Außenluft kühlt die OP-Säle

Aller-Weser-Klinik Achim erhält erneut Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“

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Freuen sich über das Gütesiegel (v.l.): Aller-Weser-Klinik Geschäftsführerin Marianne Baehr, Christoph Adam (Siemens), Reiner Schmidt (technischer Leiter der Klinik), Udo Paepke (BUND-Kreisverband Verden) und Annegret Dickhoff (BUND). 

Achim - Von Sandra Bischoff. Die Aller-Weser-Klinik Achim erhält nach fünf Jahren zum zweiten Mal das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Gestern Vormittag überreichte Annegret Dickhoff, Projektleiterin Klimaschutz im Krankenhaus beim BUND, die Urkunde an Klinik-Geschäftsführerin Marianne Baehr und den technischen Leiter Reiner Schmidt.

„Der Klinik gelang eine erneute Einsparung von 64 Tonnen CO2 seit 2011“, sagte Dickhoff. Auch der Stromverbrauch der Klinik reduzierte sich um fast ein Fünftel. Zum Vergleich: Ein Mensch verursacht pro Jahr etwa zehn Tonnen CO2.

Bundesweit gibt es laut Dickhoff rund 1 900 Krankenhäuser und etwa 1 200 Reha-Kliniken. Nur 46 davon tragen ihr zufolge das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“. „Die Anforderungen dafür sind sehr hoch“, sagt sie. So müssten die Häuser in einem ersten Schritt innerhalb von fünf Jahren 25 Prozent ihres CO2 -Ausstoßes reduzieren.

Der BUND hatte die Aller-Weser-Klinik Achim bereits 2012 mit dem Siegel ausgezeichnet. Zahlreiche Umbau- und Modernisierungsarbeiten standen laut Geschäftsführerin Marianne Baehr seit 2007 auf dem Programm, um das in die Jahre gekommene Krankenhausdach und die Haustechnik wie Heizung, Warmwasserversorgung und Lüftung zu sanieren.

Per Vertrag, eine sogenannte Energiespar-Partnerschaft, mit der Siemens-Division Building Technologies senkte das Krankenhaus in einem ersten Schritt klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen um jährlich mehr als 50 Prozent und sparte bis 2012 Energiekosten von fast 270 000 Euro ein.

Das Siegel des BUND ist laut Dickhoff jedoch als Verpflichtung für eine nachhaltige und langfristige Klimafreundlichkeit gedacht. Es gilt lediglich für fünf Jahre und muss danach neu beantragt werden. Das hat die Klinik getan. Der BUND hat demnach die Verbrauchswerte für Wärme und Strom erneut auf Einhaltung seiner Kriterien überprüft. Im Ergebnis zeigt sich: Das Krankenhaus verringerte seinen Energieverbrauch seit der Erstauszeichnung 2012 noch einmal um insgesamt 5,7 Prozent, sagen Baehr und Dickhoff.

„Wir haben beispielsweise ein zweites Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen und bei den Umbauten in den vergangenen Jahren überwiegend energiesparende Leuchtmittel verwendet“, erklärt der technische Leiter Reiner Schmidt. Der Verbrauch werde regelmäßig überprüft. So gelinge ein klimafreundlicher Betrieb. Nach und nach soll das gesamte Gebäude mit LED ausgestattet werden.

Zudem hat das Krankenhaus ein Rückkühlwerk mit Freikühlung installiert. Dadurch ist es laut Schmidt möglich, im Winter mit der Kälte von draußen die OPs zu kühlen.

Mit einer geplanten speziellen Wetterstation auf dem Dach soll es zukünftig außerdem möglich sein, schon im Vorfeld auf angekündigte Temperaturänderungen reagieren zu können.

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