Achimer Geschäftsleute geteilter Auffassung über neue Parkregelungen

Schokolade für Richtig-Parker

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Heinz-Dieter Breu (rechts) spricht mit Baumschulenbetreiber Wilfried Müller über die Parkgewohnheiten der Autofahrer in Achim.

Achim - An Markttagen ist in Achim was los. Und mit der Fußgängerzone beleben sich auch die Parkplätze – oft können Autofahrer kaum noch einen Platz ergattern. Unternehmer Heinz-Dieter Breu (Compro Computerprogramme, Am Schmiedeberg) weiß warum: Dauerparker besetzen die eigentlich als Kurzzeit-Parkplätze gedachten Stellplätze vor der Tür. Das ärgert Breu, der auf Laufkundschaft angewiesen ist. „Ich denke einfach, das ist Rücksichtslosigkeit.“Er fordert die Stadtverwaltung auf zu handeln.

Das sieht auch sein Geschäftsnachbar Benny Leussink so und fügt hinzu: „Wenn die Sparkasse auf dem ehemaligen Scherf-Gelände gebaut wird, bekommt die Stadt ein Riesen-Parkproblem.“ Denn die auf Privatgrundstück befindlichen Parkplätze würden rege genutzt. Auch auf die Stellflächen beim Fitness-Center an der Borsteler Landstraße werde gern ausgewichen.

Die Innenstadt ist nach Ansicht der beiden Geschäftsleute hinsichtlich der Parksituation in zwei Klassen aufgeteilt: Auf der einen Seite (Amtsgericht) kann man an der Parkpalette hinter dem Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) kostenlos parken, die Parkzeiten an der Brückenstraße, Anspacherstraße und Großen Kirchenstraße wurden auf drei Stunden verlängert und am Baumplatz soll der Parkscheinautomat mit „Brötchentaste“ das Kurzzeitparken ermöglichen. Auf der anderen Seite (Kreisel) gibt es halbstündiges Parken mit Parkscheibe oder die kostenpflichtige Tiefgarage unter der Marktpassage.

Doch obgleich der Parkplatz am Schmiedeberg/Langenstraße 2014 gepflastert wurde, habe sich die Situation nicht gebessert. Viele, die in der Innenstadt wohnen oder arbeiten, stellten die Parkuhren schlicht weiter und nutzten die Kurzzeitparkflächen als Dauerlösung, bemängelt Breu.

Auch „Wildparken“ der Markt- und Paketshopkunden sei keine Seltenheit – nach Breus Vermutung eine Folge des Umstands, dass manche Plätze wegen der Dauerparker nicht zur Verfügung stehen. Laut Baumschulenbetreiber Wilfried Müller, der das mindestens ein- bis zweimal am Tag beobachtet, „reine Bequemlichkeit“.

Dabei zeige die Beschilderung eindeutig an, dass das Fahren dort verboten ist, betont 1. Stadtrat Bernd Kettenburg. „In der Fußgängerzone sind Kinder und alte Leute unterwegs und da haben wir als Stadt ein Interesse daran, dass niemand gefährdet wird“, so Kettenburg weiter. Während die Polizei den fließenden Verkehr überwacht, muss die Stadt alle Übertretungen der Straßenverkehrsordnung ahnden, die mit dem ruhenden Verkehr zusammenhängen. Zwar werde an Markttagen nicht schwerpunktmäßig überprüft – „aber wenn eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes sieht, dass sich jemand verbotswidrig verhält, darf sie nicht weggucken“. Die Kontrolleurinnen könnten aber unmöglich alles im Blick haben.

Und wie gedenkt die Stadtverwaltung mit der Verschlimmerung der Parksituation während der Bauzeit der Kreissparkasse und AVB auf dem Scherf-Gelände umzugehen? Laut Kettenburg sei nicht definitiv vorhersagbar, ob die Parkplätze durch die Baustelle blockiert würden. Dies hinge vom Bauträger ab. Und mit Baubeginn sei erst in ein- bis anderthalb Jahren zu rechnen. Langfristig werde jedoch das Gegenteil der Fall sein: „Es werden 45 Stellplätze geschaffen, die dann auch Nichtkunden der Sparkasse zur Verfügung gestellt werden.“ Die Mitarbeiter können ihre Autos in der Tiefgarage abstellen.

Anja Körner, die mit „Anjas Kinderparadies“ nahe der Marktpassage an der Heilbronnstraße sitzt, merkt bereits den Kundenzuspruch durch die Verlängerung der Parkzeiten auf drei Stunden. Sie nennt die Regelung einen „fairen Kompromiss“, merkt aber an: „Man kann es nicht jedem recht machen.“

Breu findet, die Brötchentaste gehe in die richtige Richtung. Mehr Verkehrskontrollen oder Knöllchen hält er nicht für produktiv. Verkehrssünder direkt auf ihr Fehlverhalten anzusprechen sei fair und zeige am meisten Wirkung. „Oder die Stadt könnte nach dem Belohnungsprinzip vorgehen und Schokolade an diejenigen verteilen, die richtig geparkt haben“, schlägt er vor.

ldu

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