Gegen riskante Sanierung entschieden

Der alte Fünf-Meter-Sprungturm ist ,,gefällt“

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Der Turm ist „erlegt“, und nebenan laufen rund ums leere große Becken andere Arbeiten zur kompletten Neugestaltung des Achimer Freibads.

Achim - Rund 55 Jahre alt ist er geworden – der markante Sprungturm im Achimer Freibad. Jetzt fiel er kurzerhand dem Abrissbagger zum Opfer. Eigentlich sollte dieser Turm bei der großen Freibad-Umgestaltung – für derzeit geschätzte 4,5 Millionen Euro – erhalten werden.

Weil jedoch der gemauerte Becken-Umlaufrand um einen knappen halben Meter höher als vorher angelegt wird, hätte die Sprungkonstruktion mit ausgebaut und höher aufgestellt werden müssen. Nähere Untersuchungen brachten laut Steffen Zorn, Leiter des Bauressorts in der Verwaltung, zudem unangenehme Überraschungen. Schäden im Beton, am Geländer und an der Treppe sowie durchgerostete Stahlteile wurden entdeckt. Die Sanierung des Turms erschien da zu riskant und hätte vermutlich weitere erhebliche Zusatzkosten gebracht, fasste Zorn beim Abriss-Ortstermin zusammen.

Ein neuer, auf fünf Meter ausbaubar gestalteter Drei-Meter-Turm soll den jetzt „gefällten“ ersetzen. Aus Spargründen künftig ganz auf einen Sprungturm im Freibad zu verzichten, sei auch im Stadtrat abgelehnt worden, ergänzte Bürgermeister Rainer Ditzfeld.

Ebenso wie Zorn klagte er über unaufhörlich und rapide steigende Kosten aufgrund der Hochkonjunktur im Baugewerbe. Alle Aufträge zum Freibad seien zwar inzwischen vergeben, teilte Zorn mit. Es komme aber vor, dass auch bei bestehenden Abmachungen noch kostenmäßig draufgesattelt werde.

Wie ein Raubtier frisst sich der Bagger ins Bein des rund 55 Jahre alten Sprungturms.

Von 30 bis 40 Prozent Steigerungen auch in anderen Bereichen – etwa bei Kita-Projekten– sprach Ditzfeld.

Die gesamte, ursprünglich auf 4,1 Millionen Euro veranschlagte Freibad-Erneuerung wurde ohnehin in zwei Bauabschnitte geteilt, da das gesamte Projekt nicht aus einem einzigen Jahreshaushalt der Stadt zu finanzieren gewesen wäre, erläuterte Zorn.

Unverändert bleiben am Ende im Wesentlichen das Gebäude für die Freibad-Technik und das Aufsichtshäuschen mit der Uhr am Beckenrand. Ein weiterer Technik-Bau zum Betrieb des Spraygrounds mit seinen Wasserspielereien und für das Planschbecken wird geschaffen.

Bereits Ende des Monats geht es ans Verkleiden des großen Schwimmbeckens mit lang haltbarem Edelstahl. Die Bahnen werden von 50 auf 25 Meter Länge halbiert und die übrig gebliebene Beckenhälfte wird mit Sand verfüllt.

Mehr Fläche für die Liegewiese

Diese Fläche stünde später zusätzliche als Liegewiese zur Verfügung, und die kleine Tribüne auf der einen Seite des Beckens soll wieder hergerichtet werden. In dem vergrößerten Grünbereich seien dann auch Konzerte und andere Veranstaltungen denkbar, führte Zorn aus. An eine „Breitrutsche“ im Nichtschwimmerbecken mit Platz für die ganze Familie ist ebenfalls schon gedacht.

Im zweiten Bauabschnitt wird der gesamte Umkleide- und Duschtrakt neu im Freibad-Eingangsbereich geschaffen und der alte Trakt hinter dem großen Becken danach abgerissen. Ditzfeld könnte sich vorstellen, beim Nutzen der neuen Umkleiden und Duschen mit dem TSV Achim von nebenan zusammenzuarbeiten und im Gegenzug die kulinarische Versorgung über den Gastronomen im TSV-Heim zu organisieren.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. 2018 bleibt das Freibad wegen der Arbeiten komplett geschlossen. Der Bürgermeister hofft auf Wiedereröffnung im Monat Mai 2019 und ist überzeugt, dass die Achimer vom neuen Freibad begeistert sein werden.

la

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