Angebliche Microsoft-Mitarbeiter wollen Computer-Nutzer schädigen / Verschiedene Maschen

Achtung PC-Betrüger!

Die angeblichen Mitarbeiter der Computerfirma Microsoft verlangen telefonisch, die Windowstaste der Tastatur zu drücken, um ein „Problem“ zu lösen.
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Die angeblichen Mitarbeiter der Computerfirma Microsoft verlangen telefonisch, die Windowstaste der Tastatur zu drücken, um ein „Problem“ zu lösen.

Achim / Landkreis – Internet- und Computer-Betrüger setzen bei ihren kriminellen Vorhaben auf eine breite Streuung. Wenn sie nur in einem von 100 Fällen Erfolg haben, können ihnen die 99 Fehlversuche zuvor ja egal sein.

Andre Wilken aus Achim-Bierden gehört – bezogen auf die skizzierte Quote – zu den 99 pfiffigen Menschen, die man nicht so leicht reinlegen kann. Als ihn dieser Tage gleich mehrfach angebliche Mitarbeiter der Firma Microsoft anriefen, hat er den Braten schnell gerochen. Zum Schein befolgte er die auf Englisch vorgetragenen Anweisungen zur Behebung eines angeblich vorliegenden PC-Problems, startete seinen Computer und drückte die Windowstaste seiner Tastatur. Doch dann gab er nicht genau die Buchstabenkombination ein wie vom Anrufer gewünscht, sondern tippte etwas anderes. Was den Betrüger zum raschen Auflegen veranlasste.

Einen Tag später erhielt Wilken wieder mehrere Anrufe mit den Anfangsziffern 00421 und wechselnden Nummern dahinter: Andre Wilken meldete sich diesmal mit „You are calling the police!“ Und schwupps war das Telefonat beendet.

Der Bierdener verständigte die Polizei und diese Zeitung, damit arglose Mitbürger nicht womöglich auf die Masche hereinfallen. Zudem nahm Wilken Kontakt zu Microsoft auf. Ein Mitarbeiter versicherte ihm, dass die Firma die Leute nicht anrufen würde.

Was aber ist das Ziel der Betrüger? Und welcher Maschen bedienen sie sich? Polizeisprecherin Sarah Humbach von der Inspektion Verden / Osterholz sagt, dass es ganz unterschiedliche und vielfältige Betrugsphänomene im Internet gebe. „Beispielsweise können Computer oder Smartphones von einer sogenannten Ransomware befallen werden. Diese Schadsoftware sperrt den Bildschirm des Geräts für die weitere Nutzung und gibt vor, zum Beispiel von der Polizei oder einer anderen Behörde zu sein. Es wird darüber hinaus versprochen, dass nach Zahlung eines Geldbetrages der Computer oder das Smartphone wieder entsperrt wird.“

Die Schadsoftware kann Humbach zufolge auf unterschiedliche Weise auf das betroffene Gerät gelangen, beispielsweise durch eine infizierte Internetseite, eine E-Mail oder einen Download.

„Sollte man selbst von dieser Ransomware betroffen sein, sollte der Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen und Anzeige erstattet werden.“

Eine andere Masche entspricht dem eingangs genannten Fall: Ein angeblicher Mitarbeiters eines Betriebssystems ruft den Bürger an. Sie geben dann beispielsweise an, dass der Computer des Angerufenen gehackt wurde. Zur Behebung des Problems sollen die Geschädigten eine Fernwartungssoftware installieren. Über diese Software können die Betrüger dann auf den Computer und die darauf gespeicherten Daten zugreifen. Dadurch kann Humbach zufolge unter Umständen auf Daten des Online-Bankings zugegriffen werden. Teilweise werden durch die Betrüger am Telefon auch Gebühren für die angebliche Service-Leistung verlangt.

Die Polizei weist darauf hin, dass die Mitarbeiter von Betriebssystemen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden aufnehmen. „Sollte man selbst so einen Anruf erhalten, sollte dieser beendet werden. Außerdem sollten am Telefon keine privaten Daten herausgegeben werden und niemals Zugriff auf die Geräte durch Installation einer Fernwartungssoftware oder anderer Software zugelassen werden“, warnt die Polizeisprecherin.

Aktuelle Beispiele aus der Polizeiinspektion Verden / Osterholz: Am 5. September erkannte ein Mann aus Verden einen falschen Mitarbeiter am Telefon und beendete das Gespräch. Ein Schaden entstand nicht.

Nur einen Tag später gewährte jedoch eine Frau aus dem Landkreis Osterholz einem falschen Mitarbeiter eines Betriebssystems Zugriff auf ihren Rechner. Der Betrüger konnte dadurch auf ihr Konto zugreifen und Geld abbuchen.

Bereits am 1. September kam es in Ottersberg zu einer weiteren Strafanzeige. Als ein Nutzer seinen Computer herunterfuhr, wurde auf dem Bildschirm die Information angezeigt, dass ein Virus das Betriebssystem stillgelegt habe. Zudem erschien auf dem Monitor eine Telefonnummer, die der Geschädigte anrufen sollte. Dieser Aufforderung kam er nach und ließ ebenfalls einen Fernzugriff zu. Einer Zahlungsaufforderung für die angebliche Service-Leistung ist der Ottersberger aber nicht nachgekommen.

Weitere Informationen zu den Betrugsarten

www.polizei-praevention.de/themen-und-tipps/pc-gesperrt-ransomware.html

sowie

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/falsche-microsoft-mitarbeiter/

Von Philipp Köster

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