Erster Achimer Solarpark kann bald 700 Haushalte versorgen

Oben Sonnenenergie – unten Öltanks

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Ein imposantes Bild gibt der künftige Solarpark schon jetzt ab. Die Fundamente stehen bereits, nur die Photovoltaik-Module müssen noch montiert werden. 

Achim - Von Lisa Duncan. Ein neuartiges Großprojekt am Achimer Stadtwald befindet sich auf der Zielgeraden: Auf Initiative der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft „Achimer Stadtwald“ baut die Firma „Solaris Kraftwerke“ auf dem einstigen Öllager zwischen Steubenallee und Eisenbahntrasse einen Solarpark, der bald etwa 700 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Bereits Anfang April soll er ans Netz gehen, sagt Norbert Burkhart, neuer Besitzer und Geschäftsführer von Solaris aus Gräfelfing bei München.

Die Fundamente für insgesamt 5.000 Solarmodule mit einer Nennleistung von 1,4 Megawatt stehen schon auf dem 32 .000 Quadratmeter großen Gelände. Rund 1,5 Millionen Euro hat das Unternehmen Solaris investiert.

Rückblende: Im August 2016 hatten Grundstückseigentümer Manfred Huhs und Geschäftspartner Mark Hundsdörfer das kontaminierte Bundeswehr-Gelände für rund 1,5 Millionen Euro saniert. Unter der Fläche befinden sich vier Öltanks aus dem Zweiten Weltkrieg, die mit einer Spezialmatte versiegelt wurden. Darüber erfolgte ein Bodenaufbau aus Lehm, Sand und Mutterboden. Die belasteten Böden um die Tanks herum wurden entsorgt und ausgetauscht (wir berichteten).

Eine Wohnbebauung wäre dennoch wegen der mehrere Meter ins Erdreich ragenden Fundamente nicht möglich gewesen. Als Alternative fasste Huhs zunächst eine Baumschule ins Auge, doch das Wurzelwerk hätte die Abdichtung beschädigen können. Die dritte Idee, eine Lagerhalle auf das Gelände zu bauen, verwarf Huhs, weil er dem angrenzenden Wohngebiet mit Kindertagesstätte den Lkw-Verkehr nicht zumuten wollte. Ein Solarpark schien die perfekte Lösung zu sein: Er benötigt keine weitreichenden Fundamente und zieht keinen lärmenden, stinkenden Lkw-Verkehr nach sich. Ein ähnliches Projekt in Thedinghausen brachte Huhs auf Investor Burkhart.

Dann ging alles ziemlich schnell: Das Gelände war im Bebauungsplan schon als Gewerbefläche ausgewiesen. Eine gesonderte Baugenehmigung für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage war aufgrund einer am 1. Januar erfolgten Änderung des Baugesetzes nicht mehr erforderlich. Daher nutzte Burkhart das weitaus schlankere sogenannte Anzeigeverfahren nach § 62 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO).

Nicht einmal zwei Monate haben die Bauarbeiten gedauert, nun soll die Anlage bereits Anfang April (18. KW)

Bienenfreundliche Weide ausgesät

ans Netz gehen. „Das ist die optimale Nutzung für diese Fläche. Umweltfreundliche Energie und keine schädlichen Materialien: Die Tiefbaukonstruktionen sind aus Aluminium und Stahl, die Module aus Kristallin“, erklärt Burkhart. Um die volle Fördersumme nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abzuschöpfen, wird die Baumaßnahme in zwei Schritten vollzogen: Dieses Jahr werden die ersten 2.500 Solarmodule angeschlossen, 2018 die andere Hälfte.

Von den 32. 000 Quadratmetern für die Energiegewinnung aus der Sonne muss indes ein Teil unbebaut bleiben. Grund ist der Schattenwurf der Bäume, die das Gelände in der Länge zu etwa einem Drittel einfassen. Und diese alten Bäume dürfen aufgrund der Baumschutzsatzung nicht gefällt werden.

Spruchreif ist auch schon eine weitere Nutzung des Grundstücks: Grünen-Ratsfrau Silke Thomas hat dort bereits bienenfreundliche Pflanzensamen aussäen lassen. „Die sogenannte Tübinger Mischung besteht aus Früh- und Spätblühern, bildet also das ganze Jahre über Blüten. Und sie ist ähnlich pflegeleicht wie Gras“, so Thomas. Diese Blumenmischung ziehe nicht nur domestizierte Bienen, sondern auch Wildbienen an, die für den Artenbestand anderer Pflanzen lebenswichtig seien. Erst vor acht Tagen trug Thomas ihre Idee an die Investoren heran – und rannte offene Türen ein. Ihr schwebt zudem eine Zusammenarbeit mit dem Imkerverein vor, der Bienenvölker auf den freien Flächen und zwischen den Modulen platzieren könnte. Der Vorsitzende der Achimer Imker, Eckhard Jäger, signalisierte schon Interesse. Und zuguterletzt ließe sich diese Nutzung zu einem pädagogischen Zweck einsetzen. Kinder der angrenzenden Kita am Stadtwald könnten verfolgen, wie Honig geschleudert oder Bienenwachs hergestellt wird. Die Grünen stehen bereits im Gespräch mit der Kitaleitung.

Gegen das Anlegen einer Blumenweide hatte Projektleiter Norbert Burkhart keine Einwände: „Wir müssen uns als Betreiber lediglich an die Versicherungsauflagen halten. Der Bewuchs darf wegen Brandgefahr 40 Zentimeter nicht überschreiten.“ Darum wird dreimal jährlich eine Beweidung, maschinell oder mithilfe von Schafen, erforderlich sein. Ein Schäfer sei bisher nicht auf Burkhart zugekommen, jedoch habe er andernorts schon positive Erfahrungen mit dieser Form der Grünpflege gemacht.

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