Die Mühle mit Picasso und Don Quichotte

Künstler Günther Kressl präsentiert besondere Ansichten des Achimer Wahrzeichens

Kampf mit der Achimer Windmühle: Don Quichotte und sein Ross unterliegen gegen die eingebildeten Riesen.

Die Windmühle ist sicher neben der Laurentius-Kirche das Wahrzeichen Achims. Nun seit schon 50 Jahren kümmern sich Ehrenamtliche im Verein zur Erhaltung der Achimer Windmühle darum, dass dieses historische Bauwerk nicht verfällt, sondern mit Leben erfüllt wird. Der sehr heimatverbundene ehemalige Achimer Augenarzt, Künstler und Grafiker Günther Kressl (84) präsentiert jetzt zum Vereinsjubiläum und zum Mühlentag an Pfingsten originelle Darstellungen der Mühle, die er im Laufe der Jahrzehnte produziert hat.

Achim - Kressl erzählt: „Zum einem sind es Blätter, die das Motiv Mühle – in Kupfer gestochen, geätzt und in den unterschiedlichsten Farben und Formaten bis hin zur Miniatur gedruckt – so zeigen, wie sie als Achimer Wahrzeichen in aller Pracht da steht – und dank des Mühlenvereins stets im makellosen Outfit – über die Weiten der Weserniederung thronend.

Zum anderen entstanden zahlreiche grafische Interpretationen, die die Mühle voll ins Weltgeschehen rücken, was Literatur, moderne Kunst, Märchenidylle, ja auch ortspolitische Angelegenheiten betrifft; und das – immer liebevoll gemeint – mit ironischem, satirischem, skurrilem, aber auch warnendem Augenzwinkern.“

So die „Achimer Mühle à la Picasso“, eindeutig aus seiner Blauen Periode. Eine weitere Radierung dokumentiert Don Quichottes Kampf mit ihr, den er leider verliert und dann mit seiner Rosinante den Mühlenhügel hinunter purzelt, den unbeschädigten Flügel drohend über sich spürend.

Günther Kressl mit besonderen Radierungen. 

Aus der Zeit der Achimer Stadtsanierung stammt das Litho „Achim-Ansichtssache“. Die Achimer Mühle ist wieder mit von der Partie. Wie sie kommen auch die anderen architektonischen Highlights der Stadt mit dem neuen modernen Logo der Stadt nicht zurecht.

Der Künstler interpretiert: „Sich verschaukelt fühlend, ringen sie mit letzter Kraft nach Gleichgewicht. Aber das macht die Mühle nicht mit! Mit ihren letzten beiden intakten Flügeln will sie der Stadt entschweben. Doch da greift der clevere Mühlenverein ein: Er verspricht ihr vier nagelneue Flügel und kann sie damit zur Rückkehr bewegen. Darüber freut sich der ,Achimer Mühlenfrosch’, der schelmisch lächelnd Optimismus ausstrahlt.“

Es grüßt der Achimer Mühlenfrosch.

Die Radierung „Sie kamen nur bis Achim, bis Bremen nie“ erzählt die wahre Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten, die jetzt auch 200 Jahre alt ist. Alt an Jahren, müde und ausgemergelt, sieht man in Kressls Darstellungen die Musikanten durch die Achimer Marsch schleichen. Ihr geradezu furchterregender Anblick vertrieb die im Ort hausenden Räuber. Endgültig! Nun hatten sie ein Dach über dem Kopf, und dank des leckeren Achimer Honigkuchens von Rieke kamen sie schnell zu Kräften. Bremen hatten sie vergessen! St. Laurentius und die Mühle am Horizont bestätigen die Örtlichkeit.

Die kleinen Kunstwerke Günther Kressls sind eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt und ein großes Dankeschön an den Mühlenverein für seine aufopferungsvolle Pflege des Achimer Wahrzeichens.

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