Hoffen auf „positiven Corona-Effekt“

Achimer Andreas Mohrmann koordiniert Blutspende-Termine

Eine Gelegenheit zur Blutspende gibt es in diesem Jahr in Achim noch. Andreas Mohrmann weist gerne auf den Termin kurz vor Silvester hin.
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Eine Gelegenheit zur Blutspende gibt es in diesem Jahr in Achim noch. Andreas Mohrmann weist gerne auf den Termin kurz vor Silvester hin.

Achim – „Die Versorgungslage mit Blutpräparaten ist seit Wochen angespannt“, schlägt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen (NSTOB) Alarm. Jetzt, in der vierten Coronawelle, sei das vorher „herausragend hohe Spendeaufkommen“ um 20 Prozent eingebrochen, sagt Gebietsreferent Andreas Mohrmann.

„Die Leute werden irgendwann müde und durch ständig neue Regelungen verunsichert“, glaubt der in Achim wohnende Mitarbeiter des Spendedienstes mit dem seltsamen Kürzel NSTOB. „Das O steht für das frühere Land Oldenburg“, klärt er im Gespräch mit dieser Zeitung auf, bevor es um Inhalte geht.

Der hauptberufliche Rotkreuzler hängt viel am Telefon, schreibt unzählige Mails und ist auch oft unterwegs. „Ich koordiniere ungefähr 400 Blutspendetermine im Jahr“, informiert Mohrmann, der in den Landkreisen Verden und Osterholz, im Altkreis Rotenburg sowie in Bremen und Delmenhorst „Kontakt zu den Ehrenamtlichen vor Ort“ hält.

Immerhin elf Termine pro Jahr organisiert das Rote Kreuz an seinem Wohnort. „Wir haben hier ja die drei DRK-Ortsvereine Achim, Baden und Uphusen, die regelmäßig Blutspendeaktionen anbieten“, freut sich Andreas Mohrmann und lobt: „Die Teams dort unter der Leitung von Susanne Stadtlander, Elke Siemt und Andrea Becker machen einen tollen Job. Das sind mit die besucherstärksten Termine im Landkreis.“

Mohrmann betreut aber nicht nur die etablierten Akteure auf dem Feld der Blutspende. „Wir versuchen auch, die Kooperation mit berufsbildenden und anderen Schulen sowie Unternehmen auszubauen, um vor allem Erstspender anzusprechen.“ So sei einer der großen „Bluttrucks“ des NSTOB schon mehrfach bei der Firma Zeppelin im Industriegebiet Achim-Ost vorgefahren. Aber auch am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium habe ein DRK-Mobil bereits Station gemacht.

Und dort gebe es nun eine „ganz tolle Initiative“ von drei Schülerinnen der Oberstufe. Die jungen Frauen hätten eine Projektarbeit zum Thema Blutspende geschrieben, „und zum Abschluss wollen sie eine Spendeaktion veranstalten“. Für Ende März sei diese in den Kunsträumen des „Cato“ geplant. Schon jetzt rührt das Trio dafür die Werbetrommel, nicht nur an der eigenen Schule, sondern auch am Gymnasium am Markt. Denn wer mindestens 18 Jahre alt und gesund ist, darf Blut spenden.

Andreas Mohrmann hofft, dass die Aktion keine Eintagsfliege bleibt. „Wir würden uns freuen, wenn sich das verstetigt, um immer wieder Erstspender zu gewinnen.“

Angst vor dem Aderlass in der Pandemiezeit müssten weder Jung noch Alt haben. Das „Sicherheitskonzept“ des NSTOB habe sich bewährt, heißt es dort. Es gelte die 3G-Regel, und anders als üblich erhalten Mohrmann zufolge alle nach dem Abzapfen des roten Lebenssafts und der Ruhephase auf der Liege Speisen und Getränke zur Stärkung nur auf die Hand.

Es komme nun darauf an, die Lager wieder aufzufüllen und die Versorgung sicherzustellen. Aktuell würden täglich 3 000 Spenden im Gebiet von der Nordsee bis zum Thüringer Wald benötigt, um den Bedarf an Blutpräparaten decken zu können.

Die drei DRK-Ortsvereine im Stadtgebiet sind mit ihren Aktionen für dieses Jahr durch, „aber dafür gibt es in Achim zwischen Weihnachten und Neujahr noch einen Termin durch private Initiative“, lässt Mohrmann wissen. Mehrere Frauen, die für den guten Zweck auch immer wieder in Bassen tätig seien, warteten am Donnerstag, 30. Dezember, von 14.30 bis 19.30 Uhr im Vereinsheim des TSV Uesen an der Worpsweder Straße 200 auf zahlreiche Spenderinnen und Spender.

Andreas Mohrmann fiebert diesem „Sondereinsatzkommando“ schon entgegen. „Normalerweise haben wir dort 60 bis 70 Spender. Im vorigen Jahr waren es doppelt so viele. Eine Art positiver Corona-Effekt.“

Von Michael Mix

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