Achimer Sozialausschuss mahnt beim Landkreis Lösung für Neuankömmlinge an

„Mobilbauten für Flüchtlinge statt Turnhallen zu belegen“

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Das städtische Bürgerzentrum an der Magdeburger Straße ist eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge.

Achim - 279 Flüchtlinge lebten aktuell in Achim; „bis Ende Januar könnten noch 370 dazu kommen“, informierte Dirk Ysker, Leiter des Bürgerzentrums, am Montag in der Sitzung des städtischen Sozialausschusses. Kommunalpolitiker wollten dabei sichergestellt haben, dass die erwarteten Neuankömmlinge auch alle untergebracht werden können.

Wenn der Landkreis für diesen Zweck im Stadtgebiet nicht genügend Wohnungen anmieten könne, müssten von ihm „anderweitig rasch neue Kapazitäten geschaffen werden“, forderte Ute Barth-Hajen. Die Bündnisgrüne regte an, Gebäude in Holzbauweise oder Mobilbauten aufzustellen.

An diesem Freitag kämen die Verwaltungsvorstände der Gemeinden und des Landkreises zusammen, um über das Thema zu beraten. Dann werde es auch darum gehen, dass die Kreiswohnungsbaugesellschaft mit Hilfe des Bundes den sozialen Wohnungsbau vor Ort ankurbeln solle, berichtete Bernd Kettenburg, stellvertretender Chef der Achimer Verwaltung.

„Und wenn plötzlich ganz viele Flüchtlinge kommen und der Platz dann vorne und hinten nicht reicht? Dann gibt es eine Unterbringung in Zelten?“, hakte Petra Geisler (SPD) nach.

Der Landkreis habe für derlei Situationen Pläne in der Schublade, antwortete Kettenburg. Notfalls müssten auch in Achim, wie jetzt in Bremen und andernorts, Turnhallen als Quartiere hergerichtet oder tatsächlich sogar Zelte aufgestellt werden.

„Ehe wir Turnhallen belegen und damit Schul- und Vereinssport ausfallen müsste, sollte der Landkreis Mobilbauten anmieten, um diese dann gemeinsam mit der Stadt auf geeigneten Grundstücken aufzustellen“, erwiderte Silke Thomas (Bündnis 90/Die Grünen), die Vorsitzende des Ausschusses. Auch wegen der Nachfrage auf dem Kita-Sektor fehlten derzeit Wohncontainer auf dem Markt, gab Bernd Kettenburg zu bedenken. Der für die Flüchtlingsunterbringung geplante Standort Hainkämpe im Industriegebiet Baden befinde sich im Baugenehmigungsverfahren, fügte er noch an.

Damit die in Achim Gestrandeten hier Fuß fassen können, müssen sie möglichst fix die deutsche Sprache erlernen. Aber ist das gewährleistet? Unter anderem darauf zielte eine Anfrage von Dr. Petra Gölz (CDU-Fraktion) ab. „Sprachkurse werden weiterhin privat organisiert und von der KVHS Verden angeboten“, antwortet die Verwaltung.

Kinder würden „so zeitnah wie möglich“ in die Schulen aufgenommen. In der Liesel-Anspacher-Schule gebe es zwei spezielle Sprachförderklassen, das Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium verfüge über eine solche Klasse. Hier wie dort ist die Aufnahmekapazität nach Angaben der Stadt „aktuell nahezu ausgeschöpft“.

Ärztliche Untersuchungen seien häufig nur mit Hilfe von Dolmetschern möglich und daran fehle es, beklagte die Kinder- und Jugendärztin Gölz. Zugleich bedauerte sie, dass der Kreis nach Auskunft von Kettenburg im Achimer Rathaus keine Impfsprechstunde einrichten wolle.

mm

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