Achimer Jungen und Mädchen sehr beeindruckt vom Mercedes-Werk

Wenn die Karosserie zum Antrieb kommt, ist „Hochzeit“

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Auch diese 14 Achimer Jungs und Gesa Kaemena blickten hinter die Kulissen von Mercedes in Sebaldsbrück.

Achim - In einem Auto zu sitzen, ist für Kinder alltäglich, jedoch zu sehen, wie sie hergestellt werden, ist etwas ganz Außergewöhnliches. Das Mercedes-Benz Werk in Bremen öffnete hierfür in dieser Woche seine Tore. Unter Führung von Helga Peters konnten sich zwei Achimer Jungengruppen ein Bild von der Automobilproduktion machen. Heute ist eine Achimer Mädchengruppe dort zu Besuch.

Gewappnet mit Empfänger und Kopfhörer, beschäftigten sie sich mit vielen Fragen der Kraftfahrzeugbranche: Woraus bestehen Autos und wie werden sie zusammen gebaut? Und was passiert mit ihnen, wenn sie fertig sind?

Im Mercedes-Benz Werk in Sebaldsbrück muss ein Auto vier Stationen durchlaufen, damit es weiter zum Kunden verfrachtet wird. Die erste ist das Presswerk, in dem die einzelnen Teile aus Metall ausgestanzt werden. Danach wandern sie in den Rohbau, wo schon mal erste Teile zusammengeschweißt oder geklebt werden.

Weiter geht es zu mehrschichtigen Lackierungen. In Deutschland ist die beliebsteste Farbe das klassische Schwarz, wohingegen in China rote Autos dominieren. Zum Schluss führt der Weg in die Endmontage. Insgesamt werden im Durchschnitt dann 6500 Einzelteile benötigt, um ein ganzes Auto herzustellen.

Zur Besichtigung schauten die Jungs bei dem Rohbau und der Endmontage vorbei.

Los ging es in einem internen Bus, der die Acht- bis Zwölfjährigen erstmal um das Gelände fuhr. Besonders angetan waren alle von der Teststrecke. Die Fahrer - „Quietscher“ - überprüfen hier auf unterschiedlichen Terrains die Belastbarkeit der Mercedeslimousinen.

Linus (9) berichtet, dass er sich wünschen würde, später einmal selber als „Quietscher“ zu arbeiten.

Der zwölfjährige Branko könnte sich zukünftig als Programmierer vorstellen. Im Rohbau werden hauptsächlich Roboter eingesetzt. Insgesamt sind es 1200, die die Autoteile millimetergenau schweißen und kleben. Es sprühen Funken, und ein verbrannter, öliger Geruch liegt in der Luft. Auf einem gesicherten Podest hatten die Jungs einen optimalen Überblick über die Produktion.

Die einzelnen Karosserien werden auf einem Laufband von einem Roboter zum anderen befördert.

Im Bremer Mercedes-Benz Werk werden hauptsächlich C-Klassen, darunter Combis, Coupés und Limousinen, produziert.

Gesa Kaemen, Kinder- und Jugendarbeiterin der Stadt Achim, war fasziniert, dass die Roboter genau auf die unterschiedlichen Kundenwünsche programmiert sind.

In der Endmontage waren hauptsächlich Anlagenwarte und Logistiker zu beobachten, die dafür sorgen, dass das Auto fertiggestellt wird. Pro Tag entstehen durch die Zusammenarbeit von insgesamt 13000 Mitarbeiter 1500 Kraftfahrzeuge.

Bei der „Hochzeit“ wird die Karosserie mit dem Antriebsstrang (Motor, Getriebe, Achse) vereinigt. Manch einer der Jungs war schon mal auf einer Hochzeit, aber nicht auf so einer. Dieser Schritt gehört zu den wichtigsten der ganzen Automobilfertigung.

Nach der weiteren Montage werden die Wagen mit Zügen in Richtung Bremerhaven transportiert, und dann geht ihre Reise weiter in die ganze Welt.

Am Ende der Führung waren die Kinder sehr begeistert, so dass mancher Junge in dieser Branche schon seine Zukunft sah.

kg

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