„Alles hat seine Zeit“

Ingrid Hashagen schließt ihr Tee-Haus am Alten Markt Ende Juni

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Ein vertrautes Bild, das es bald nicht mehr gibt: Ingrid Hashagen hinter der Ladentheke ihres Tee-Hauses.

Achim - Von Sandra Bischoff. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber alles hat seine Zeit“, sagt Ingrid Hashagen. Zum 30. Juni schließt die 63-Jährige ihr Tee-Haus am Alten Markt. Der ausschlaggebende Punkt sei für sie gewesen, dass sie ab dem 1. Juli Rente beziehen kann. Zudem spüre sie den Onlinehandel und den damit verbundenen Kundenrückgang deutlich. „Aber das hat nicht unbedingt etwas mit Achim zu tun, darunter leiden ja auch größere Städte. Die allgemeine Lage im Einzelhandel ist nicht positiv.“

Nichtsdestotrotz gebe es viele Stammkunden, die ihr über Jahre die Treue gehalten haben. Für die tut es ihr leid, dass das Tee-Haus bald Geschichte ist. „Man hat ja im Laufe der Jahre Freundschaften geschlossen. Der Laden ist auch ein Treffpunkt, denn viele ältere Kunden kommen manchmal einfach nur, um zu schnacken.“

1986 eröffnete die damalige Inhaberin Karin Bärbel Hommel das Tee-Haus. Ingrid Hashagen war von Anfang an als Angestellte dabei. Vor 14 Jahren übernahm sie das Geschäft und steht seitdem mit einer Teilzeitmitarbeiterin hinter der Ladentheke.

Nun blickt sie ihrem Ruhestand gespannt entgegen. „Ich will die Zeit nutzen, so lange es mir noch gut geht“, sagt die Achimerin. Am meisten freue sie sich darauf, spontan zu sein und mit ihrem Mann Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte auch mal unter der Woche zu besuchen. „Das konnte ich in den vergangenen Jahren nicht, ich war durch das Geschäft gebunden.“ Und sie freue sich darauf, an Werktagen auch mal ausschlafen zu könne. „Es ist ein schönes Gefühl, den Wecker nicht stellen zu müssen.“

Nicht nur der Kundenrückgang, sondern auch die geänderten Vorgaben der Zuliefererfirmen waren ein Aspekt, der Hashagen dazu bewogen hat, sich zu verabschieden. Denn einige der langjährigen Lieferanten würden mittlerweile nur noch größere Mengen Ware an die Einzelhändler abgeben.

„Das macht es uns kleineren Firmen nicht gerade leichter“, sagt Hashagen. Vor allem, weil es ihr ein Anliegen war, auf Massenware zu verzichten. „Ich habe mich immer um besondere Einzelteile bemüht und mich geweigert, große Mengen einer Sorte zu bestellen“, sagt die Geschäftsfrau.

Das Angebot des kleinen Ladens, das anfangs nur Tee und Zubehör sowie Dekoartikel umfasste, hat Hashagen vor einigen Jahren um Kaffee der Bremer Rösterei Münchhausen erweitert. „Ich wollte das erst nicht, aber die Kunden fragten immer wieder danach“, erinnert sich die 63-Jährige.

Mit dem Abverkauf des Sortiments hat die Inhaberin bereits begonnen. Trotzdem können Kunden laut Hashagen noch Bestellungen aufgeben, um sich mit Tee zu bevorraten.

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