ADFC-Urgestein Willi von der Höhe beklagt zunehmend rohe Sitten im Verkehr

Ärger über Raser und Falschparker in Achim

Einmündung Obernstraße  / Ecke Feldstraße.
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Gefährliche Ecke für Radfahrer: die Einmündung Obernstraße  / Ecke Feldstraße.

Achim – Willi von der Höhe fürchtet als Fußgänger in Achim um seine Sicherheit. Der 70-Jährige hat in jüngster Zeit festgestellt, dass sich ein Teil der Verkehrsteilnehmer nicht angemessen verhält, sondern egoistisch und aggressiv unterwegs ist. Das betrifft ihm zufolge Autofahrer, aber auch Radfahrer. Bei motorisierten Verkehrsteilnehmern ist ihm aufgefallen, dass sie nicht mehr blinken, wenn sie abbiegen oder die Fahrspur wechseln, dass sie einfach auf den Radweg- oder Fußweg ausweichen, um Hindernisse zu umfahren und dass vor allem zu schnell gefahren wird.

„In 30er-Zonen wird mit Tempo 80 gerast“, hat von der Höhe beobachtet. Das gelte für ganz Achim.

Ein Dorn im Auge ist ihm auch, dass Geh- und Radwege zugeparkt würden, sodass man auf die Straße ausweichen müsse, um an dem Hindernis vorbeizukommen; besonders für Menschen mit Behinderung, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs seien, sei dies ein großes Problem.

Doch auch so mancher Radler bekommt sein Fett weg: Willi von der Höhe, seines Zeichens prägende Figur und 25 Jahre im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Achim, bemängelt das Verhalten der nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer an Fußgängerüberwegen oder Kreiseln, wenn dort zum Beispiel nicht in vorgeschriebener Fahrtrichtung im Rechtsverkehr gefahren werde. Rad- und Pedelecfahrer nutzten zudem verbotenerweise Fußwege. Ebenso nicht erlaubt ist von der Höhe zufolge das Fahren auf dem Radweg in entgegengesetzter Fahrtrichtung. „Das ist nicht okay, da der Rechtsverkehr laut Straßenverkehrsordnung auch für die Radfahrer Gültigkeit hat“, so der Achimer. Ausnahme: Ein zusätzliches Schild lasse es zu.

Die Radfahrer seien aber selbst auch Gefahren ausgesetzt, etwa an Kreuzungen wie beispielweise der Obernstraße / Ecke Feldstraße, und zwar durch Abbiegeverkehr, wenn die Radler geradeaus führen.

Bei vielen Autofahrern sei nicht bekannt, dass Radler grundsätzlich auf der Straße fahren dürften, es sei denn sie würden durch die runden blauen Schilder mit Fahrrad auf den Radweg verwiesen.

Wenn Willi von der Höhe andere Verkehrsteilnehmer auf ihr Fehlverhalten anspreche, stelle er entsprechend fest, dass die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung oft nicht bekannt seien. Zudem spiegele sich die aus seiner Sicht zunehmende Aggressivität auch in den Reaktionen wider: „Halt die Klappe!“ – „Ich fahr dich um!“, wird der 70-Jährige dann oft angeherrscht, „garniert“ mit einem ausgestreckten Mittelfinger.

Helge Cassens, Sprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, kann die von Willi von der Höhe geäußerte Kritik in ihrer pauschalen Form nicht teilen. Gleichwohl will er die subjektiven Eindrücke und Erfahrungen des Achimers nicht verharmlosen. Es gebe sicherlich Verstöße, dass deutlich zu schnell zum Beispiel in 30er-Zonen gefahren werde, aber eine grundsätzliche Tendenz zu mehr Raserei könne er nicht sehen. „Das geben die Zahlen nicht her.“

Er selbst sei Radfahrer und werde zuweilen auch angehupt, wenn er auf der Straße fahre, teilt Cassens die Einschätzung von Willi von der Höhe. Der „Paradigmenwechsel“, dass Radler mehr Raum auf der Straße einnähmen, „wo sie grundsätzlich auch hingehören“, sei bei vielen Autofahrern noch nicht angekommen.

Einen Trend zu allgemeiner Verrohung im Straßenverkehr, wie in Studien woanders in Deutschland durchaus nachgewiesen, könne er aber für den Bereich der Inspektion Verden / Osterholz nicht belegen. Zwar gebe es teilweise wirklich mehr Verstöße zum Beispiel bei der Einhaltung von Abständen auf der Autobahn. Das liege aber daran, dass die Polizei nun technisch so ausgerüstet sei, diese Verstöße auch nachzuweisen. Ein zweiter Trend: Im Vergleich etwa zu den 1980er-Jahren müssten immer weniger Alkoholsünder aus dem Verkehr gezogen werden; dafür nähmen die Delikte zu, dass Verkehrsteilnehmer mit Drogen im Blut führen.

Die von Willi von der Höhe angesprochenen Wildparker sind Helge Cassens zufolge tagsüber Sache des Ordnungsamtes. Deren Mitarbeiter dürften ein Ticket für Falschparken vergeben oder gegebenenfalls auch das Abschleppen in die Wege leiten. Abends, nachts und am Wochenende sei die Polizei zuständig, immer aber auch, wenn auf Streifenfahrt etwas Auffälliges gesehen werde.

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