Ehrenbürgermeister Christoph Rippich feiert seinen 80. Geburtstag

Makler und Mittler für Bürger: Christoph Rippich feiert seinen 80. Geburtstag

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Jubilar Christoph Rippich an seinem Lieblingsplätzchen im Garten seines Hauses an der Bierdener Dorfstraße.

Achim - Von Manfred Brodt. Als Christoph Rippich zum Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit seiner Familie aus Waldenburg in Schlesien zugleich floh und vertrieben wurde, schließlich auf Umwegen im Sammellager des Achimer Corso-Kinos landete, da deutete nichts darauf hin, dass er der populärste Politiker dieser Stadt und des Kreises werden sollte. Mittwoch feiert Christoph Rippich seinen 80. Geburtstag.

Nach Besuch der Mittelschule am Markt fand der 17-Jährige Ausbildung und Beschäftigung bei der Stadt Bremen, wo er bis zum Diplom-Verwaltungswirt aufsteigen sollte. Zugleich entwickelte sich der junge Mann zu einem Mann der Rekorde: Zwölf Jahre Jugendleiter und Trainer vieler Fußballmannschaften des TSV Achim, 1961 jüngster Kreisjugendobmann des Deutschen Fußballbundes, 1968 jüngster Bürgermeister Niedersachsens und erster SPD-Bürgermeister in Achim und das bis 2006 ehren- oder hauptamtlich.

1986 wurde mit Christoph Rippich erstmals ein Sozialdemokrat im Landkreis Verden zum ehrenamtlichen Landrat gewählt und bis 1999 im Amt bestätigt. 31 Jahre gehörte er dem Kreistag an. Von 1982 bis 1998 war er Landtagsabgeordneter. „Von Wahl zu Wahl bekam ich mehr Stimmen“, erinnert sich der heute 80-Jährige.

Seine Verdienste wurden unter anderem gewürdigt mit der Verleihung des Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens 1. Klasse sowie der Würde des Achimer Ehrenbürgers und Ehrenbürgermeisters.

Seine Haltung war schon früh von einem Ausbilder bei der Stadt Bremen geprägt worden. Der hatte ihm gesagt: „Wenn ein Bürger vor Ihnen steht, dann denken Sie daran, dass das Ihr Arbeitgeber ist.“ Auch in seiner Antrittsrede 1968 als frischgebackener Bürgermeister hatte Christoph Rippich die dienende Funktion betont: Er wolle Makler und Mittler zwischen Bürgern, Rat und Verwaltung sein, hatte er gesagt. Makler und Mittler zwischen der Bürgergesellschaft und dem Staat sind für ihn auch die Parteien, und nicht mehr.

Etwas Eigenständigkeit der Gemeinden bewahrt

Der Makler und Mittler Rippich schaffte es so auch, dass sich 1972 viele nicht unbedingt freundlich gesonnene selbstständige Gemeinden zur neuen Stadt Achim zusammenschließen ließen. „Keine Eingemeindung, alle haben auch ein Stück Eigenständigkeit bewahren können“, unterstreicht er.

Für seine Partei, die SPD, deren Bezirksvorsitzender er war und der er bald 60 Jahre angehört, war Christoph Rippich eine Wahllokomotive, auch wenn er mit einigen Genossen oft über Kreuz lag.

Er sei zwar nie ein Parteisoldat gewesen, sagt er, hat aber im Landtag für hauptamtliche Bürgermeister und im Rat für ein neues Rathaus auf dem Marktplatz gestimmt, obwohl er eigentlich dagegen war. „Ich wollte die Regierung Schröder und die SPD-Mehrheit in Achim nicht gefährden“, erklärt er.

Bei der Beurteilung der heutigen Situation in Achim hält sich der Ehrenbürgermeister bedeckt, merkt aber an, dass es ihm zu viele Showeffekte gebe und er sich mehr echte Bürgernähe, Ernsthaftigkeit und Kompetenz wünsche.

Zu Hause im „Drei-Generationen-Haus“

Entscheidender als alle Titel, Ehrungen und Erfolge für den heute 80-Jährigen war sicher, dass der eingefleischte Junggeselle 1995 seine Annameta heiratete. Mit ihr und der Familie von Sohn Harm hat er im „Drei-Generationen-Haus“ an der Bierdener Dorfstraße ein erfüllendes Zuhause gefunden.

Lesen, Spaziergänge mit dem Hund Olli, Radtouren („Da kann ich mit den Bürgern quatschen“), Besuche von Veranstaltungen und Treffen mit alten Fußballern des TSV Uesen füllen den Tag des rüstigen 80-Jährigen aus. Vorsitzender des TSV Bierden war er bis vor Kurzem auch noch. Ein Lebensmotto hat Christoph Rippich nicht, aber Vorbilder: den früheren Bierdener Bürgermeister und Abgeordneten Martin Brüns, Willy Brandt, Hans Koschnick und Hans-Jochen Vogel.

Zu seinem 80. Geburtstag gönnt sich Christoph Rippich mit seiner Annameta einen Kurzurlaub auf Helgoland.

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