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Achimer Tafel und der Verein „Efa – Essen für alle Verden“ planen Zusammenarbeit

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Von: Dennis Bartz

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Die Körbe prall gefüllt, aber der Eindruck täuscht: Die Lebensmittel in der Ausgabestelle in Thedinghausen sind knapp. Michelle Schwanecke und Bruno Kroehn wollen deshalb enger mit Anja Pientka vom Verein „Efa - Essen für alle“ zusammenarbeiten.
Die Körbe prall gefüllt, aber der Eindruck täuscht: Die Lebensmittel in der Ausgabestelle in Thedinghausen sind knapp. Michelle Schwanecke und Bruno Kroehn wollen deshalb enger mit Anja Pientka vom Verein „Efa - Essen für alle“ zusammenarbeiten. © Bartz

Achim – Die Frage „Was essen wir heute?“ ist für die einen tägliche (nervige) Routine, für die anderen geht es dabei um die Existenz, wenn spätestens am Ende des Monats der Kühlschrank genauso leer wie das Portemonnaie ist. Aufgrund der steigenden Energie- und Lebensmittelkosten als Folge des Krieges in der Ukraine nutzen mehr Familien denn je Angebote von Vereinen wie der Achimer Tafel und „Efa – Essen für alle Verden“.

Zusätzlich melden sich dort Familien, vor allem Frauen mit Kindern, die aus dem Kriegsgebiet geflüchtet sind.

Beide Faktoren zusammen sorgen nun jedoch dafür, dass die gespendeten Lebensmittel knapp werden, berichtet Bruno Kroehn, stellvertretender Vorsitzender der Achimer Tafel, die weitere Ausgabestellen in Bassen und Thedinghausen betreibt.

„Einige Tafeln in Deutschland nehmen keine neuen Kunden mehr an. So weit ist es bei uns zum Glück noch nicht. Aber auch ich mache mir Sorgen, wie es weitergeht. Ich weiß nicht, wie lange wir den Ansturm noch bewältigen können“, erklärt Kroehn, der in der vergangenen Woche in Bassen 16 Familien neu registriert hat: „Das sind zusätzlich etwa 60 Personen, die wir versorgen.“ Ähnlich sei die Entwicklung in Thedinghausen und Achim. Erschwerend komme laut Kroehn hinzu, dass auch der Lebensmittelhandel auf die gestiegenen Preise reagiert habe und deshalb weniger Obst und Gemüse bestelle. „Dadurch landet am Ende auch weniger bei uns.“

Um trotzdem weiterhin alle Kunden bedienen zu können, loten die Achimer Tafel und der im April neu gegründete Verein Efa derzeit aus, wie eine mögliche Zusammenarbeit aussehen könnte. „Wir sollten die Synergieeffekte nutzen und erreichen damit im Idealfall auch eine bessere Kosten-Nutzen-Deckung“, schlägt Bruno Kroehn bei einem ersten Austausch mit der Efa-Vorsitzenden Anja Pientka vor. Ihr Verein betreibt eine Ausgabestelle in Baden, die derzeit jeden Samstag von 12.30 bis 13.45 Uhr geöffnet ist.

Vereine wie die Tafel seien dringender denn je auf Spenden angewiesen, von Lebensmitteln genauso wie finanzieller Art, betont Bruno Kroehn und erklärt: „Wenn die Spenden zweckgebunden sind, können wir davon Lebensmittel anschaffen. Wir stellen dafür gerne eine Bescheinigung aus.“

Seit vielen Jahren sei die Tafel in Achim tätig, habe inzwischen etwa 100 Helfer und Mitarbeiter und sei professionell aufgestellt: „Wir haben zwei Kühllaster und einen begehbaren Kühlraum, in dem wir Lebensmittel ideal lagern können“, erklärt der Tafel-Sprecher.

Wer das Angebot des Vereins nutzen wolle, müsse zunächst seine Bedürftigkeit nachweisen, bei Vereinen wie Efa sei dies nicht der Fall. „Ich sehe darin keine Konkurrenz für uns, sondern eine Ergänzung unseres Angebots“, betont der stellvertretende Tafel-Vorsitzende, der klar stellt: „Es geht für beide Vereine um die gute Sache.“

Das unterstreicht Michelle Schwanecke, die als Mitarbeiterin für die Tafel in Thedinghausen aktiv ist. Aufgabe sei es, bedürftige Familien mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen, die in Geschäften nicht mehr verkauft werden können. Es fehle jedoch nicht nur daran, sondern auch an Helfern, die diese in den Ausgabestellen verteilen: „Wir suchen jederzeit Freiwillige, die ihre Freizeit einmal wöchentlich ehrenamtlich zur Verfügung stellen möchten. Um die Tafel zu unterstützen, könnten bei uns auch Mitarbeiter von Efa aushelfen“, schlägt sie vor.

Anja Pientka erklärt, sie könne sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen und betont, dass ihr Verein auch bisher Rücksicht auf die Arbeit der Tafel genommen habe: „In der Woche retten wir in den Märkten, die die Tafel selbst nicht anfährt – und am Samstag sind die Tafelmitarbeiter nicht unterwegs. Alles, was wir abholen und herausgeben, würde also in der Tonne landen. Wir sehen uns deshalb als Ergänzung zum bestehenden Tafel-Angebot.“

Künftig wolle sich der Verein zudem wieder mehr auf die Samtgemeinde Thedinghausen konzentrieren, die Ausgabestelle in Baden im Laufe des Sommers schließen und stattdessen eine neue in Riede eröffnen. Als sie mit ihrem Engagement im vergangenen Jahr gestartet war, sei ihr Grundgedanke zunächst gewesen, Lebensmittel zu retten. Heute liege ihr Schwerpunkt darin, Menschen zu helfen. „Denn der Bedarf ist sehr groß“, so Pientka.

Anders als die Tafel nehme ihr Verein auch Lebensmittelspenden an, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits leicht überschritten sei, solange diese noch verzehrt werden können.

Wer das Efa-Angebot nutzen oder unterstützen will, meldet sich telefonisch unter 0179/4647533 oder über die Facebook-Seite „Efa Verden“. Weitere Informationen über die Tafel gibt es auf der Internetseite www.achimer-tafel.de. Dort finden Interessierte auch die Öffnungszeiten in Achim, Bassen und Thedinghausen.

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