Gruppen mangels Personals geschlossen

„Arbeitsscheu, Urlaubs-Kita“: Eltern in Uphusen außer sich

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Die städtische Kita „Uphuser Deichbande“ Am Hilgenberg. Wegen der zur Zeit extremen Personallage blieben jeweils zwei Gruppen geschlossen. Der Krippenbereich ist getrennt von der Kita in einem anderen Gebäude untergebracht und hat auch eine eigene Leiterin. -

Achim - Nicht nur die personelle Lage in der Kindertagesstätte Uphusen verschärfte sich in den vergangenen Wochen extrem, sondern auch der Tonfall, in dem Eltern auf die Schließung von zwei Gruppen reagierten. Das reichte von Begriffen wie „Urlaubs-Kita“ und „arbeitsscheue Kräfte“ bis zu heftigen persönlichen Angriffen.

So berichtete es Wiltrud Ysker, Leiterin der städtischen Abteilung für Bildung, Soziales und Kultur, jetzt auf der Sozialausschusssitzung im Rathaus.

Sie verstehe den Zorn, da viele Mütter und Väter vollzeit-berufstätig und auf gesicherte Betreuung ihrer Kinder angewiesen seien. Wer für längere Zeit die feste Arbeitsstelle aufgebe, sei schnell raus aus dem Job, verdeutlichte ein Besucher der Ausschusssitzung, der selber Chef einer kleineren Firma ist. Eine Mutter bekräftigte, sie könne dann auch gleich Hartz IV beantragen.

Dennoch verwahrten sich Ysker und auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld gegen beleidigende Vorwürfe in Richtung Personal der Verwaltung und der Kita Uphusen. Dort leisteten die Fachkräfte hervorragende Arbeit, und einige hätten sogar in der Not Vertretungen übernommen und auf eigene Urlaubstage verzichtet, hob Ditzfeld hervor.

Schon in den Vorjahren habe der Personalbedarf in Uphusen nicht zu 100 Prozent erfüllt werden können, erläuterte Wiltrud Ysker das Grundproblem. Jetzt sei die Lage sicher auch vor dem Hintergrund arbeitmäßiger Überlastungen eskaliert: Es gab viele Wechsel, nicht genügend neue Bewerbungen, Verträge wurden schon in der Probezeit aufgelöst. Dazu fallen allein fünf Kräfte wegen längerfristiger Erkrankungen aus, und es gab darüber hinaus kurzfristige Ausfälle.

Das alles führte zur schriftlichen Mitteilung der Verwaltung vom 30. Mai an alle Eltern: „Aufgrund einer erneut sehr angespannten Personalsituation muss in der Kindertagesstätte Uphusen das Angebot reduziert werden“. Eindeutig wird eingeräumt: „Der Betrieb kann nicht mehr der Betriebserlaubnis entsprechend gesichert werden“.

Kolleginnen aus anderen städtischen Einrichtungen hätten zwar Vertretungen übernommen. Das sei aber nun nicht mehr möglich, weil sie in ihren „Stammhäusern“ dringend gebraucht würden. Alle Möglichkeiten, zusätzliches Personal zu beschaffen, wurden laut städtischer Mitteilung intensiv geprüft.

Im Umlaufverfahren werden daher jetzt je zwei Kita-Gruppen wochenweise geschlossen. Dies sei die einzige Möglichkeit, „den Betrieb zu sichern und den gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen“.

125 Kindergartenplätze in fünf Gruppen bietet die Kita Uphusen. Dazu kommen 45 Krippenplätze. Insgesamt 24 Mitarbeiterinnen inklusive Leitung sind dort „in unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen“ beschäftigt, zählte Wiltrud Ysker weiter auf.

Leider gebe es solche Personalprobleme nicht nur in Achim. Auf einer Veranstaltung des niedersächsischen Städtetags, an der sie gerade vor kurzem teilnahm, sei von 115 Kita-Gruppen im Bundesland die Rede gewesen, die derzeit nicht mehr angeboten werden könnten.

Zum Juli seien allerdings zwei neue Erzieherinnen für die Kita Uphusen eingestellt worden, „und weitere folgen zum Beginn des neuen Kita-Jahres im August“, teilt die Verwaltung mit. Sie rechnet daher „mit einer Stabilisierung der personellen Situation zum Beginn des neuen Kita-Jahres“.

Bis dahin gibt es das reduzierte Programm in Uphusen. Vorschläge von Eltern auf der Ausschusssitzung, unter Einbeziehung aller städtischen Achimer Kitas umlaufende Vertretungslösungen zu finden, hielt Wiltrud Ysker für organisatorisch schwer machbar. Der damit verbundene ständige Wechsel von Bezugspersonen sei aus pädagogischer Sicht zudem für die Kinder nicht sinnvoll.

Eltern-Anregungen wie die Berücksichtigung von Tagesmüttern und -vätern zur Betreuung, um die Kita-Gruppen aufrecht zu erhalten, seien ebenfalls ohne Erfolg geprüft worden. - la

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