„Wi sünd denn maal weg!“: Neues Stück der TBU-Theatergruppe ist amüsant

Auf angeblicher Pilgerreise die Welt aus den Angeln heben

Tolles Theater auf der Bühne in Haberkamps Hotel: Szenenfoto mit Heike (Silja Bischoff), Hilde (Sabine Lindhorst, Karl (Herfried Meyer), Klaus (Heinz Dieckmann) und Anna (Leni Ölrichs). - Foto: Hägermann

uphusen - „Wi sünd denn maal weg!“ ist mehr als nur ein Aprilscherz, obwohl am Freitagabend, dem ersten Tag des Monats, von der Theatergruppe des TB Uphusen im Hotel Haberkamp erstmals aufgeführt. Es ist vielmehr ein Lustspiel in drei Akten, in dem das Leben so ziemlich aller Protagonisten Purzelbäume schlägt.

Das ist bisweilen schmerzhaft für die Betroffenen, aber dauerhafte Munition für die Lachsalven des Publikums. Das war zahlreich erschienen zu einer Premiere, die neugierig machte auf nachfolgende Aufführungen – diese Woche am Mittwoch und Freitag, jeweils um 20 uhr.

Landleben ist nicht jedermanns Sache. Das von Karl Timmermann (Herfried Meyer) schon gar nicht. Er hat seinen Schreibtischjob auf Managerebene verloren und nutzt seine freie Zeit nun für spleenige oder nützliche Erfindungen. Von seinem Einfallsreichtum jedoch ist seine Ehefrau Hilde (Sabine Lindhorst) wenig beeindruckt. Sie hat anderes um die Ohren. Zum Beispiel das Erbe ihres Onkels Alfred anzutreten, der zu Lebzeiten gut gewirtschaftet hatte und auf einem ländlichen Anwesen residierte.

Nach Alfreds Tod sind die Timmermanns um eine große Immobilie reicher. Richtig glücklich sind sie darüber nicht. Bei Karl und Hilde ist wenig zu spüren von der vielbeschriebenen Stadtflucht ins vermeintlich Idyllische. Doch es hilft nichts. Mitsamt Tochter Heike (Silja Bischoff), ebenfalls wenig begeistert über die Luftveränderung, bis sie auf Thomas Lüthje (Jens Placke) trifft, sowie allerlei Sack und Pack geht es in die Nähe von Stallungen, wo das liebe Vieh den Tagesrhythmus vorgibt. Die enge Taktung lässt kaum zeitliche Freiräume. Schon gar nicht für die Entwicklung eines landwirtschaftlichen Motors mit 50-prozentiger Sprit-Ersparnis. Erfinder Timmermann ist schwer frustriert.

Doch es naht Hilfe von unerwarteter Seite. In Nachbar Klaus Lüthje (Heinz Dieckmann), von seiner Anna (Leni Ölrichs) gerne gegängelt, findet der Stadtmensch seinen Bruder im Geiste, der sich ebenfalls zu Höherem berufen fühlt. Weil sich auf der heimischen Scholle ihre intellektuellen Durchbrüche nur schwerlich verwirklichen lassen, beschließen die Beiden eine Pilgerreise, um danach die Welt ein wenig aus den Angeln zu heben.

So jedenfalls wird es den eigenen Frauen und den nachbarlichen Tratsch-Tanten Doris und Inge (Christine Duhnenkamp-Lewitz, Sigrid Junker) verkauft.

Tatsächlich haben Karl und Klaus auf dem Anwesen für sich einen lange verborgenen Raum entdeckt, in dem sie tagsüber tüfteln können. Nach der Arbeit allerdings wollen sie abendliches Vergnügen, ein wenig Sinnsuche der anderen Art, denn der Jakobsweg ist lang. Und Hilde bleibt nicht viel mehr, als große Augen zu machen, mit denen sie Turbulenzen auf sich zukommen sieht. Zum Beispiel in Gestalt eines Polizisten (Bernd Junker), dem womöglich der Spürsinn weniger nach verschwundenen Kuchen oder einem vermeintlich sprechenden Spiegel steht …

Vor der Aufführung des Stücks hatte Regisseurin Antje Lührs das Publikum begrüßt und dabei auch um neue Laienschauspieler geworben. Der Spaß am Spiel ist in dem Ensemble garantiert. Und nicht nur dort. Hinter der Bühne agierten diesmal: Ingrid Dieckmann, Ute Meyer, Ute Drechsler-Lüßen, Margrit und Michael Focke, Gaby Placke sowie weitere Helfer.

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