Griff zum Handy kann Gewalt stoppen

„Tag der Zivilcourage“ am 5. Dzember in der Achimer Innenstadt

Achim - Ein körperlicher Übergriff in Bahn oder Bus, ein Handtaschenraub auf offener Straße oder eine scheinbar harmlose Hänselei unter Kindern – dies alles sind Fälle, in denen Zivilcourage gefordert wäre, und leider stattdessen allzuoft weggeschaut wird. Aber was hält Beobachter solcher Szenen davon ab, einzugreifen? Mit einem „Tag der Zivilcourage“ möchte der Präventionsrat Achim, in Kooperation mit der Polizei und dem „Weißen Ring“, nach Gründen fragen und im Umgang mit Gewalt aufklären.

Der Aktionstag soll erstmals am deutschlandweiten Tag des Ehrenamtes, am 5. Dezember von 10 bis 17 Uhr, über die Bühne gehen.

Neben Informationsständen des Weißen Rings, der bundesweit Opfer von Straftaten unterstützt, und des hiesigen Polizeikommissariats sind in der Innenstadt mehrere Aktionen zum Thema Zivilcourage geplant. „Keine Angst: Es muss sich keiner prügeln. Das Handy zücken und die Polizei verständigen reicht in den meisten Fällen“, sagt die Achimer Kontaktbeamtin Katja Brammer. Sie stellte das Projekt für ihre erkrankte Kollegin Anna Winter, die den „Tag der Zivilcourage“ geplant hat, gestern bei einer Pressekonferenz im Rathaus vor.

„Was genau wir veranstalten werden, wollen wir aber noch nicht verraten, sonst funktioniert es nicht“, betont Brammer. „Wir hoffen, dass viele Leute reagieren“, fügt die Polizistin hinzu. Anschließend gehe es darum, die Bevölkerung zu fragen, was sie beobachtet hat und gezielt Aufklärung zu leisten.

Rathaus mit eingebunden

Mit dem „Tag der Zivilcourage“ knüpft der Präventionsrat Achim an Aktionstage und längerfristige Projekte an Schulen an, etwa den „Tag des Einbruchsschutzes“, „Wir sind stark“ und „Gewalt erkennen, Schüler stärken“, so Brammer, die sich ebenfalls im Präventionsrat engagiert.

Das Rathaus ist am „Tag der Zivilcourage“ ebenfalls als Schauplatz mit angebunden: Jeweils um 11 und um 14 Uhr gibt dort Karl-Heinz Langner, Außenstellenleiter beim Weißen Ring Harburg, mit jeweils einstündigen Vorträgen Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Arbeitsweise der bundesweit agierenden Opfervereinigung.

Beinahe nahtlos soll dann um 18 Uhr die Verleihung des Achimer Ehrenpreises an den „Tag der Zivilcourage“ anschließen. Mit der Preisverleihung ehrt die Stadt Achim drei Einzelpersonen und drei Gruppen für ehrenamtliches Engagement sowie eine Person mit dem Zivilcourage-Preis. Die Namen der Preisträger werden auf einer Tafel im Rathaus verewigt. Für das Rahmenprogramm sorgen Sängerin Maruya Datta, die Kabarettgruppe „Die Schlitzohren“ und ein Poetry-Slam-Auftritt. Nach der Verleihung des Achimer Ehrenpreis wird es im Foyer des Rathauses einen kleinen Empfang geben, um den Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen.

ldu

Rubriklistenbild: © dpa

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