44-jähriger Michael Heckel tritt für WGA an

„Alte Zöpfe einfach mal abschneiden“

Michael Heckel (WGA).

Achim - Von Berufs wegen hoch hinaus geht Michael Heckel als Projektleiter für einen Mobilfunkanbieter. Von der Kundenaquise und -betreuung bis hin zum Bau von neuen Funkantennen ist er für das ganze Programm der Telekommunkation zuständig. Im Achimer Gemeinderat möchte er lieber am Boden bleiben: Er kandidiert bei der Kommunalwahl für die Wählergemeinschaft Achim (WGA) und will dort das Team, zu dem auch sein Vater Wolfgang Heckel gehört, „unterstützen und ergänzen“.

Der in Baden geborene und aufgewachsene Michael Heckel sieht sich durch und durch als Achimer und möchte mit der Politik für die Stadt etwas bewegen, deren Entwicklung er über viele Jahre mitbekommen hat. Seine Devise: „Nicht alles tot reden, sondern einfach mal machen.“ Die verfolgt er auch in seiner Freizeit: Der 44-Jährige betreibt Paragliding und engagiert sich im Wanderfalken-Schutz-Verein sowie zwei Modellsportvereinen. In seiner Nebentätigkeit als Journalist für den Bereich Motorsport verbindet er Hobby und technisches Know-How.

Seine Entscheidung, Anfang 2016 in die WGA einzutreten, sei unabhängig vom Vater gefallen. Positiv findet er an der Gruppe, dass man in keine Richtung gedrängt werde, da nicht schon eine Linie von bundespolitischer Ebene vorgegeben werde. „Die WGA ist von Achimern für Achimer. Jeder, der Ideen hat, kann mitmachen.“

Rückblickend habe sich die WGA in der Achimer Politik zwar nicht federführend bei Projekten hervorgetan, aber „Impulse gegeben, um nochmal über Sachen nachzudenken.“ Mit den Jahren habe die Wählergemeinschaft, die gegründet wurde, um den Bau des modernen Rathauses zu verhindern und „den schönen alten Marktplatz zu retten“, Langlebigkeit bewiesen.

Beim Thema Innenstadt findet Heckel man müsse „alte Zöpfe einfach mal abschneiden“, statt krampfhaft etwas wiederbeleben zu wollen, das schon im Sterben begriffen sei. „Die Strukturen der Gesellschaft haben sich verändert, die Kundenströme bewegen sich nun mal Richtung Weserpark und Dodenhof“, sagt Heckel. Eine mögliche Vision: Achim könnte eine Outlet-Stadt werden, mit Einkaufshallen, in denen Markensachen günstig angeboten werden. Statt an alten Projekten festzuhalten, könne man ruhig gute Ideen übernehmen und sich fragen: „Wie kriegen wir das im Achimer Style hin?“

Wenn der Hobby-Gleitschirmflieger über der Stadt kreist, sieht er sie von oben „bunt und grün, noch nicht gänzlich von Industrieflächen umrahmt“.

Kritisch betrachtet Heckel die Bestrebungen großer Konzerne auch in Achim, Richtung Bollen, Gasbohrungen mit Fracking vorzunehmen. „Da will ich ein P vor setzen, wegen der langfristig negativen Folgen für Natur, Mensch und Eigentum.“

Als Schulform befürwortet der Ziehvater eines zehnjährigen Kindes die IGS, die seiner Ansicht nach „gezielter auf Kinder und ihren Wachstumsstand eingehen kann“. Die Integrierte Gesamtschule fördere Leistung, ganz wie die bestehenden Schulformen, jedoch sei dies nach Fächern sinnvoll aufgeteilt. Er sieht sie daher als „Ergänzung und Bereicherung für die Schullandschaft“. 

ldu

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