und fern. Anlass für dieses Stelldichein von Freunden des Pétanque-Spiels in der Landeshauptstadt war die Feier des 25. Jubiläums der Boule-Sparte des FC Schwalbe.

Das Duo aus Achim, das zusammen mit weiteren Pétanque-Anhängern regelmäßig dienstags und donnerstags auf der Anlage im Rathauspark trainiert, trat für den Bremer Verein SG Findorff in Hannover an. „Denn die Park-Bouler sind ja nur eine Gruppe“, erläutert Duchemin.

Er und Alkrad sahen bei dem Wettstreit mit den Kugeln, die möglichst nahe ans „Schweinchen“ geworfen werden müssen, einige der Besten ihres Fachs. Mit von der Partie war kein Geringerer als der zwölfmalige Weltmeister Philippe Quintais aus Frankreich. „Fantastisch, wie der spielt“, schwärmt Bernhard Duchemin. An der Seite seines Landsmanns Alban Gambert gewann Quintais dann auch das „rundum gelungene Turnier“.

Das war von Wert weit über das Sportliche hinaus. Begrüßungsworte sprach Doris Schröder-Köpf, Beauftragte des Landes Niedersachsen für Migration und Teilhabe.

Idee sei aufgegangen

Die Idee, Boule-Anfänger aus Syrien, Afghanistan und anderen „Flucht-Staaten“ in den Festtag beim FC Schwalbe einzubeziehen, sei aufgegangen, hieß es am Ende. „So gab es in den ersten Runden manches Match, bei dem die freundschaftliche Begegnung und die Einführung in die Spielregeln wichtiger waren als das Resultat“, berichtet Bernhard Duchemin.

Flüchtlinge wie Abdulrahman Alkrad kann das bei ihrer Integration in die heimische Gesellschaft voranbringen. Der 45-Jährige hatte seiner Heimat zunächst alleine den Rücken gekehrt. Vor einigen Monaten sind die Ehefrau und die fünf Kinder aus Syrien nachgekommen.

mm

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