Nabu fordert Naturwald

„Achimer Stadtwald soll sich natürlich entwickeln“

Der Achimer Stadtwald mit seinen ausgeprägten Dünenflächen soll sich ungestört entwickeln können, fordert der Naturschutzbund im Kreis Verden. Naturwald statt forstwirtschaftlicher Eingriffe, lautet die Formel des Nabu für das frühere Öllager- und Kasernengelände.

Achim - Dass die Stadtverwaltung im Winter kräftig Säge und Axt an den Achimer Stadtwald anlegen ließ, hat zu heftigen Reaktionen geführt. Wie berichtet, kritisierten Anwohner und Naturschützer den teilweisen Kahlschlag, der unter anderem mit der Verkehrssicherungspflicht für Anlieger begründet wurde, als weit überzogen. Der Naturschutzbund (Nabu) im Landkreis fordert nun, dass der Stadtwald sich natürlich entwickeln soll.

Naturwald statt Wirtschaftswald, lautet die Formel des Vereins, der mehrere tausend Mitglieder von Ottersberg bis Dörverden hat, für die grüne Lunge, die sich entlang der Bahnstrecke in den Ortsteilen Uesen und Baden erstreckt. Nabu-Kreisvorsitzender Bernd Witthuhn begründet seinen Vorstoß auch mit einem Blick zurück in die jüngste Geschichte des Waldstücks, das Jahrzehnte lang anderen Zwecken als der Naherholung und dem Holzeinschlag diente.

Die Bundeswehr habe das frühere Öllager 45 Jahre zum Teil als Standortübungsplatz genutzt. „Während dieser Zeit gab es so gut wie keine Eingriffe in den Wald. Dieser konnte sich trotz oder gerade wegen der militärischen Nutzung natürlich zu einem schönen Mischwald mit Altholzbeständen entwickeln und ist so eine grüne Oase mitten im Stadtgebiet geworden“, teilt Witthuhn in einer Presseerklärung mit.

Nach Vorstellung des Nabu soll es so auch bleiben. „Wir lehnen daher das von der Stadt geplante Waldkonzept ab, das in großen Bereichen des Stadtwaldes eine Waldumwandlung vorsieht“, sagt der Nabu-Kreisvorsitzende, der selbst in Baden wohnt und das Gebiet seit der Kindheit kennt. „Wir fordern einen Naturwald im ganzen Stadtwald ohne forstwirtschaftliche Eingriffe, so wie es zu Zeiten der Bundeswehr war.“

Der Nabu glaubt, dass die Mehrheit der Bevölkerung es genauso sieht. Alle hätten „die Nase voll“ von den „derben Eingriffen“ in den Waldbestand, die in der Vergangenheit durch die Stadtverwaltung verursacht worden seien. „Wieso viel Geld ausgeben für eine Waldumwandlung, wenn sich dieser auch natürlich und kostenlos weiter entwickeln kann“, fragt der Nabu. Witthuhn hofft, dass dieses von den Mitgliedern des Stadtrates genauso gesehen wird.

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