Die Achimer Speeldäl präsentiert im Kulturhaus Alter Schützenhof eine unterhaltsame Liebes- und Krimimixtur

Ehrenwertes Haus gleicht einem Pulverfass

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Mediengruppe Kreiszeitung

Achim - Von Bernd Hägermann. Der Schwank „Dynamit un Puusteblomen“ bietet alle Zutaten für einen unterhaltsamen plattdeutschen Theaterabend. Zumal, wenn die „Achim Speeldäl“ wie am Samstagabend im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) mit Spielfreude agiert und dabei kräftig die Liebes- und Krimi-Suppe anrührt.

Die schmeckt zwar heiß am besten, doch der viele Dampf kann einigen Protagonisten kurzzeitig schon mal den Blick auf das Naheliegende verstellen. Vorzügliche Voraussetzungen für eine turbulente Geschichte, bei der im fröhlichen Wechsel Schusseligkeit, Spitzfindigkeit, Verschlagenheit, emotionale Aufwallungen und nicht erkannte oder falsch verstandene Liebessignale die Handlung vorantreiben.

Zwischen Apotheker Detlef und seiner Frau ist es aus. Die Frau des Pharmazeuten verbringt ihre Tage jetzt lieber mit einem Schlachtermeister auf Mallorca. Für den Apotheker ist das eine doppelte Schmach. Verlassen zu werden, ist die eine Sache, aber für einen Fleischwerker ist kaum erträglich. Detlef nämlich hält sich selber für sensibel und alle Schlachter für grob. Außerdem ist er überzeugter Vegetarier und versteht ganz offensichtlich gar nichts von Frauen. Schwere Zeiten für den Herrn Apotheker. Die begannen schon mit dem Einzug seines Untermieters Uwe, in den, weil von ganz anderer Art als der eigene Ehemann, sich Detlefs Ehefrau Ursula schnell verschossen hatte. Uschi und Uwe begannen eine Affäre. Dann trat der Schlachter auf den Plan und mit Detlef und Uwe saßen nun zwei Männer unter einem Dach, die vor allem eines wollen: Uschi wieder zurück.

Der Haken bei der Sache: Mieter Uwe leistet Apotheker Detlef mit seinen Bemühungen nicht etwa eine Freundschaftsdienst, sondern verfolgt knallhart eigene Interessen. Mit Uschi unter der Bettdecke waren seine Nächte eindeutig angenehmer.

Der Plan zur Rückholung von Uschi geht so: Uwe bittet seine Ex-Freundin Klaudia sich zum Schein mit Detlef einzulassen, um Uschi eifersüchtig zu machen. Klingt plausibel, gestaltet sich aber zunächst schwierig, weil Detlef in Liebesdingen bisher so gar kein Feuer versprühen konnte, sondern sich nur um seine Kaninchen sorgte. Doch dann geschieht Wundersames. Amors Pfeil trifft bei Detlef und Klaudia voll ins Schwarze. Für die Frischverliebten gibt es danach kein Halten mehr. Aber weil Liebe bekanntlich blind macht, bekommt das Paar weniger mit von dem, was sonst noch so passiert.

Zum Beispiel Anton Klingel. Der war Sprengmeister, bevor ihm richtig was um die Ohren geflogen und er in die Psychiatrie eingeliefert worden war. Jetzt ist er wieder draußen, schwerhörig, eine neue Partei in Detlefs Mietshaus und das erklärte Ziel von Uwe und Uschi (plötzlich wieder zurück), die es auf das beträchtliche Vermögen von Sprengmeister Klingel abgesehen haben.

Man muss nicht Einstein heißen, um zu erkennen, dass die Gesamtkonstellation in diesem ehrenwerten Haus einem Pulverfass gleicht. Und dessen Lunte ist bedrohlich kurz.

Viel Beifall für alle Bühnenakteure, die eine geschlossene Ensembleleistung zeigten. Daran wirkten mit: Dieter Beinker (Detlef), Jochen Davids (Uwe), Karin Bohlmann (Klaudia), Brigitte Diddens (Ursula), Tim Beinker (Anton). Vor und hinter der Bühne agierten: Bärbel Neumann-Görke (Maske), Henriette Jäger (Souffleuse), Herbert Görke (Bühnenmeister).

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