Kundgebung am 23. Mai

Achimer appellieren an Europa

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„In einem vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen“ – dafür kommen am Dienstag, 23. Mai, Menschen auf dem Bibliotheksplatz zusammen. Zum „Achimer Appell“ gehören unter anderem Pastor Hans Ludwig Schröder, Mehmet Ates und Heidi Franz (v.l.).

Achim - „Nie wieder Krieg!“ lautete der Wahlspruch der Friedensbewegung. Frieden ist für Hans Ludwig Schröder, Pastor im Ruhestand, auch die Kernaussage der europäischen Idee.

Dafür will er im Sinne der Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ sichtbar und hörbar einstehen – und zwar in Form einer Kundgebung am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes. Diesem „Achimer Appell“ schlossen sich schnell sieben weitere Achimer an: Mehmet Ates, Heidi Franz, Marianne Killenberg, Wolfgang Mindermann, Joachim Schweers und Dirk Ysker. Die Gruppe hofft, dass sich am Dienstag um 19 Uhr möglichst viele Mitstreiter auf dem Bibliotheksplatz einfinden.

„Wir können nur überleben, wenn wir gemeinsame Sache machen“

Den Anstoß gab auch die Tatsache, dass in vielen Ländern Europas die Rechtspopulisten auf dem Vormarsch sind, während sich gleichzeitig rassistische Hetze im Internet verbreitet. Da werde nach „Witwe-Bolte-Manier“ etwas Altes wieder aufgewärmt, was sich bereits als Irrweg erwiesen hätte, findet Schröder. „Dass wir uns im Wahljahr befinden, ist ebenfalls ein guter Grund, dieser Entwicklung gerade jetzt etwas entgegenzusetzen“, ergänzt Heidi Franz.

Doch statt gedankenlos nur „dagegen“ zu demonstrieren, soll die öffentliche Versammlung in Achim mit positiven Inhalten gefüllt werden. „Sich im geeinten Europa für Frieden in der Welt einzusetzen“ – dafür stehe der „Achimer Appell“. Auch die Urheber des Grundgesetzes hätten dies im Sinn gehabt, als sie am 23. Mai 1949 gewissermaßen den Grundstein für ein demokratisches Deutschland legten. „Sie haben erkannt: Wir können nur überleben, wenn wir gemeinsame Sache machen“, so Schröder.

Gern gesehen: Ein Herz für Europa am Kragen, Plakate oder Europaflaggen.

Vor rund drei Monaten gab es das erste Planungstreffen der Gruppe, die daraufhin Vereine, Kirchengemeinden und den Moscheeverein sowie Leute aus dem Spektrum der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe ansprach.

„Ich persönlich fand die Idee toll und unterstützenswert“, so Mehmet Ates, der im Bürgerzentrum (Büz) die Flüchtlingsarbeit koordiniert. Es sei auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Asylsuchenden in Deutschland wichtig, das Grundgesetz noch mehr publik zu machen. „Denn ich glaube, vielen Flüchtlingen ist nicht bewusst, auf welcher rechtlichen Grundlage sie hier leben“, so Ates. Heidi Franz, die sich seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert, hat ähnliches beobachtet. Aus schmerzlichen Erfahrungen im Herkunftsland sei das Zutrauen in die Organe des Rechtsstaates nicht immer vorhanden.

Singen mit dem Schubert-Chor

Beim „Achimer Appell“ sollen daher zentrale Passagen aus dem Grundgesetz zitiert und kommentiert werden. Etwa Absatz 1, in dem es heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und „unverletzliche und unveräußerliche Menschenrechte sind die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“.

Zum Auftakt der Kundgebung um 19 Uhr soll die Eurovisions-Melodie erklingen, anschließend begrüßt der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger Dürr die Anwesenden. Moderator der Veranstaltung ist Ratsherr Wolfgang Mindermann. Zwei Schüler des Gymnasiums am Markt, Saskia Zwilling und Sebastian Kolze, tragen einen eigenen Text zum Thema Grundgesetz vor. Die Achimer Kabarettgruppe „Schlitzohren“ wird mit Pastor Schröder einen Sketch aus dem aktuellen Programm vorführen und der Rieder Liedermacher und Kabarettist Pago Balke tritt ebenfalls auf. Abschließend hält Hans Ludwig Schröder eine Rede und alle Teilnehmer singen gemeinsam die Europahymne. Dazu singt und spielt der Schubert-Chor, die Kantorei der St. Laurentius-Gemeinde und der Posaunenchor. Wer sich einsingen möchte, kann bereits um 18.30 Uhr ins Rathausfoyer kommen.

Kein Kontakt zu „Pulse of Europe“

250 Liederzettel hat das Organisationsteam gedruckt. „Vielleicht etwas optimistisch, aber ich hoffe auf 200 Teilnehmer“, so Schröder.

Der Kundgebung können sich jederzeit spontan Menschen anschließen. Übrigens findet sie ausdrücklich unabhängig von jeglicher Konfession oder politischer Ausrichtung statt. Zwar bildet dieser Punkt eine Gemeinsamkeit mit der „Pulse of Europe“-Bewegung. Kontakt zu den Initiatoren der europaweiten Bürgerinitiative bestehe jedoch nicht. Es sei auch bisher nicht geplant, sich der Bewegung offiziell anzuschließen, sagt Schröder. Diesen Schritt hat Bremen bereits vollzogen, wo sich jeden 1. Sonntag, um 14 Uhr, Menschen auf dem dortigen Marktplatz einfinden. „Wir gucken, wie es sich entwickelt. Anschließend werden wir uns zusammensetzen und es bewerten“, so Schröder.

ldu

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