Achimer CDU bei Desma / „Unsere Schuhmaschinen halten eigentlich zu lange“

Mit fast 70 auf Rekordniveau

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Klaus Freese (vorn), neben Christian Decker einer der beiden Desma-Geschäftsführer in Achim, zeigte der CDU-Besuchergruppe auch die Montagehalle. Diese 24-Stationen-Schuhmaschinenanlage ist für einen Kunden in den USA bestimmt.

Achim - „Wir können nicht die Billigsten sein. Deshalb müssen wir die Besten sein“, lautet ein Grundsatz der heute zum Salzgitter-Stahlkonzern gehörenden Achimer Schuhmaschinen-Fabrik Desma. Das 1946 von Herbert Ludwig gegründete Unternehmen steuert auf den 70. Geburtstag zu und erzielte im Vorjahr laut Geschäftsführer Klaus Freese das beste Umsatz/Profit-Verhältnis seit Bestehen.

Freese stellte die Traditionsfirma jetzt einer Besuchergruppe der Achimer CDU näher vor.

230 Beschäftigte gibt es beim einst größten Achimer Arbeitgeber. Rund 1200 Menschen zählten damals zum Personal, bevor das Ende des Hauptkunden Sowjetunion die Desma in eine tiefe Krise mit drastischem Personalabbau stürzte.

Diese Zeiten sind längst überwunden, obwohl der aktuelle Wirtschaftsboykott gegen Russland und die schwächelnde chinesische Wirtschaft sich durchaus bemerkbar machen, wie Freese einräumte.

Die mit dem niedersächsischen Außenwirtschaftspreis ausgezeichnete Achimer Firma hat einen Exportanteil von über 90 Prozent und bekommt solche Entwicklungen natürlich schnell zu spüren.

Etwa 20 Milliarden Paar Schuhe werden laut Freese jährlich weltweit hergestellt – gut die Hälfte davon in China. Dort ist die Desma mit einem großen Verkaufs- und Service-Standort vertreten. Die Produktion von Schuhmaschinen wurde aber aufgegeben, „weil unser hoher Qualitätsstandard dort nicht zu garantieren war“, so Klaus Freese.

Außer Asien seien Nordamerika und natürlich der gesamte europäische Raum im weltweiten Nischenmarkt der Schuhmaschinen Hauptabsatzgebiete.

Etwa 30 große Desma-Maschinen werden derzeit jährlich verkauft, wobei in Achim für den jeweiligen Schuhhersteller genau passende Modelle entwickelt und auch ganze Fabrikanlagen konzipiert werden. Der Preis pro Anlage reicht von knapp einer Million bis zu mehreren Millionen Euro bei einem Fabrikprojekt.

Die Maschinen sind meistens auf Herstellung und Besohlung einer Schuhart spezialisiert – seien es nun Sicherheits-, Freizeit-, Sportschuhe, Militar-Fußbekleidung oder Gummistiefel. Die klassische Anlage hat 24 bis 30 Stationen, schafft in acht Stunden etwa 1000 Schuhpaare, läuft oft rund um die Uhr und wiegt um die 25 Tonnen.

Ständig wird an Weiterentwicklungen gefeilt, wobei Robotertechnik eine immer größere Rolle spielt und neben Schuhmaschinen zunehmend neue Produkte hinzukommen.

„Eigentlich laufen unsere Maschinen sogar zu lange“, meinte Geschäftsführer Freese schmunzelnd und spielte darauf an, dass sie problemlos über mehrere Jahrzehnte funktionieren und Neuanschaffungen nicht so rasch nötig sind.

Die Kundenkartei der Achimer Maschinenbauer umfasst rund 1000 Namen. Alle bekannten Schuhfirmen von Adidas, Puma und Nike bis hin zu Gabor, Lloyd’s sowie vielen anderen gehören dazu.

Gut 20 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen. Auch technisch begabte Hauptschüler hätten eine Chance, betonte der Geschäftsführer: „Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch viele, die an der Basis arbeiten“. Grundsätzlich sei es hier gerade für junge Leute interessant, denen Technik liegt und die etwas von der Welt sehen möchten. Nicht alle Azubis werden aber übernommen. „Sie müssen ins Team passen“, betonte Klaus Freese.

CDU-Vorsitzender Rüdiger Dürr bedankte sich im Namen der Besuchergruppe für die interessanten Informationen, bevor sich noch eine Führung durch Montagehallen anschloss.

la

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