Wirtschaftsausschuss befürwortet 250 Meter hohe Anlage im „neuen“ Windpark Borstel

Alle für Riesen, der viel sauberen Strom liefert

Ein Windräder-Trio bestimmt heute das Bild hinter dem Gewerbegebiet Achim-Ost.
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Ein Windräder-Trio bestimmt heute das Bild hinter dem Gewerbegebiet Achim-Ost.

Achim – Der Windpark Borstel soll künftig nur noch aus höchstens zwei statt der bisher drei Anlagen bestehen, wobei ein „Riese“ mit seinen ausladenden Rotoren 250 Meter in den Himmel ragen wird und als Single deutlich mehr Strom produzieren kann als das jetzige Trio. Einstimmig befürwortete der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am Dienstagabend das Vorhaben von Investor Dr.

Alexander Jäger-Bloh.

Das östlichste der drei 150 Meter hohen Windräder nördlich des Gewerbegebiets Achim-Ost solle in der bestehenden Form weiterbetrieben werden, erläuterte Stadtplaner Heiner Heitzhausen. „Die kleine Anlage wird aber wohl nur noch wenige Jahre laufen“, merkte Jäger-Bloh, Geschäftsführer der Dean-Gruppe in Neustadt am Rübenberge, an. Nur, wenn dort keine Reparaturen notwendig sind, sei sie nach dem neuen Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) noch rentabel.

Die übrigen alten Windkraftanlagen werden abgerissen. Der westliche Turm mit Propeller müsse verschwinden, weil dieser außerhalb des vom Landkreis Verden im Regionalen Raumordnungsprogramm ausgewiesenen Vorranggebiets für Windkraft liege, erklärte Heitzhausen. „Alle Bestandteile der alten Anlagen werden beseitigt, einschließlich der Betonsockel“, versicherte Jäger-Bloh. Die Acker- oder Weideflächen würden komplett wiederhergestellt. Auf Nachfrage von Christine Vornholt (Grüne), ob denn auch die tief in der Erde liegenden Pfeiler entfernt würden, räumte der Unternehmer ein, dass von den 15 Meter in den Boden ragenden Fundamenten lediglich die oberen zwei, drei Meter herausgeholt und entsorgt werden.

Der geplante neue Rotorriese, der ein Stück westlich der jetzt am nördlichsten stehenden Anlage errichtet werden soll, werde bei 165 Metern Nabenhöhe sicherlich einen beträchtlichen Schattenwurf verursachen, mutmaßte Vornholt. „Was kommt da auf Anwohner zu?“ Der Betrieb werde in der Regel angehalten, wenn Schatten auf Wohnhäuser fielen, antwortete Jäger-Bloh. Der Gesetzgeber erlaube nur wenige Stunden Schattenschlag pro Jahr.

Peter Bartram (Grüne) fragte nach der Lärmbelastung durch den 250-Meter-Single. 40 bis 45 Dezibel A seien je nach Standort erlaubt, sagte Jäger-Bloh und fügte hinzu: „Im Zuge der Baumaßnahme streben wir ein umfassendes immissionsrechtliches Verfahren an.“

Das überarbeitete EEG sehe vor, dass Kommunen an den Erträgen von Windkraftanlagen beteiligt werden können, warf Herfried Meyer (SPD) ein. Deren Betreiber könnten freiwillig 0,2 Prozent der erzeugten Energie als Geldleistung an die öffentliche Hand geben, erklärte Jäger-Bloh. Nach dem Repowering des Windparks Borstel wären das bei 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr 40 000 Euro. Derlei Fragen ließen sich in einem Vertrag regeln.

Sabrina Kernhoff, Sprecherin der Nabu-Gruppe Achim, wollte wissen, ob denn die deutlich höhere Anlage nicht Zugvögeln den Garaus machen könnte. Ein avifaunistisches Gutachten habe kein derartiges Konfliktpotenzial ergeben, berichtete der Projektentwickler. „Um in dem Gebiet lebenden Fledermäusen aber nicht ins Gehege zu kommen, wird die Anlage nachts zumindest stundenweise abgeschaltet.“  mm

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