Achimer Günter Klein und Jürgen Maisenbacher stellen in Haus und Garten aus

Kunst als Karikatur männlicher Verhaltensweisen

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Jürgen Maisenbacher möchte den Menschen mit seiner Kunst einen Spiegel vorhalten. Ein Beispiel ist diese lebensgroße Plastik. Günter Klein (links) hatte den Künstlerkollegen eingeladen, in seinem Atelier auszustellen.

Achim - Von Johanna Zeuner. „Kunst und Garten“ heißt es einmal im Jahr im Atelier Günter Klein an der Bergstraße. In diesem Jahr hatte der Landschaftsmaler einen Achimer Kollegen eingeladen: Jürgen Maisenbacher. Die Arbeiten der beiden Achimer ergänzten sich gut, die flächig Pastell orientierten, zumeist gegenständlichen Landschaftsmalereien Kleins trafen in den Objekten Maisenbachers und seinen ins Abstrakte gehenden Bildern auf einen schönen Kontrapunkt. Ein offenes Haus gab es zu erleben, in dem Günter Klein wohl sortiert die Schätze seiner Malkunst hütet.

Aufgewachsen in der Nähe von Worpswede, in Lilienthal, zieht den Künstler seit Jahren die norddeutsche Landschaft in den Bann. Er malt ebenso vor Ort, sozusagen vor der Haustür, als auch im norddeutschen Küstenraum. Die Insel Juist ist ihm schon seit langem eine zweite Heimat geworden; auch in diesem Jahr wird er dort ausstellen und malen.

Neben Aquarellen und Ölfarben, mit denen er sich in letzter Zeit sogar ins Dreidimensionale traut, hat Klein auch Ausgefallenes, Experimentelles zu bieten. Sogar kritische Bilder hat er im Programm, wie ein Bild der Allerlandschaft, in die er frei schwebend ein Fenster gesetzt hat, oder eine Collage zur Umweltproblematik. In seinen Ausstellungsräumen stolpert man über schöne Stühle, einen alten Scherenstuhl und einen Original Worpsweder Eckstuhl von Heinrich Vogeler.

Jürgen Maisenbacher trifft man vornehmlich im Garten an, er widmet sich mit seinen Bildern und Objekten eher philosophischen Themen wie „Weg und Raum“. „Meine Objekte sind mein Tagebuch“, sagt er. In seinen Bildern benutzt er Spachtelmasse als Grundierung. Dann trägt er Naturtöne auf – mal mehr, mal weniger abstrakt.

Thema seiner Bilder sei der „Mensch in seiner ganzen Befindlichkeit“, sagt Maisenbacher. Schön auch seine Kleinskulpturen. Auf einen Untergrund aus Schiefer oder Metall trägt er ebenfalls erdfarbene Töne auf, erzählerisch, sensibel. Man könnte auch sagen: wie ein Seismograph.

Am Eingang der Ausstellung begegnet man einem Vogelmenschen. Lebensgroß ist er und wie alle seine Objekte dieser Art trägt er eine Brille. Maisenbacher möchte dem Betrachter damit einen Spiegel vorhalten und männliche Verhaltensweisen karikieren. „Mir ist wichtig, dass meine Kunst Kommunikation auslöst“, sagt der gebürtige Württemberger, der zeitlebens beides wollte, Kunst und Wissenschaft betreiben. „Das ist mir auch gelungen“ sagt er zufrieden. In seiner Kunst jedenfalls meditiert er die Ups and Downs des Daseins, dazu passt sein „Credo“: „Ich habe Demut vor meinem Leben“, sagt er – was man auch in seinen Objekten lesen kann.

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