Früherer Optiker Roland Föhlisch nun namhafter Ostertor-Künstler / Ab 3. April Werke im Rathaus

Alt-Achimer kehrt voller Farbkraft zurück

Roland Föhlisch möchte in seinen Werken „Farbe zum Wirken bringen“ und den Betrachter je nach Motiv mal aufwühlen oder auch beruhigen. - Foto: Bendul

Achim. Ein bisschen Künstler war Roland Föhlisch auch schon in seinem alten Leben als Experte für Gläser und Brillenfassungen. Heute hat er sich mit Haut und Haaren der Kunst verschrieben. Farbe ist sein Metier -– seine heimliche Leidenschaft war sie wohl schon immer.

Seit 2010 ist er Maler, hat seinen Lebensmittelpunkt nach Bremen verlegt und dort längst ein eigenes Atelier. Demnächst kommt er mit einer Ausstellung zurück nach Achim. Im Rathaus wird er vom 3. bis 29. April mit meist großformatigen, mal farbintensiven, mal dezent ausdrucksstarken Arbeiten „Farbe bekennen“. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Kunsthistoriker Dr. Frank Laukötter, ehemaliger Direktor der Museen der Böttcherstraße in Bremen.

Eigentlich war Roland Föhlischs erste echte Einzelausstellung erst für 2017 geplant, doch der Zufall spielte mit. In die kurzfristig frei gewordene Ausstellungszeit sprang er spontan ein.

„Achim ist für mich eine echte Herausforderung“, gesteht der 53-Jährige. Bange ist ihm nicht, seine Arbeiten hiesigen Kunstinteressierten zu präsentieren. Da kann er mittlerweile aus dem Vollen schöpfen. Das hat er in einigen Gruppenausstellungen schon unter Beweis gestellt.

Eine Intention haben alle seine Bilder - ganz gleich, ob sie „Verwunschenes Grün“, „Belebendes Blau“ oder „Flirrendes Orange“ betitelt sind. Sie sollen den Betrachter berühren, ihn nachdenklich machen, aufwühlen oder meditativ beruhigend wirken. „Ich möchte Farbe zum Wirken bringen, sie mit Wahrheit und Ästhetik malen“, sagt Roland Föhlisch.

Farbe, Flächen und ihre Energie sind zu seiner Leidenschaft geworden. Er hört nicht auf, sich über ihre Wechselwirkung Gedanken zu machen. Sein Malmittel ist Eitempera, eine alte Technik, bei der Leinöl, Ei, Wasser und Farbpigmente vermischt werden. Dieses Malmittel entwickelt auf der Leinwand eine hohe Leuchtkraft.

Den „Kick“, seine Zukunft in der Malerei zu suchen, hatte der Alt-Achimer 2008 bei Besuchen einer Ausstellung des amerikanischen Künstlers Mark Rothko in Hamburg. Die Wirkung der „schwebenden“ großen Farbflächen war so stark, dass Fœhlisch sich sagte: „Ich möchte auch Farbe mit so einer Kraft malen“– nur eben auf eigenen Wegen. Er will da weitermachen, wo Mark Rothko, Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner und andere aufgehört haben.

2010, nach dem Verkauf seines Optiker-Geschäfts, fand er seine künstlerische Heimat im eigenen Atelier im Bremer Ostertor. Dort hat sich Föhlisch mittlerweile einen Namen gemacht. Nicht von ungefähr besuchen beim alljährlichen Ereignis „KunstWerk im Viertel“ schon mal 1000 Interessierte sein Farblabor an der Weberstraße.

Aus dem Kunstbegeisterten wurde der Künstler - für den Stillstand Rückschritt ist. Aus- und Fortbildungen sollen seinen Weg festigen. So hat Föhlisch inzwischen ein Studium an der Bremer Kunstakademie bei Michael Kohr und Margareta Küwen fast abgeschlossen.

Als gutes Omen für seine Zukunft sieht der Ex-Achimer den Malerkollegen Nicholas Bodde – seinen Vorgänger im Atelier an der Weberstraße. 1996 hatte der die erste Ausstellung in Achimer Rathaus. Heute ist Bodde mit seinen Acrylarbeiten auf Aluminium ein international anerkannter und bei Galeristen gefragter Maler. bwi

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