Achimerin Maja Beier will sich mit Igel-Warnschildern für Naturschutz einsetzen

„Im Kleinen die Welt ein bisschen besser machen“

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Lando Schwarze und Maja Beier mit den frisch gedruckten und laminierten Igel-Warnschildern im Garten der Schwarzes in Baden.

Achim - In Gärten und Wäldern fängt es an zu blühen, die milden Temperaturen lassen die Natur buchstäblich erwachen. Doch für die Achimerin Maja Beier hat der Frühling auch einen bitteren Beigeschmack: „Mir ist aufgefallen, dass immer mehr tote Tiere auf den Straßen liegen.“ Speziell eine Spezies gerate zunehmend unter die Räder: Der Igel. Darum möchte Beier Autofahrer jetzt mit Igel-Warnschildern für die kleinen Stachelträger sensibilisieren.

„Man kann nicht alles ändern, aber im Kleinen die Welt ein bisschen besser machen“, lautet ihr Grundsatz, den sie dem Buddhismus entlehnt haben will. Den Igel sieht sie dabei nur als Sinnbild für einen achtsameren Umgang mit der Natur. Letztlich komme das auch anderen Tieren zugute. „Außerdem bringen diese kleinen Wesen so viel Freude, wenn sie im Garten bei uns wohnen“, fügt sie hinzu. Gerade ist die Flugbegleiterin von einer Dienstreise in Madras zurückgekehrt. „Indien ist, was das betrifft, eine ganz andere Welt. Da laufen die Kühe auf der Straße und die Leute fahren selbstverständlich drum herum“, stellt die Achimerin fest.

Gemeinsam mit einer Freundin, Annette Schwarze und dessen zehnjährigem Sohn Lando, entstand die Idee, Igel-Warnschilder zu drucken. Das selbst entworfene Logo vergrößerte sie auf DIN-A-3-Format, vervielfältigte und laminierte es. Auf Holzstelen oder an Straßenlaternen möchte sie die Schilder nun anbringen. „Ich finde das gut, schließlich sind Igel auch Lebewesen, die man beschützen und nicht einfach überfahren sollte“, sagt Lando. Auch Maja Beiers Kolleginnen, die in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen wohnen, wollen bei sich zu Hause Schilder aufhängen.

Aber ist es wirklich so einfach? „Ohne Genehmigung darf nichts im öffentlichen Straßenverkehr aufgehängt werden“, sagt Iris Minne, kommissarische Leiterin des Achimer Ordnungsamtes. So laute die Vorgabe des Straßenverkehrsamtes. Für die Einhaltung dieser Vorschrift sei bei stadteigenen Straßen der Achimer Bauhof zuständig. Jedoch sei es denkbar, dass die Bauhof-Mitarbeitern aus Kulanz „auch mal etwas übersehen“.

Aus Sicht der Polizei ist die Hauptsache, „dass bestehende Verkehrszeichen nicht beeinträchtigt werden“, so Helge Cassens von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz.

Auch dem Naturschutzbund (Nabu) hat Maja Beier ihre Idee unterbreitet. Eine Reaktion blieb bisher aus. Jedoch stehen Igel laut dem Achimer Nabu-Vorsitzenden Joachim Schweers nicht unter Naturschutz. Dennoch erinnere der Nabu die Bevölkerung regelmäßig daran, den Garten möglichst giftfrei zu halten und Rückzugsorte, wie Blätterhaufen, für die stacheligen kleinen Gesellen zu schaffen. „Sonst überlässt man die Tiere am besten sich selbst“, sagt Schweers und rät entschieden davon ab, Igel einzufangen und vorübergehend im Keller einzuquartieren.

Maja Beier setzt mit ihrer Idee auf Naturschutz durch Rücksichtnahme – ähnlich wie die offiziellen Kröten-Warnschilder, die während der Zeit der Krötenwanderungen (fünf bis sechs Wochen im Jahr) aufgehängt werden. Damit die vom Aussterben bedrohten Tiere sich ungestört vermehren können, hat der Nabu zusätzlich Krötenzäune aufgestellt. Dort werden die Amphibien eingefangen und an sicherer Stelle wieder ausgesetzt. In Achim befinden sich diese Gebiete auf dem ehemaligen Kasernengelände, Am Born und an den Sandgruben in Baden.

Ein vergleichbarer Igelschutz sei so nicht zu leisten, betont Schweers, denn Igel laufen – abgesehen vom Winterschlaf – das ganze Jahr über und verfolgen dabei keine vorhersagbaren Pfade. So würden die nachtaktiven Tiere leicht zu Opfern des Straßenverkehrs.

Wer Interesse an einem Schild oder Sticker hat, kann Maja Beier unter majabeier@t-online.de kontaktieren. „Solange man nur einen Igel damit rettet, ist das doch wunderbar“, meint Beier hoffnungsvoll.

ldu

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