Helferin prangert Unterkunft an

Ärger um Flüchtlingswohnung

Der Stein des Anstoßes.
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Der Stein des Anstoßes.

Achim/Verden – Birgit Cyriacks-Peters ist der Kragen geplatzt: Seit Jahren betreut die Achimerin ehrenamtlich Flüchtlinge, sehr viel habe sie dabei schon erlebt – jetzt sei es aber an der Zeit, den Finger in die Wunde zu legen. Die da wäre: „Die Flüchtlinge werden in Wohnungen gesteckt, die gar nicht gehen – und die man niemals einem Deutschen anbieten würde.“

Harter Tobak, für die Cyriacks-Peters vor allem ein konkretes Beispiel anführt: den Fall eines bisher in Achim untergebrachten Mannes, der sich weigerte, in die ihm zugewiesene Wohnung in Verden zu ziehen, weil diese zu dreckig sei, und der seither allerlei Repressalien habe durchleiden müssen. Was für Repressalien? „Das volle Programm“, sagt die Helferin, „er ist in Ungnade gefallen, und dass lassen sie ihn spüren durch Verkürzung von Fristen und ähnliches, auch in der Art des Umgangs.“ Ein Video vom Zustand dieser Wohnung, wie diese der Mann beim Besichtigen vorgefunden hat, liegt der Redaktion vor.

Ebenfalls empört ist Birgit Cyriacks-Peters darüber, dass ihre Beschwerden vom zuständigen Sachbearbeiter beim Landkreis Verden mit Sätzen wie „dann sollen sie sich eben selbst eine Wohnung suchen“ oder „ja, glauben Sie denn, dass die Luxuswohnungen bekommen?“ abgeschmettert worden seien. Der Sachbearbeiter wies gegenüber dieser Zeitung den Vorwurf der Ungleichbehandlung zurück, wollte sich zu diesen Vorwürfen aber weiter nicht äußern.

Immer wieder Thema: die Unterbringung von Flüchtlingen, hier ein Archivbild aus der Feldstraße in Achim.

Umso mehr tat dies sein Vorgesetzter, der Fachdienstleiter Soziales beim Landkreis, Karsten Bödeker: „Gegen diese Vorwürfe wehre ich mich entschieden – das, was dort beschrieben wird, ist nicht die Art, wie der Fachdienst Soziales mit diesen Dingen umgeht.“ Den Zustand der Wohnung könne er sich nicht erklären, sagte Bödeker weiter, kündigte aber an, dies noch einmal zu prüfen und sich auch mit der Helferin in Verbindung zu setzen: „Wir freuen uns ja über jeden, der uns unterstützt.“ Die Wohnungen würden regelmäßig inspiziert und aufbereitet.

Weiter sagt er: „Ich nehme diese Vorwürfe grundsätzlich sehr ernst, allerdings hätte ich mich gefreut, wenn sich die Dame direkt mit mir in Verbindung gesetzt hätte. Ich lade jeden herzlich ein, dies zu tun!“ Und weiter: „Grundsätzlich lege ich für jeden Mitarbeiter meine Hand ins Feuer. Es gibt aber eben auch Situationen, in denen man kommunikativ nicht zueinander kommt.“

Von Frank Schümann

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