Andrang zum Abend mit Firmenchefin, FDP-Politikerin und Fernseh-Jurorin riesig

Lencke Steiner – Generation Y

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Herzlich-innig begrüßte Günter Treichel vom Verein Haus Hünenburg die Bremer Unternehmerin und FDP-Spitzenpolitikerin Lencke Steiner zum Clubabend in Baden.

Baden - Die Medien bekamen auch ihr Fett weg, weil sie sich zu sehr wenigen Hauptthemen widmeten: Griechenland, IS, Flüchtlingsstrom, dann wieder IS. Vieles andere falle unter den Tisch. Wie man Medien nutzt, um auch als Politikerin einer kleinen Partei öffentlich gut wahrgenommen zu werden – das hat Lencke Steiner selbst allerdings schon vorgeführt.

Die 30-jährige Geschäftsführerin des Bremer 50-Mitarbeiter-Verpackungsunternehmens „W-Pack“, FDP-Spitzenpolitikerin und Jurorin in der eben erst preisgekrönten Vox-Existenzgründer-Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ war am Dienstagabend prominenter Gast des Selbstständigen-Clubabends im Badener Haus Hünenburg. Selten war der Andrang so groß.

Ihr Vortragsthema lautete „Chancen“, doch entwickelten sich auch kurze Zwiegespräche mit dem Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Tagungsraum.

Lencke Steiner sieht sich als typische Vertreterin der „Generation Y“. Diese zwischen 1980 und 1999 Geborenen sind schon mit Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen. „Y“ wird im Englischen wie „Why“ gleich „Warum“ ausgesprochen, und gern hinterfrage diese Generation Dinge, nehme sie nicht einfach als gegeben hin und brauche ständig Feedback.

Bereits mit 18 stieg die Bremerin in das Familienunternehmen des Vaters ein. Einige Jahre später wurde sie auch Vorsitzende des Jungunternehmerverbands BJU.

Kommunikativ-konsequent versuche sie, Führungsaufgaben zu bewältigen und nicht von oben herab ohne Austausch mit Beschäftigen. Zudem seien bei der „Generation Y“ nicht Geld und Macht Hauptantriebskräfte der Karriere, sondern Arbeit müsse auch sinnvoll erscheinen und Freude machen.

Gern würden gemeinnützige Projekte unterstützt. Weltverbesserungselan gehöre oft mit dazu, aber auch genügend Freizeit oder sogar Auszeiten in Form von Sabatticals spielten eine große Rolle.

Sie traue ihren Mitarbeiten jedenfalls viel zu und habe ihnen Verantwortung übertragen, berichtete die 30-Jährige. Ohne das wäre ihre politische Laufbahn gar nicht möglich gewesen. Dennoch bleibe sie bei Problemen stets erreichbar.

Erst durch teils sogar beim Bundespräsidenten angesiedelte Arbeitskreise des BJU etwa über Generationengerechtigkeit sei sie zur Politik gekommen. Vorher habe sie nicht mal Zeitung gelesen.

Auch deshalb gehört es jetzt zu ihrer Strategie, Menschen anzusprechen, die mit Politik zuvor nichts anfangen konnten. Das erfordere eben ungewohnte Methoden. So habe sie im Wahlkampf schon mal zu einer Veranstaltung in die Ostkurven-VIP-Lounge des Weserstadions gebeten – inklusive kleiner Show mit Lichteffekten. 400 Besucher seien gekommen, die man sonst nie auf Parteiveranstaltungen gesehen hätte.

Auch die bekannten Hochglanzfotos in Illustrierten mit FDP-Spitzenkandidatinnen – „Drei Engel für Lindner“ – hätten ihren Zweck erfüllt: „Darüber mussten die Medien dann einfach berichten“.

Politisches Hauptthema sei für sie nicht gerade die Frage, ob Cannabisrauchen legalisiert wird, betonte sie im Übrigen. Bessere Förderung von Firmengründungen und Flüchtlinge integrieren nannte sie als wichtige bundesweite Ziele. Lencke Steiner gehört auch zum FDP-Bundesvorstand.

In Bremen müsse erreicht werden, dass Schüler nach dem Schulabschluss wieder „ausbildungsfähig“ seien. Im Wirtschaftssektor sei das drohende Abwandern mittelständischer oder auch größerer Unternehmen unbedingt zu verhindern, und natürlich gelte es, den Haushalt „langfristig nach und nach zu sanieren“.

Viel Applaus gab es nach dem Ende des durch Nachfragen aufgelockerten Vortrags, und Hünenburg-Vereinsvorsitzender Günter Treichel hatte den Blumenstrauß als Dank für die Bremer Besucherin natürlich nicht vergessen.

la

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