Grundsätzliche Bedenken abgeschmettert

Amazon-Straßenpläne über die erste Hürde gebracht

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Mehr als 150 Achimer verfolgten aufgebracht, aber sachlich die Amazon-Debatte und beteiligten sich an ihr. 

Achim - Nach vier Stunden hat am Dienstagabend der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr dem Bebauungsplanentwurf „Verkehrsentwicklung Achim-Ost“ zugestimmt, der neue Autobahn- ab- und -zufahrten zum potenziellen Amazon-Ansiedlungsgelände im Ueser Feld sowie bessere Zu- und Abfahrten von der Landestraße 156 dorthin vorsieht.

Nur Wolfgang Heckel (WGA) stimmte dagegen, der die Abstimmung vertagt haben wollte, da die dicke Beratungsvorlage mit vielen Anregungen und Bedenken von Gemeinden, Behörden und Bürgern erst vor zehn Tagen eingegangen sei. Volker Wrede (CDU) enthielt sich bei dem neuen Plan für die Amazon-Straßen. 

Achims Verkehrsplaner Stefan Schuster hatte dargelegt, dass dann in Achim-Ost der Verkehr viel besser fließe, und Erster Stadtrat Bernd Kettenburg, zugleich einer von zwei Geschäftsführern der gemeinsamen Ansiedlungsgesellschaft mit der Kreissparkasse, EVG, hatte ausgeschlossen, dass die Stadt für die Straßen bezahlt. Land und Kreis hatten aber in ihren Stellungnahmen auch schon ausgeschlossen, dafür zahlen zu wollen. So werden die Ausgaben wohl verrechnet mit der Summe, die Amazon für das Grundstück im Ueser Feld bezahlen müsste.

Debatte um überlastete Ueser Kreuzung

Die Debatte im Ratssaal wurde von mehr als 150 Bürgern, die sich in mehreren Einwohnerfragestunden einbrachten, verfolgt. Dabei ging es nicht nur unspektakulär um unumstrittene Straßen, sondern natürlich auch um ihr Ziel, die Firma Amazon, und um die Verkehrsauswirkungen auf benachbarte Bereiche und die schon überlastete Ueser Kreuzung.

Nach zehn Jahren leidiger Diskussion über die Kreuzung könne erst durch die Amazon-Ansiedlung dort etwas geschehen, stellten die Befürworter fest.

Die Fraktionen schlossen sich einstimmig den Vorschlägen des Verkehrsplaners Heinz Mazur an, die Ampelanlage auf der Ueser Kreuzung besser zu schalten, die Haltespuren zu verlängern, Linksabbieger zügig fahren zu lassen und Rechtsabbiegespuren zu beseitigen. Der Verkehrsgutachter rechnet damit, dass „dieses Kleinvieh“ trotz des zusätzlichen Verkehrs durch Amazon und andere kleinere Gewerbetriebe die Situation an der Kreuzung verbessere. Allerdings wird die Spitzenverkehrsbelastung nachmittags schon um 14 Uhr beginnen.

Einwohnerversammlung am 27. Februar

Unfälle auf der A1 und die kommende Beseitigung des Weserübergangs in Intschede sind in dem „Worst-Case-Szenario“ nicht berücksichtigt. Noch ist das Geld für den Kreuzungsumbau nicht vorhanden, da es sich um Landesstraßen handelt.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld will sich um Gelder im Landeshaushalt bemühen, stellte aber fest; „Wir können nicht einfach Blumen in Nachbars Garten pflanzen.“ Ausbaupläne noch ohne Geld beruhigten aufgebrachte Achimer im Ratssaal nicht.

Sämtliche grundsätzlichen Bedenken der Bürger, die in der ersten öffentlichen Auslegung bis zum 27. Dezember vorgebracht worden waren, wurden dann schnell abgeschmettert. Der Straßen-Bebauungsplan liegt dann vom 26 Februar bis zum 27. März noch einmal aus. Dann sind noch einmal Anregungen und Bedenken der Öffentlichkeit dazu gefragt.

Am 27. Februar soll eine große Einwohnerversammlung zu Amazon stattfinden mit Vertretern des Online-Giganten und den verantwortlichen Verkehrsplanern, wahrscheinlich um 18 Uhr in der Aula des Cato-Gymnasiums.  

mb

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