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Höhere Kosten für Strom und Gas

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Von: Dennis Bartz

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Die Stadtwerke Achim haben den Strompreis zuletzt am 1. Januar erhöht, die nächste Steigerung folgt bereits am 1. März.
Die Stadtwerke Achim haben den Strompreis zuletzt am 1. Januar erhöht, die nächste Steigerung folgt bereits am 1. März. © Menker

Achim – Wer in den vergangenen Tagen einen Blick in seinen Briefkasten oder in sein digitales Postfach geworfen hat, der musste eventuell schlucken: Denn die Stadtwerke Achim haben Ende Januar ihre Verbrauchsabrechnungen für das Jahr 2021 an die insgesamt etwa 25 000 Kunden verschickt – und in der Mehrzahl der Fälle weist diese unterm Strich eine Nachzahlung aus. Das sorgte für viel Kritik und Spekulationen im Internet.

Das hat auch Sven Feht, Vorstandssprecher der Stadtwerke Achim, verfolgt. Im Gespräch mit dem Achimer Kreisblatt erklärt er, dass die Gründe für eine Nachzahlung sehr unterschiedlich sein können. Einige Kunden versäumten es demnach wiederholt, ihren Zählerstand trotz Aufforderung durchzugeben. „In diesem Fall nehmen wir als Grundlage einen geschätzten Verbrauch – spätestens nach drei Jahren liest ein Mitarbeiter der Stadtwerke den Wert dann persönlich ab“, erläutert Feht.

Wenn sich die Lebensumstände des Kunden in der Zwischenzeit jedoch geändert hätten und der Verbrauch dadurch deutlich gestiegen sei, zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes, könnte die Nachzahlung höher ausfallen als erwartet, weil die Schätzungen nicht den tatsächlichen Verbrauch widerspiegelten. „Das fällt dann leider erst nach drei Jahren auf, und die Nachzahlung wirkt sich über den gesamten Zeitraum aus“, so Feht. Es sei außerdem möglich, dass es bei der Übermittlung der Stände durch den Kunden zu einem Zahlendreher komme.

Viele Arbeitnehmer sind im Homeoffice und nutzen dort ihren heimischen Computer. Insgesamt sind wir alle mehr zu Hause, auch das führt zu einem höheren Verbrauch – beim Strom und beim Gas.

Vorstandssprecher Sven Feht

Der Vorstandssprecher rät dazu, bei allen Fragen zur Abrechnung mit dem Kundenzentrum zu sprechen, das telefonisch unter 04202/510105 erreichbar sei. „Die Mitarbeiter schauen sich die Abrechnung dann genau an und klären, wie es zu der Nachzahlung gekommen ist“, betont Feht. Er weist darauf hin, dass seit dem 11. Januar coronabedingt keine persönlichen Besuche bei den Stadtwerken möglich seien. „Aufgrund der Vielzahl an Nachfragen kann es am Telefon jedoch zu Wartezeiten kommen“, so Feht.

Auch die Pandemie habe in vielen Fällen dafür gesorgt, dass Kunden derzeit mehr Energie verbrauchen: „Viele Arbeitnehmer sind im Homeoffice und nutzen dort ihren heimischen Computer. Insgesamt sind wir alle mehr zu Hause, auch das führt zu einem höheren Verbrauch – beim Strom und beim Gas.“

Die steigenden Einkaufspreise seien der Grund, warum die Stadtwerke Achim zum 1. Januar den Arbeitspreis für Strom um brutto 3,52 Cent pro Kilowattstunde für die Grundversorgung erhöht haben und bereits eine weitere Erhöhung um brutto 1,55 Cent pro Kilowattstunde zum 1. März 2022 angekündigt haben. Im Januar 2021 mussten die Stadtwerke selbst noch 4,6 Cent pro Kilowattstunde zahlen, ein Jahr später nun 17,5 Cent pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis habe Ende 2021 bei sogar 40 Cent pro Kilowattstunde gelegen. Und auch der Einkaufspreis für Gas sei gestiegen: von 1,8 Cent pro Kilowattstunde im Januar 2021 auf 7,5 Cent pro Kilowattstunde im Januar 2022. „Zwischenzeitlich hatte dieser sogar bei etwa 9 Cent pro Kilowattstunde gelegen und hatte sich damit also mehr als vervierfacht“, berichtet Feht.

Vorstandssprecher Sven Feht
Vorstandssprecher Sven Feht © Müller

Anders als der Stromverbrauch, der weitgehend witterungsunabhängig sei, sei der Gasverbrauch im Verlauf der Heizperiode von Oktober bis April besonders hoch: Etwa 60 bis 70 Prozent der Kosten fallen demnach in den kalten Monaten an.

Immer wieder komme es vor, dass Strom- und Gaskunden nicht dazu in der Lage seien, ihre Nachzahlungen auf einmal zu erledigen. „Auch in diesem Fall haben die Mitarbeiter der Verbrauchsabrechnung ein offenes Ohr und finden eine Lösung, beispielsweise mit einer individuellen Ratenzahlung“, versichert Sven Feht. Der Stadtwerke-Vorstandschef merkt bei diesem Thema an, er habe zunächst befürchtet, dass aufgrund der Pandemie mehr Kunden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen müssten. „Erfreulicherweise ist das aber nicht der Fall.“

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