Aktive Hilfe nach der Flutkatastrophe

Achimer Elektriker unterstützen im Ahrtal

Helfen selbstverständlich: (von links) Frank Wolters, Volker Schmidt, Malte Weiß, Maximilian Baschta, Ralf Bruneske, Yannik Wolters sowie vier weitere Männer.
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Helfen selbstverständlich: (von links) Frank Wolters, Volker Schmidt, Malte Weiß, Maximilian Baschta, Ralf Bruneske, Yannik Wolters sowie vier weitere Männer.

Achim – Die Mehrheit der berufstätigen Menschen startet am Freitag ins Wochenende. Zehn Männer von Elektro-Wolters legen an diesem Freitag hingegen noch einige Schippen Arbeitskraft drauf. Sie machen sich aus dem Gewerbepark Uesen auf zu einer Großbaustelle, von der sie bislang nicht ansatzweise wissen, was sie konkret vor Ort erwartet. Denn ihr Ziel ist Ahrweiler.

Der Landkreis, in dem die Flutkatastrophe Mitte Juli so viele Existenzen binnen Sekunden hinweg gespült hat.

Bestimmt 1 000 Meter Kabel, Messgeräte, Sicherungen, Leitungen und Papiertücher zum Reinigen der Leitungen: Das alles ist an Bord, wenn sich im Morgengrauen fünf Bullis des Betriebs aus dem Gewerbepark Uesen auf die Reise in Richtung Ahrtal machen. Auf der Packliste stehen neben Notstromaggregaten und Heißluftföhnen auch 1000-Volt-Handschuhe, „weil ja auch Strom in den Wänden sein könnte“, erklärt Geschäftsführer Frank Wolters. Die Wassermassen haben das Mauerwerk eingeweicht, so könnte es Strom leiten.

Wie der 54-Jährige darauf gekommen ist, sich nicht nur mit einer Geldspende für die Flutopfer zu begnügen? „Ich fand einfach die Aktion gut, weil man da wirklich mal aktiv helfen kann“, erzählt Wolters. Die Stadtwerke im Ahrtal hätten über die Elektro-Innung Verden um Hilfe für die überfluteten Gebiete gebeten. Der Achimer Unternehmer fragte postwendend in seinem Team nach Freiwilligen – allerdings nicht bei den Auszubildenden, die noch minderjährig sind. „Was einen im Ahrtal erwartet, ist ja auch nicht ganz klar“, so der Elektromeister. „Man nimmt das ja mit nach Hause.“

Die Resonanz der übrigen Mitarbeiter war gut: „Ich hatte nach einem Tag direkt zwölf Mann zusammen“, sagt Wolters – „egal ob jung oder alt: Alle kommen mit“. Zwei Mitarbeiter fallen kurzfristig aus, der Rest krempelt an der Seite von Wolters senior und seinem Sohn Yannik Wolters, der seit dem Frühjahr selbst Elektromeister ist, am Wochenende die Ärmel hoch. Dann werden die zehn Männer voraussichtlich Hausanschlüsse des rheinland-pfälzischen Energieversorgers reinigen und – wenn möglich – wieder in Betrieb nehmen, die Zählerschränke in den von Wasser, Schlamm und Treibgut gezeichneten Häusern ebenso. Anschließend verlegen die Fachleute Kabel in den ersten Stock des jeweiligen Gebäudes. „Denn da oben sind die Kabel ja meist noch in Ordnung“, erklärt Frank Wolters. Dann werde zumindest dieser Teil für die Menschen vor Ort wieder bewohnbar – nicht nur provisorisch. So werden sich die Zweierteams von Haus zu Haus vorarbeiten.

Am Sonntag geht es auf die rund fünfstündige Heimfahrt. Den Montag hält Geschäftsführer Wolters flexibel, hat ihn freigehalten von Zusatzterminen. „Weil ich nicht weiß, was uns erwartet und wie kaputt wir vielleicht sind“, sagt er. Doch egal wie erschöpft Wolters und sein Team sein werden: Werden die Achimer im Ahrtal weiter gebraucht, steht eine Wiederholung für den 54-Jährigen jetzt schon außer Frage.

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