45-Jähriger muss sich vor Landgericht verantworten

Achimer soll versucht haben, seine Frau umzubringen

Achim/Verden - Von Wiebke Bruns. Vor den Augen der gemeinsamen Kinder soll ein Mann in Achim versucht haben, seine Frau zu erwürgen. Die Tat liegt mittlerweile zweieinhalb Jahre zurück, sogar die Scheidung des einstigen Ehepaares ist schon durch. Aber erst seit gestern muss sich der 45 Jahre alte Angeklagte vor dem Landgericht Verden wegen versuchten Totschlags verantworten.

Grund für den späten Prozessauftakt ist die Vielzahl und der Umfang anderer Verfahren bei dem zuständigen Schwurgericht mit Angeklagten, die in Untersuchungshaft sitzen. Diese „Haftsachen“ haben immer Vorrang. Der inzwischen in Bremen wohnhafte Angeklagte war die ganze Zeit auf freiem Fuß.

Zum Tatzeitpunkt soll der aktuell arbeitslose Mann bereits von seiner Frau getrennt gewesen sein, beide lebten aber noch im selben Haus. Dort war es laut Anklageschrift am späten Abend des 26. April 2015, zwischen 23 und 23.30 Uhr, zu der Tat gekommen.

Die Frau soll dem Mann zuvor mitgeteilt haben, dass sie einen neuen Partner habe. Darauf reagierte er laut Anklageschrift mit Eifersucht. „Als sie die Treppe hinaufging, folgte ihr der Angeklagte.“

Zunächst habe er mit beiden Händen ihren Bauch umfasst und ihr Handy gefordert. Die Geschädigte soll den 16-jährigen Sohn zu Hilfe gerufen haben. „Vergeblich versuchte er, die Eltern zu trennen“, heißt es in der Anklageschrift. Dann soll der Familienvater gesagt haben: „Ich muss jetzt etwas tun, was ich später bereuen werde.“ Er habe seinen rechten Arm um den Hals seiner Frau gelegt und „in Tötungsabsicht kräftig zugedrückt“.

„Sie erlitt Todesängste“

In ihrer Not soll die Frau mit heiserer Stimme die Tochter aufgefordert haben, die Polizei per Notruf zu alarmieren. „Sie erlitt Todesängste“, so Oberstaatsanwalt Jann Scheerer. Laut Anklageschrift blieb dem Opfer die Luft weg und Taubheitsgefühle verbreiteten sich in Mund, Kopf und Ohren. Die Umgebung habe die Frau nur noch „wie durch einen nebligen Schleier wahrgenommen.“

Lebensrettend scheint das schnelle Eintreffen der Polizei gewesen zu sein. Als der Beschuldigte die Beamten wahrnahm, soll er von der Frau abgelassen haben. „Jetzt ist eh alles zu spät“, wird der Angeklagte zitiert.

Beim gestrigen Prozessauftakt wollte sich der aus Leer stammende Mann noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Lange hatte er geschwiegen, doch in der Verhandlung will er aussagen. Angaben habe er auch bereits gegenüber einer psychiatrischen Sachverständigen gemacht, merkte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk an. Weil die Sachverständige gestern verhindert war, beschränkte sich der erste Verhandlungstag auf das Verlesen der Anklageschrift.

Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Verden hat für den Prozess fünf Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil wird für den 17. November erwartet. Fortgesetzt wird der Prozess am 3. November mit der Aussage des Angeklagten und seiner Ex-Frau, die als Nebenklägerin an dem Verfahren beteiligt ist.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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