Achimerin unterstützt Arme in Kenia mit ihrem Verein „Hand in Hand für Ukunda“

Inge Steinberg ist vom „Helfervirus infiziert“

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Sie müsse von Gott geschickt sein, sagen Arme in Kenia über die Achimerin Inge Steinberg. Ihr Verein unterstützt den Bau von Brunnen, Kindergärten, Schulen und manches andere in dem armen afrikanischen Staat.

Achim - Von Rolf Göbbert. Wie ein Urlaub in Afrika ein ganzes Leben verändern kann, zeigt nicht nur das Beispiel des Schauspielers Karlheinz Böhm, auch Inge Steinberg aus Achim wurde vom Helfervirus infiziert und gründete nach etlichen Besuchen in Kenia den Verein „Hand in Hand für Ukunda“.

Mit Begeisterung erzählt die heutige Rentnerin von ihrem ersten Urlaub mit Tochter 2002 in Kenia. Inge Steinberg: „Wir buchten ein Hotel an der Küste des Indischen Ozeans in einem Touristengebiet. Eigentlich sollte man das Viertel gar nicht verlassen. Doch ich wollte mehr vom Land und von den Leuten sehen. Ein Tauchlehrer, der heutige Projektleiter in Ukunda, Ali Nduni, bot mir an, Mombasa zu zeigen und das umliegende Buschland. Als ich dort den Mangel in den Schulen, Kindergärten und an Anlagen wie Brunnen gesehen hatte, hat es mich gepackt und ließ mich nicht mehr los.“

Zurück in Achim „überfiel“ die begeisterte Sportlerin ihre Freunde im Sportverein mit Ideen zur Errichtung von Kindergärten und Schulen in Kenia. Nicht ohne Erfolg, denn schon 2003 konnte der erste Kindergarten fertiggestellt werden.

Für die ärmsten der armen Kinder hatte sie einen Koffer voll mit Kleidern gepackt und dort verteilt. Steinberg: „Ich wollte den Menschen vor Ort helfen und kaufte Nahrungsmittel und Medikamente für diejenigen, die es sich nicht leisten konnten. Viele Eltern in Kenia haben kein Geld, um das Schulgeld oder die Uniform zu zahlen. Auch hier musste Abhilfe geschaffen werden.“

Der Bürgermeister wollte anschließend aus dem Kindergarten eine Schule machen, damit die Schüler aus dem Dorf nicht so weit laufen mussten.

Für den Bau einer Schule mit sechs Klassenräumen fand Inge Steinberg Unterstützer in Achim und übergab die Grundschule für 130 Kinder nach Fertigstellung an die Gemeinde, die die Kosten für die Unterhaltung übernahm. Damit die Hilfe formal einen ordnungsgemäßen Rahmen erhielt, wurde im Jahr 2013 der Verein „Hand in Hand für Ukunda“ gegründet.

In diesem Jahr wurden drei Brunnen errichtet, 70 Schuluniformen beschafft und vieles mehr.

Die Achimer Helferin: „Mich ärgert es, dass die Regierung für die arme Bevölkerung in den abgelegenen Regionen nichts tut. Korruption und Vetternwirtschaft prägen das Land. Das Geld bleibt in Nairobi und wird dort unter Verwandten und Stammesangehörigen aufgeteilt, während die Menschen an der südlichen Küste ihrem Schicksal überlassen werden.“ Sie ist froh, dass sie durch den Kontakt zum Projektleiter Ali Zugang zu der Bevölkerung gefunden hat, denn er spricht neben Englisch und Deutsch viele lokale Sprachen und die Amtssprache Swahili. „Ich habe durch meine Hilfe vieles an Menschlichkeit zurückbekommen, was mich immer wieder belohnt. Wenn ich heute in Achim aufstehe, dann denke ich schon an Afrika.“

Neben ethnischen und religiösen Konflikten fällt auf, dass es von der gehobeneren Gesellschaft in Kenia keine Unterstützung für ihr Engagement gibt. „Selbst von den Armen werde ich gefragt, warum ich das tue. Für die meisten Einheimischen gibt es da nur eine Erklärung: Mich hat Gott geschickt“, erzählt Inge Steinberg.

Wer den Verein „Hand in Hand für Ukunda“ unterstützen möchte, findet weitere Infos unter www.hand-in-hand-ukunda.de oder unter Telefon 04202/81609.

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