Angemerkt: Amazon und Achim

Kein böses Erwachen mit Uesen 21

Amazon und Achim scheinen es noch ernst zu meinen mit einer Ansiedlung eines Logistikwerks des Onlinehändlers auf dem 15 Hektar großen Gewerbegebiet Uesener Feld in Achim-Ost.

2500 Arbeitsplätze und mehr sowie ein großes zusätzliches Aufkommen an Lastern und Personenwagen soll es ja bringen. Jedenfalls hat am Donnerstag dieser Woche eine starke Vertretung der Achimer Stadtverwaltung und des Achimer Stadtrats das noch relativ junge Amazon-Werk in Winsen/Luhe besichtigt. Das Achimer Kreisblatt, das in letzter Minute inoffiziell von der Tour erfahren hatte, wäre gerne mitgefahren, aber das lehnte die Amazon-Pressestelle in München „so kurzfristig“ ab. Sie vertröstete uns auf einen späteren Medientermin.

Dass Amazon seine Bemühungen um eine Ansiedlung nicht an die große Glocke hängt und die oft kritischen Medien nicht hofiert, war und ist zu erwarten. Dass aber das Achimer Rathaus - Bürgermeister, Erster Stadtrat und Ratsmitglieder - aus dem Riesenprojekt für Achim eine geheime Kommandosache machen, ist ein Skandal.

Außer einem Bebauungsplanverfahren für zwei neue Amazon-Zufahrten in Achim-Ost mit einer Verkehrsanalyse, die schon am Ortsschild und an der Desma endet, noch nicht einmal bis zur Ueser Landestraßenkreuzung geht, und einer kurzen Eingabefrist für Bürger bis nach Weihnachten ist noch nicht viel an Information und Bürgerbeteiligung geschehen.

Die Stadtvertreter können sich zwar formal damit herausreden, dass für die Ansiedlung ja die EVG Achim GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und Kreissparkasse zur Vermarktung und Entwicklung von Grundstücken, zuständig sei und dass Ansiedlungen im Vorfeld nie öffentlich betrieben würden, aber es geht doch um eine existenzielle Frage für ganz Achim, die öffentliche Information und Diskussion gebietet.

Deshalb möchten wir im Namen der Einwohner Achims zum Beispiel wissen:

  • Wie qualifiziert sind die versprochenen Arbeitsplätze? Woher kommen die Arbeitnehmer? Werden diese Tätigkeiten nicht schon bald von Robotern ausgeführt?
  • Wird Amazon jährlich Millionenbeträge an Steuern in die Stadtkasse einzahlen?
  • Wie soll die Weserstadt auf den schon oft überlasteten Straßen vor dem totalen Verkehrsstillstand bewahrt werden?
  • Gibt es für die Stadt beziehungsweise die Kreissparkasse einen finanziellen Zwang oder Druck, das Gewerbegelände möglichst bald zu verkaufen?

Wir könnten die Parteien auch ganz allgemein fragen, wie sich das mit dem Schutz des Einzelhandels verträgt. Wir könnten die SPD fragen, wieso sie einem Unternehmen so kritiklos gegenübersteht, dem Ausbeutung und Überwachung vorgeworfen wird, und die Grünen, warum sie so still sind, wo sie doch sonst aufbegehren, wenn 100 Quadratmeter Grünfläche versiegelt und neue Fahrzeugverkehre hervorgerufen werden. All das sind nur einige Fragen, die öffentlich behandelt gehören, um die sich die städtischen Geheimniskrämer nicht einfach drücken dürfen.

Ein böses Erwachen mit einem „Uesen 21“ wollen wir schließlich nicht erleben.

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