Kommentar zur Logistik-Ansiedlung

Arbeitsplätze-Hype durch Amazon

+
Amazon (Symbolbild)

Ein Kommentar von Michael Mix. Amazon will mit dem zehnten Logistikzentrum in Deutschland mindestens 2000 Arbeitsplätze in Achim schaffen, und – vielleicht – fließen in einigen Jahren auch erhebliche Gewerbesteuern ins Stadtsäckel. Welche Kommune träumt nicht von solch einem Glücksfall?

Kommunalpolitiker fast aller Coleur in Achim befürworten die Ansiedlung des Weltkonzerns mit dem zweifelhaften Ruf im Gewerbegebiet Uesener Feld. Dabei blenden sie allerdings ein Problem aus, das die Lebensqualität vieler Einwohner und Pendler stark beeinträchtigen könnte: Achim droht dann der Verkehrsinfarkt. Stillstand mindestens auf der Landesstraße 156. Ein Horror für Autofahrer, Anwohner und in der Nähe ansässige Betriebe.

Verkehrskonzept überzeugt nicht

Das vom Büro PGT im Auftrag der Stadt und von Amazon im Wirtschaftsausschuss vorgestellte Verkehrskonzept war nicht überzeugend. Die vorgesehene Verlängerung der Autobahnabfahrt aus Richtung Bremen bis aufs Firmengelände und die Schaffung zusätzlicher Abbiegespuren auf den Straßen zwischen den drei Gewerbegebieten Achim-Ost, Uesen und Uesener Feld ist zwar dazu angetan, die dortigen Fahrzeugströme besser und schneller zu verteilen. Doch der Flaschenhals Ueser Kreuzung wird damit nicht beseitigt.

Die vom Gutachter prognostizierten 15 bis 20 Prozent mehr Verkehr dort durch Amazon-Lkw und -Beschäftigte dürften zu viel für diesen Knotenpunkt sein. Dann geht da nichts mehr.

Schichtwechsel fällt in die Rush Hour

Zumal der Schichtwechsel bei Amazon um 15 Uhr anders als vom Gutachter behauptet sehr wohl in die nachmittägliche Rush Hour fällt.

Lösungen kann es an der Ueser Kreuzung wohl nur mit Hilfe von Eigentümern geben, die bereit sind, ihre Grundstücke oder zumindest Teile davon abzugeben, um weitere Abbiegespuren bauen zu können. Das Minimum an der Stelle, funktionierende Induktionsschleifen, die die Ampeln je nach Verkehrsbelastung schalten, soll es immerhin vom kommenden Monat an dort geben.

„Der Verkehr wird mit Amazon besser als vorher.“ Diese Behauptung des Gutachters gehört wohl ins Reich der Märchen. Vielleicht könnten ein Gleisanschluss und gute Busverbindungen zum Firmengelände hilfreich sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

CDU-Schulexperte legt sich beim Wahlkampf-Finale ins Zeug

CDU-Schulexperte legt sich beim Wahlkampf-Finale ins Zeug

Achimer Imkerverein besucht eine der letzten Korbimkereien

Achimer Imkerverein besucht eine der letzten Korbimkereien

Marktpassage ist beim Besuch der ffn-Morningshow prall gefüllt

Marktpassage ist beim Besuch der ffn-Morningshow prall gefüllt

Seit 50 Jahren bieten Landfrauen Posthausen Spendetermine an

Seit 50 Jahren bieten Landfrauen Posthausen Spendetermine an

Kommentare