Bürgermeister Sieling erhebt klare Forderung

Achim-West: „Gewerbesteuer muss auch Bremen zufließen“

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Der Vorstand des Kommunalverbunds Niedersachsen/Bremen tagte im Achimer Rathaus. Geschäftsführerin Susanne Krebser, Vorsitzender Andreas Bovenschulte, Gastgeber Rainer Ditzfeld und Bremens Bürgermeister Carsten Sieling standen der Presse Rede und Antwort. 

Achim - „Wenn Bremen Geld für die Entwicklung des Gewerbegebiets Achim-West gibt, muss es davon auch profitieren“, sagte Bremens Bürgermeister Dr. Carsten Sieling gestern im Achimer Rathaus. Ein Teil der Gewerbesteuereinnahmen, die Unternehmen bei einer Realisierung des Projekts auf der allein auf niedersächsischem Gebiet liegenden Fläche erzielten, solle dann der Hansestadt zufließen, verdeutlichte er und Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld nickte zustimmend.

Bei der gestrigen Sitzung des Vorstands des Kommunalverbunds Niedersachsen/Bremen im Achimer Rathaus war „Achim-West“ ein großes Thema. „Bremen steht voll dahinter“ und wolle deshalb auch Mitglied der Projektentwicklungsgesellschaft werden, versicherte Bürgermeister Sieling. Denn bei dem Vorhaben handele es sich um eine Infrastrukturmaßnahme, die zur Entlastung des Verkehrs rund um das Bremer Kreuz beitragen solle.

Sieling, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Kommunalverbunds ist, fügte an: „Achim-West ist ein Schlüsselprojekt für das Zusammenwirken unserer Region. Es passt sich hervorragend ein in die Wachstumsstrategie des Bremer Senats und wird vielen Menschen aus Bremen und der Region Arbeitsplätze bieten.“

Mitarbeiter aus Bremen benötigt

Ebenso wie bei der geplanten Ansiedlung eines Logistikzentrums von Amazon im Gewerbegebiet Uesener Feld könnten auch bei „Achim-West“ längst nicht alle Beschäftigten aus Achim kommen, ergänzte Gastgeber Ditzfeld, der ebenfalls dem Vorstand des Kommunalverbunds angehört. „Wir benötigen auf jeden Fall Mitarbeiter aus Bremen.“

Vorsitzender Andreas Bovenschulte, der Bürgermeister in Weyhe ist, sieht „Achim-West“ gar als „Blaupause für eine kooperative Gewerbegebietsentwicklung in der Region“. Die Vision sei, Standorte nach objektiver Eignung zu verteilen, etwa je nach Flächenverfügbarkeit und verkehrlicher Anbindung. Das alte Denken, sich bei der Gewerbeansiedlung an Gemeindegrenzen zu orientieren, „sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen“, gelte es zu überwinden.

Davon profitierten Achim, Bremen und die gesamte Region auch im überregionalen Wettbewerb, betonte Bovenschulte. Denn der Großraum Bremen stehe natürlich in Konkurrenz zu anderen Gebieten, vor allem zur Region Hannover.

Kommunalverbunds will Nah- und Radverkehr stärken

Darüber hinaus befasste sich der Vorstand des Kommunalverbunds, der 28 Kommunen in Bremen und umzu umfasst, auf der Sitzung in Achim mit dem Thema Mobilität. Das Gremium wolle den „Öffentlichen Personennahverkehr näher an die Leute ranbringen“ und nach dem Vorbild des Jobtickets beim Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen ein „Modellprojekt Einwohnerticket“ auf die Beine stellen, erläuterte Bovenschulte. Damit könnten dann nicht nur bestimmte Arbeitnehmer, sondern breite Bevölkerungskreise in der Region „10 bis 15 Prozent Rabatt“ beim Fahrkartenkauf erhalten.

Für eine „ökologische Verkehrswende“ solle aber auch der Radverkehr gestärkt werden. „Wir prüfen, ob der in Bremen geplante Premiumradweg zum Beispiel bis nach Achim verlängert werden kann“, informierte Susanne Krebser, Geschäftsführerin des Kommunalverbunds.

Zudem beriet der Vorstand nach Angaben von Bovenschulte darüber, wie mehr bezahlbarer Wohnraum in der Region geschaffen werden könnte. Ein dringendes wie heikles Anliegen, weil dabei natürlich privatwirtschaftliche Interessen berührt würden. Um den Bedarf einigermaßen decken zu können, müssten die Kommunen die Investoren verpflichten, 20 bis 25 Prozent der Bauten als Sozialwohnungen zu errichten. - mm

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