Ganztags, integrativ und inklusiv

Achims Schulreform

Neubau an der alten Uphuser Schule. - Foto: Brodt
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Neubau an der alten Uphuser Schule.

Achim - Bildungspolitik ist Sache der Länder, heißt es; aber auch der Kommunen, die Schulen bauen, unterhalten und sogar bei der Organisation ein Wörtchen mitzureden haben. Das wird jetzt auch in Achim sichtbar, wo man zur Integrierten Gesamtschule aufbricht und viel Geld in die Hand nimmt, um Ganztagsschulen zu schaffen.

Wenn im Schuljahr 2017/18 die Integrierte Gesamtschule in Achim startet, wird das Ende der traditionellen Achimer Realschule und Hauptschule eingeläutet. Letztere hat in den letzten Jahren die Abstimmung mit den Füßen der Schüler klar verloren.

Die schrittweise Zusammenlegung von Realschule und Hauptschule zur Gesamtschule bewahrt das erst zehn Jahre alte Hauptschulgebäude mit neuer Mensa vor skandalösem Leerstand.

Eine Arbeitsgruppe der verschiedensten Schulexperten arbeitet derzeit fleißig an der inhaltlichen und organisatorischen Ausprägung dieser Schule. Bis März soll das grobe Konzept stehen, sagt Wiltrud Ysker, Schul-Fachbereichsleiterin in Achim. Was die Integrierte Gesamtschule, für die die Stadt die Trägerschaft übernommen hat, später kosten wird, lässt sich noch nicht sagen. Aber auch Haupt- und Realschule liefen ja nicht zum Nulltarif.

Konkreter lassen sich da schon die Kosten beziffern, für die Erweiterung der Grundschule in Uphusen. Mehr als 2,23 Millionen Euro wendet die Stadt auf, um bis zum nächsten Schuljahresbeginn im Neubautrakt Fachräume und Räume für zwei Hortgruppen zu schaffen.

Anbau/Neubau werden bald auch an der Grundschule im kinderreichen Uesen auf dem Programm stehen. Nächstes Jahr wird dafür geplant.

Zu eng wird es auch in Baden werden. Da die Stadt in ihrer Schule andere Schulen als Mieter hat, wird sie wohl bald auf diese Räume zurückgreifen.

Alle Grundschulen in Achim sollen eine Ganztagsbetreuung bieten, primär als Ganztagsschule und übergangsweise als Hort. 61 Kinder gehen zum Beispiel in die Astrid-Lindgren-Ganztagsschule, während 15 dort noch auf der Warteliste stehen.

Schließlich laufen an Achims Schulen auch große Anstrengungen unter dem Stichwort „Integration“. Sprachlernklassen an den Grundschulen am Paulsberg, Astrid Lindgren und der Realschule sollen Flüchtlingskindern die deutsche Sprache näher bringen. Inklusion heißt das andere Schlagwort, unter dem behinderte Kinder auf die Regelschulen gehen sollen. Neben zusätzlicher personeller Betreuung erfordert das oft spezielle Ausstattung von der Rampe und Teppichböden bis Akustikdecken und besonderem Mobiliar. Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker sagt klar: „Wir sind noch nicht so weit, dass wir alle heilpädagogischen Handicaps in den vorhandenen Schulen optimal betreuen können.“ Spezielle Förderung wird weiterhin nötig sein, zum Beispiel in der weiter existierenden Erich Kästner-Förderschule. 

mb

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