Achimer Briefmarkensammler treffen sich zum Großtauschtag

Auf der Jagd mit Lupe und Pinzette

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Jürgen Gernand (links) beim Großtauschtag des Vereins der Achimer Briefmarkensammler.

Achim - Von Inka Sommerfeld. Kaufen und Tauschen, vom Morgen bis in den Nachmittag. Darum ging es am Sonntag auf dem Großtauschtag des Vereins Achimer Briefmarkensammler. Es herrschte emsiges Treiben, und obwohl der große Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch) voll war, hörte man nur gedämpfte Unterhaltungen.

Vereinsvorsitzender Ralf Pröttel ist mit der Resonanz zufrieden: „Wir veranstalten zweimal im Jahr einen Großtauschtag, um mit auswärtigen Sammlern in Kontakt zu treten. Heute sind Gäste aus unter anderem Bremerhaven, Osnabrück, Hannover mit dabei, und ein Aussteller ist sogar aus Moers angereist.“

80 bis 100 Anbieter, so schätzte es Pröttel, frönten ihrem Hobby. Und er ergänzte schmunzelnd: „Die ersten kamen schon eine Stunde vor Beginn.“

Zu denen gehört Jürgen Gernand: „Vor Beginn des Tauschtags bin ich auf die Jagd gegangen.“ Die verlief erfolgreich, er kaufte einiges. „Ich sammle Briefmarken aus Deutschland, die von 1949 und älter sind“, sagte er. Als die Börse begann, blieb der Verdener an seinem Stand, gab es doch Philatelisten, die sich für seine Briefe und Ansichtskarten interessierten. Leere Alben komplettierten sein Angebot.

Der 73-Jährige präsentierte Unmengen von Briefen, alle ordentlich nach Ländern sortiert. Außerdem gab es Briefe aus der Zeit vor 1849. Das Jahr ist ein wichtiges Datum für Sammler. „Die erste Briefmarke kam 1849 im damaligen Königreich Bayern heraus. Vorher wurden Briefe nur beschriftet und eventuell gestempelt“, weiß Gernand. Er hatte auch seltene Marken dabei, beispielsweise eine aus Sachsen von 1850 oder 1855, die auf einen Damenbrief geklebt war. Oder eine aus Bayern von 1860 oder 1870. „Die ist nicht sonderlich wertvoll“, meint der Experte. Amüsant eine Adresse aus dem dritten Reich, die „an die löbliche Bezirksbehörde“ gerichtet war.

Als Jugendlicher begann Jürgen Gernand, Briefmarken zu sammeln. „Wir haben in der Schule getauscht. Marken aus Amerika und Afrika waren damals beliebt“, erzählt er. Nach seiner Schulzeit war Schluss mit der Philatelie. Bis er Frührentner wurde: „Dann habe ich richtig losgelegt.“

Handeln und Tauschen ist zu Gernands Hobby geworden. Dafür ist er viel unterwegs. Nicht nur, dass er seit 20 Jahren am Tauschtag der Achimer Briefmarkensammler teilnimmt, er besucht auch Tauschtage im Umkreis von 150 Kilometern. „Ich habe schon einige Schnäppchen gemacht, aber mich auch manches Mal geärgert, wenn ich zu Hause entdeckte, dass eine Marke beschädigt war“, sagte er.

Was ihn am Hobby fasziniert: „Wer Briefmarken sammelt, beschäftigt sich zwangsläufig mit Geschichte.“

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