Integrationslauf wird immer mehr zum Großereignis in Achim

500 Aktive mit und ohne Handicap wetteifern

Die „Cheertastics“ verbreiteten bei der Veranstaltung im Gewerbepark Uesen tänzerisch gute Laune.

Achim - Zum vierten „I-Run-Achim“ im Gewerbegebiet Uesen erschienen gestern alle sportlich. Sogar Werner Momsen, plappermäuliges Anhängsel des Puppenspielers Detlef Wutschik. Momsen hatte sich für sportlich Bewährtes aus dem Kleiderschrank entschieden – Grundton braun-beige – und für Rennschuhe in Neonfarben.

Damit moderierte er den Inklusionslauf für Menschen mit und ohne Handicap, der gemeinsam von der Waldheim-Beratungs- und Begegnungsstätte (Wabe), dem TSV Achim, TV Baden, TSV Uesen und dem Tri-Team Schwarme organisiert worden war, stundenlang in rekordverdächtigem Tempo und entpuppte sich dabei als Motivations-Künstler.

Den Startschuss für das erste Rennen gab Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Der Lauf führte über fünf Kilometer. Mit dabei: Sabrina Steinmeyer mit ihrem Hund „Bonus“. Steinmeyer stammt aus Bremen und gehört zum deutschen Canicross-Team, das im Oktober bei der Europameisterschaft in Tschechien antritt. Im Vorjahr hatte die Mannschaft in Schottland den fünften Platz belegt. Beim Canicroos ist der Hund angeleinter Sportpartner. Während Frauchen oder Herrchen laufend oder auf dem Mountainbike um Sieg und Platz kämpfen, zieht das Tier vorneweg. Sabrina Steinmeyer belegte mit „Bonus“ den ersten Platz: „Obwohl das Laufen nicht meine Stärke ist.“ Dem Hund war es egal. Er gab das Tempo vor und schien nach dem Lauf nicht mal gefordert. „In der Spitze“, verriet Steinmeyer, „läuft Bonus bis zu 42 km/h.“

Die Bambini, Kinder im Grundschulalter, nahmen ihre Strecke, die über einen Kilometer führte, gewohnt temperamentvoll in Angriff. Kinder in diesem Alter haben offensichtlich ein unerschütterliches Vertrauen in die eigenen Kräfte. Bei einigen allerdings hielten diese nicht die gesamte Distanz. Dauersprinter haben es schwer auf der Mittelstrecke. Doch sogar für die Abgeschlagenen gab es Medaillen.

Das sportliche Programm komplettierten der Hauptlauf über zehn Kilometer sowie Staffelläufe, bei denen es nicht vorrangig um Geschwindigkeit ging, sondern vor allem um das Einschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Jene Staffeln, die ihrem Richtwert am dichtesten kamen, hatten gute Chancen auf eine vordere Platzierung.

„Insgesamt“, sagte Heiko Bergmann von der Wabe, der sich bei vielen Unterstützern bedankte, „hatten wir in diesem Jahr 500 Anmeldungen.“ Das war deutlich mehr als im Vorjahr – und ist den Organisatoren Ansporn, die „Veranstaltung mit Potenzial“ in den nächsten Jahren weiter auszubauen. Ganz gewiss dabei sein werden dann auch wieder die „Cheertastics“, die tänzerisch gute Laune verbreiteten. - häg

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