CDU-Ratsfrau und Landvolkchef kritisieren Umgang mit Bauern

Achim-West: „Landwirte fürchten um ihre Existenz“

Sollte das Gewerbegebiet gebaut werden, muss die Landwirtschaft weichen. Archivfoto: Schritt

Achim - Von Sandra Bischoff. Neun Landwirtsfamilien zwischen der A 1 und der Vogelsiedlung sowie Landwirte, die nördlich der A  27 auf der Embser Seite wirtschaften, sind laut Annameta Rippich von drohenden Kompensationsmaßnahmen für das Großprojekt Achim-West betroffen.   In einem Schreiben an die Redaktion beklagt die CDU-Ratsfrau den Umgang der Stadt mit den Landwirten und fordert die Fraktionen im Rat dazu auf, sich mit dem Thema zu beschäftigen und offen Stellung zu beziehen.

Bei einem Treffen zwischen Landwirten und dem Vorsitzenden des Landvolkverbands Jörn Ehlers vor wenigen Tagen hätten alle Anwesenden Zweifel gehegt, ob die Stadt die Belange und Bedenken der Landwirtschaft bei diesem Projekt ernst nehme, schreibt Rippich, die bei diesem Treffen ebenfalls dabei war. „Mich macht es sehr betroffen, dass nach Gesprächen im Herbst 2017 und Juli 2018 zwischen der Stadtverwaltung, dem Landvolk und der Landwirtschaftskammer der zugesagte Folgetermin im Herbst 2018 seitens der Stadtverwaltung nicht zustande kam“, so die Ratsfrau.

Ihrem Eindruck nach, hätten die Landwirtschaft und die in diesem Bereich tätigen Familienbetriebe im Raum Achim weder für die Verwaltung noch für die Stadt und den Großteil der Ratsmitglieder noch Bedeutung. „Es werden keine konstruktiven Lösungsvorschläge für einen durch das Projekt bedingten erheblichen Flächenverlust für diese Betriebe verfolgt, um die Betroffenheit der Landwirte bei diesem Flächen verschlingenden Mammut-Projekt abzumildern. Die existenzielle Betroffenheit der Landwirte nahezu unbeachtet zu lassen – wie hier offensichtlich von der Stadtverwaltung – kann und darf nicht der Weg sein.“

Der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbands Rotenburg-Verden, Jörn Ehlers, erklärte auf Nachfrage, der Landvolkverband habe zu dem Treffen eingeladen, um die Befindlichkeiten der Landwirte abzufragen. „In meiner Funktion als Vorsitzender und als Kreislandwirt sollte ich eine Stellungnahme für das Planfeststellungsverfahren abgeben, das wollte ich aber nicht, ohne die Betroffenen gehört zu haben“, sagt Ehlers.

 Der Landvolkverband sei wegen des Flächenverbrauchs für Achim-West schon sehr lange mit der Stadt in Kontakt. „Das ist aber sehr zäh.“ Derzeit warte der Verband auf den Nachholtermin für das abgesagte Gespräch im vergangenen Herbst.

„Die Landwirte fürchten um ihre Existenz“, sagt auch Ehlers. Größtenteils seien sie nicht Eigentümer der Flächen, die sie bewirtschaften, sondern lediglich Pächter. „Sie können nichts machen, wenn der Eigentümer an die Stadt verkauft, sie verlieren aber wichtige Flächen.“

„Nach Ostern werden wir Gespräche mit dem Landvolk aufnehmen“, sagt Martin Balkausky von der stadteigenen Projektentwicklungsgesellschaft Achim-West auf Nachfrage. Das für Herbst geplante Gespräch sei abgesagt worden, weil „wir zuerst mit der Planung vorankommen wollten, um die Planfeststellung für die neue Straße zu beantragen“. Das solle noch im April geschehen. „In dem Antrag muss gesagt werden, wie viel Kompensationsflächen wir benötigen, was darauf künftig passieren darf und ob sie überhaupt landwirtschaftlich genutzt werden dürfen.“

Für den Ausgleich der Gewerbeflächen gibt es laut Balkausky zurzeit noch keine Pläne, weil es noch keinen Planfeststellungsbeschluss gibt. „Wenn dieser vorliegt, will die Politik auch wissen, wie wir Achim-West finanzieren wollen. Wir müssen das alles sauber nacheinander abarbeiten.“

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