Arbeitskreis stellt Konzept für Nutzung brachliegender Flächen vor

„Westpark“ könnte neben Friedhof in Bierden wachsen

Dr. Harald Koch, Günther Krebs, Ulrich Ringe und Hans-Dieter Pöhls (v.l.) vom Arbeitskreis trafen sich auf dem Gelände zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Uwe Kellner (2.v.l.).
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Dr. Harald Koch, Günther Krebs, Ulrich Ringe und Hans-Dieter Pöhls (v.l.) vom Arbeitskreis trafen sich auf dem Gelände zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Uwe Kellner (2.v.l.).

Bierden - Von Lisa Duncan. Ein neues Erholungsgebiet könnte bald am Bierdener Friedhof („In den Bergen“) entstehen. Das plant gerade ein zu diesem Zweck gegründeter Arbeitskreis. Das Projekt hat auch schon einen Arbeitstitel: „Westpark“.

Bei dem Areal, das an den Friedhof angebunden ist, handelt es sich um nicht mehr benötigte Reserven für Bestattungsfelder.

Angedacht ist die Umwandlung in ein „parkähnliches, stadtnahes, barrierefreies Naherholungs- und Freizeitgebiet“. „Quasi als grüne Lunge der Stadt“, sagt Mitinitiator Hans-Dieter Pöhls. Tatsächlich verfügt der Westen Achims bisher über kein Erholungsgebiet – so wie das Ölllager im Osten der Stadt.

Und: In den 80er-Jahren sei der Friedhof bereits im Hinblick auf eine mögliche Nutzung als Parkgelände geplant worden, informiert Bürgermeister Uwe Kellner.

Von dem insgesamt 20723 Quadratmeter großen Gelände (inklusive Graben) kommen allerdings nur 7543 Quadratmeter für diesen Zweck in Betracht. Grund: Beim überwiegenden Teil der Grabfelder handelt es sich um sogenannte Podsolböden. Die auch Bleich- oder Grauerde genannten Böden gelten als nährstoffarm. Sie sollen daher für Kompensationsmaßnahmen für das Schutzgut Boden von anderen Nutzungen frei bleiben.

Die Vorgeschichte: Nach einem Ratsbeschluss von 2012 nahm die Stadt bereits Teile der Fläche aus der Unterhaltungsverantwortung heraus. Heißt: Statt Büsche, Rasen und Bäume zurechtzustutzen, überließ man die Landschaft der Natur. Vorschläge im Rat, wie etwa Wohnbebauung dort zu errichten, seien sofort wieder verworfen worden, erzählt Kellner. Doch was sollte mit dem Gebiet dann passieren?

Günther Krebs und Dr. Harald Koch von der Achimer FDP entwickelten gemeinsam mit Hans-Dieter Pöhls und Ulrich Ringe vom Naturschutzbund (Nabu) ein Konzept. Der Arbeitskreis „Westpark“ war geboren. „Dafür war die Erfahrung von Hans-Dieter Pöhls und Ulrich Ringe mit der Streuobstwiese unschätzbar.“

„Unsere Idee ist, dass wir zum Friedhof hin grüne Hecken mit bienenfreundlichen Pflanzen anlegen“, so Pöhls. Neben weiteren Bäumen („Hochstände und alte Sorten“) könnte sich der Arbeitskreis einen Honigbienen-Stand mit Infotafeln, ein Insektenhaus und ein Wildblumenfeld, als Anziehungspunkt für Bienen, Hummeln, Schmetterling und Co., vorstellen.

Das Konzept sieht zudem vor: „Es soll die Stadt keinen Cent kosten“, so Pöhls. Darum sei es „ganz wichtig, dass dieses Projekt lokal unterstützt“ werde. „Damit wollen wir besonders die Bierdener und Uphusener ansprechen“, ergänzt Ulrich Ringe. Beteiligen können sich natürlich auch alle anderen Achimer. Dem Arbeitskreis schwebt eine Unterstützung nach dem Vorbild des Schlossparkvereins Etelsen vor. Genauso werde es beim „Westpark“ auf eine Vereinsgründung hinauslaufen, betont Dr. Harald Koch.

Finanziell werde dieser Verein auf Spenden angewiesen sein. Denkbar sei die Unterstützung durch Baumpatenschaften, was sich bereits bei der Streuobstwiese bewährt habe. Die Stadt übernimmt, als nicht-monetärer Beitrag, eine beratende Funktion – etwa bei der Beantragung von EU-Fördermitteln. Auch verschiedene Stiftungen seien schon in Augenschein genommen worden.

Ein Zeitplan für die Gestaltung des „Westparks“ steht noch nicht fest. Erst muss das Thema in den Gremien der Stadt Achim besprochen werden, als nächstes im Planungsausschuss. Auch der bestimmende Ratsbeschluss steht natürlich noch aus.

Bürger, die bereits jetzt Anregungen oder Interesse an der Mitarbeit im Verein haben, können sich bei Günther Krebs unter Tel. 04202/8680 oder bei Dr. Harald Koch unter 04202/4871 melden.

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