Diskussion im Sportausschuss des Stadtrats

Achimer Allwetterplatz soll eingezäunt werden

Kunstrasen ist ganzjährig bespielbar, aber auch sehr teuer in der Anschaffung und Unterhaltung.
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Kunstrasen ist ganzjährig bespielbar, aber auch sehr teuer in der Anschaffung und Unterhaltung.

Achim – Seit vor rund einem Jahr der Allwetterplatz auf dem Gelände des TSV Achim eröffnet wurde, gehen bei der Stadtverwaltung immer wieder Beschwerden ein. Müll werde auf dem Platz zurückgelassen, und Fußballtore würden unsachgemäß behandelt. Darum hat die CDU-Ratsfraktion beantragt, einen abschließbaren Zaun um den Platz zu ziehen. So könne die Anlage nur nach Anmeldung genutzt werden.

Laut dem TSV Achim liegt das Problem darin, dass der Platz unter anderem von Freizeitkickern genutzt werde, „die sich wenig oder gar nicht um den Zustand des Platzes kümmern“, heißt es im Antrag der CDU-Fraktion. Das Thema beschäftigte am Dienstagabend den Ausschuss für Sport und Kultur des Achimer Stadtrats.

Der Allwetterplatz sei ausdrücklich auch für Freizeitkicker, also nicht vereinsgebundene Fußballteams, offen, erklärte eingangs Kirsten Jäger, für Bäder und andere Sportanlagen zuständige Verwaltungsmitarbeiterin. „Priorität haben aber die Vereine. Verwaltet wird der Platz von der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine“, erläuterte Jäger weiter.

Soll die Stadt den Allwetterplatz auf dem Gelände des TSV Achim einzäunen? Das empfiehlt gemäß dem Antrag der CDU-Ratsfraktion die Achimer Stadtverwaltung.

Kunstrasen sei grundsätzlich anders zu behandeln als echter Rasen. „Kaugummis, Hunde, Zigaretten oder Alkohol sind beispielsweise dort nicht erlaubt“, so Jäger. Sprich: Alles, was die ganzjährig bespielbare, aber teure Kunststoffoberfläche schädigen könnte, sei zu vermeiden. Ein Banner der Stadt weist Nutzer auf diese Verbote hin. Nachdem sich Hinweise auf Übertretungen gehäuft hätten, plädiert die Verwaltung nun ebenfalls für eine Einzäunung des Platzes. „98 Prozent der Freizeitkicker nutzen den Platz vorschriftsmäßig“, so Jäger, „es gibt aber immer wieder Hinweise auf Picknick und darauf, dass Müll liegen bleibt“. Zum Teil habe es der TSV Achim schwer, sein Hausrecht für Trainingsstunden durchzusetzen.

Werden nicht immer pfleglich behandelt oder an ihren Platz zurückgestellt: die kleinen mobilen Fußballtore auf dem Allwetterplatz Achim.

„Wir haben dafür den Anstoß gegeben. Uns ist aber wichtig: Wir wollen Freizeitteams nicht ausschließen, aber es muss bei Schäden einen festen Ansprechpartner geben“, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Isabel Gottschewsky.

„Wir können das auch grundsätzlich nachvollziehen, aber wir haben noch mehr vor auf dem Areal“, meinte Herfried Meyer, SPD-Fraktionschef. So solle das angrenzende Kleinfeld ebenfalls als Bolzplatz genutzt werden, wies Meyer auf einen Tagesordnungspunkt der nächsten Sozialausschusssitzung hin. „Unser Wunsch wäre daher die Ergänzung, dass die Verwaltung ein Gesamtkonzept vorlegt.“

Laut Katja Luschei, Fachbereichsleiterin für Bildung, Soziales und Kultur, ist die Verwaltung bereits an einem Gesamtkonzept für das Umfeld des Allwetterplatzes dran. Das beinhalte etwa, das benachbarte Kleinfeld als „Jugendplatz“ zu nutzen.

„Wir halten von der Abzäunung aus unterschiedlichen Gründen gar nichts“, sagte Ute Barth-Hajen (Grüne) und plädierte dafür, mehr mit den Beteiligten zu sprechen. Sie wunderte sich zudem, dass die Verwaltung den Jugendplatz schon als gemachte Sache handle. „Es war ja dort auch mal ein Wohnmobilstellplatz im Gespräch.“

Daraufhin schlug Bürgermeister Rainer Ditzfeld alternativ den Streifen am Walter-Gock-Weg als Standort für den Wohnmobilstellplatz vor. Versorgungsleitungen seien bereits vorhanden.

„Der Informationsfluss der Verwaltung ist mal wieder sehr abenteuerlich“, kommentierte Barth-Hajen, und Herfried Meyer pflichtete ihr bei: „Das zeigt: Wir müssen mehr miteinander reden.“

Für eine Einzäunung und ein Schließsystem, das im Haushalt 2023/24 oder im Nachtragshaushalt 2022 mit einer Summe von 45 000 Euro berücksichtigt werden soll, sowie für die Erstellung eines Gesamtkonzepts für angrenzende Anlagen stimmte das Gremium mehrheitlich. Für die Ertüchtigung des Kleinfelds gab es eine einstimmige Beschlussempfehlung.

Bis zur Einzäunung des Allwetterplatzes wird aber sicher noch einige Zeit ins Land gehen. Auf Nachfrage der beratenden, fraktionslosen Kathrin Bock erklärte Bauamtsleiter Steffen Zorn, dass die Stadt aktuell „weder für den Zaun noch für die Ertüchtigung des Platzes Geld“ habe.

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