Eigenes Buchprojekt von A bis Z

Achimer Autorin schreibt Fantasy-Trilogie

Kommt bald aus Finnland zurück in die alte Heimat: Die Achimer Autorin Jenna Müller-Willenbrock hat gerade ihr Erstlingswerk „Frozen Embers“ fertiggestellt.
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Kommt bald aus Finnland zurück in die alte Heimat: Die Achimer Autorin Jenna Müller-Willenbrock hat gerade ihr Erstlingswerk „Frozen Embers“ fertiggestellt.

Achim  /   Uusikaupunki – „Die Teenagerin Antonia Leonhart ist eine unverbesserliche Realistin, bis zu dem Tag, an dem sie auf die Halbdämonin Jamie Vernandes trifft. Von diesem Augenblick an ändert sich ihr ganzes Leben.“ So beschreibt Jenna Müller-Willenbrock alias J. M. Brock die Ausgangssituation für die Heldin ihres Debütromans „Frozen Embers – Perle der Menschheit“, den sie gerade im Selbstverlag herausgebracht hat. Die Autorin, die aktuell in Finnland lebt, aber in Achim aufgewachsen ist, legt damit den ersten Band einer Fantasy-Trilogie vor.

Zum Schreiben kam die 35-Jährige nach eigenen Angaben eher zufällig. Die Idee zu „Frozen Embers“ sei bereits 20 Jahre alt. Die Protagonistin freundet sich übrigens nicht nur mit der Halbdämonin an, sondern verliebt sich anschließend in deren Onkel Barot, der sich ihr gegenüber eher desinteressiert zeigt. Ursprünglich sollte ein Comic daraus werden, aber dieses Genre friste immer noch ein Nischendasein, findet Müller-Willenbrock. Und wenn es etwas gibt, das sie immer wieder zum Schreiben motiviert habe, dann sei es der Gedanke, „dass die Menschen meine Geschichte lesen, und sich daran erfreuen“. Formen nahm der Roman im Verlauf der vergangenen zehn Jahre an. Vor vier Wochen ist die Trilogie fertig geworden, Band 1 ist veröffentlicht, Band 2 geht im August an die Lektorin.

Mitten in diese schöpferische Phase fiel der Umzug nach Finnland und die Geburt von Tochter Rosalie, die mittlerweile fünf Jahre alt ist. Die gleiche Zeitspanne übrigens, die Müller-Willenbrock mit ihrem Mann im finnischen Uusikaupunki („mitten auf dem Dorf“) gelebt hat. Denn der Ehegatte, der in der Automobilbranche tätig ist, hatte in Finnland ein lukratives Jobangebot erhalten.

Der Plan sei aber immer gewesen, zurückzugehen, bevor die Tochter eingeschult wird. In etwa drei Wochen kehrt Jenna Müller-Willenbrock mit ihrer Familie also nach Deutschland zurück – nicht nach Uesen, wo sie aufgewachsen ist, sondern in eine Eigentumswohnung in Oyten. Auch beruflich gesehen verlief der Lebensweg der Autorin nicht geradlinig: Nach dem Schulabschluss machte sie eine Grafik-Design-Ausbildung, leitete zwei Jahre lang ein Restaurant in Delmenhorst und lernte den Beruf der Kosmetikerin. Nach einer kurzen Phase als Hausfrau und Mutter widmet sich Müller-Willenbrock nun zudem der digitalen Kunst.

Diese Vielseitigkeit habe ihr bei der Buchveröffentlichung sehr geholfen: „Ich habe das gesamte Buchprojekt in Eigenregie geführt – vom Schreiben bis hin zur Covergestaltung.“ Gerade weil sie das Buch selbst herausgebracht hat, habe sie viel Wert auf Professionalität gelegt. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit einer Lektorin. „Das war am Anfang echt hart. Ich habe den ersten Band zurückbekommen und der ganze Text war rot. Ich wollte alles hinschmeißen“, erzählt sie. Heute weiß die junge Autorin: „Konstruktive Kritik ist das beste, was einem passieren kann.“ Auch der Ehemann habe sie immer wieder in ihrem Vorhaben bestärkt und der jungen Mutter den Rücken freigehalten, damit sie auch die Zeit zum Schreiben findet. Als Tochter Rosalie noch ein Baby war, passte der Mann oft in den Nachmittagsstunden auf. Und Jenna Müller-Willenbrock zog sich in den für finnische Häuser typischen, geräumigen Sauna- und Duschbereich zurück, und schrieb.

Auch wenn der Roman kein Erfolg werden sollte, würde Jenna Müller-Willenbrock alles wieder genauso machen. „Wenn man irgendwann das Buch in den Händen hält, ist das schon ein tolles Gefühl.“ Allein, dass sie an ihrem Traum drangeblieben sei, sieht sie als Gewinn. „Ich kann gar nicht anders. ‘Frozen Embers’ ist mehr als eine Geschichte, das ist mein Leben“, sagt sie. Müller-Willenbrock, die sich immer schon für Fantasywelten begeistern konnte, stört sich nicht an Vergleichen zur „Twilight“-Trilogie von Stephenie Meyer. „Wir haben beide offenbar ähnliche Gedankengänge, aber: Das Kitschig-Romantische liegt mir überhaupt nicht.“ Um sich noch deutlicher abzugrenzen, schrieb sie sogar Teile des Romans um.

Seit Sonntag hat die Autorin ihren eigenen Youtube-Kanal, auf dem sie schon eine digitale Lesung gehalten hat. Damit möchte sie vor allem anderen angehenden Autoren Mut machen: „Denn viele trauen sich nicht oder geben auf, wenn Verlage sie ablehnen.“ Das hat die Achimerin auch selbst schmerzlich erfahren müssen. So habe ihr eine Verlagssprecherin ganz unverblümt erklärt: „Fantasy-Romane tun wir ungelesen weg.“ Manchmal kam gar keine Rückmeldung. Doch Müller-Willenbrock gab nicht auf und ging den Umweg über den Selbstverlag. Bislang sei der Kreis der Leser noch klein, aber das Feedback durchaus ermutigend. Geplant sei zudem, später ein Kinderbuch zu veröffentlichen, das im „Frozen-Embers“-Universum spielt.

Buchbestellung

„Frozen Embers“ von J.M. Brock ist im tredition Verlag oder unter ISBN 978-3-347-27548-5 zu bestellen. Weitere Info auch im Internet:

www.embers-art.com

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