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Weihnachtsmarkt in der Energiekrise

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Von: Christian Walter

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Gasbrenner und Lichterketten: Für heimelige Stimmung ist auf dem Weihnachtsmarkt gesorgt – trotz Energiekrise.
Gasbrenner und Lichterketten: Für heimelige Stimmung ist auf dem Weihnachtsmarkt gesorgt – trotz Energiekrise. © Christian Walter

Jeder Strom- und Gaskunde weiß es längst: Dieser Winter wird teuer. Die Preise für Energie sind so hoch wie nie. Und was Privatleuten die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist natürlich auch auf dem Achimer Weihnachtsmarkt zu bemerken.

Dort und rings herum leuchten zwar wie gewohnt stimmungsvolle Lichter, die die Festtage ankündigen und unter den Besucherinnen und Besuchern Gemütlichkeit aufkommen lassen. Doch spurlos geht das an den Schaustellern nicht vorbei. „Das böse Erwachen kommt noch“, sagt Marcella Stummer. Sie betreibt zusammen mit ihrem Mann Alex Stummer die Wichtelbar und den Bratwurststand auf dem Achimer Weihnachtsmarkt.

Und dabei geht es nicht nur um Licht und Strom: Die Bratwürste brutzeln auf einem Gasgrill, und auch in Stummers Getränkestand ist es dank einer Gasheizung einigermaßen behaglich warm. „Die Elf-Kilo-Gasflasche kostet jetzt das Doppelte“, erklärt Marcella Stummer. Von 15 auf 30 Euro sei dieser Preis geklettert. „Ich schätze mal, dass wir 50 bis 100 Prozent mehr für Energie zahlen werden.“ Genau wissen es die Schausteller erst in einer Woche, wenn der Weihnachtsmarkt vorbei ist. Einen Stromzähler haben sie vor ihre Buden geklemmt, der kann aber erst später ausgewertet werden. Und Energie ist nicht die einzige Sorge: „Sprit ist teurer geworden, Personalkosten sind gestiegen, genau wie die Lebensmittelpreise“, sagt Stummer. Etwa für Glühwein zahlen die Schausteller jetzt 20 Prozent mehr im Einkauf.

Es rechnet sich schon noch, aber es bleibt natürlich weniger hängen.

Schaustellerin Marcella Stummer

Die Mehrkosten für Ware und Energie können und wollen die Stummers aber nicht in voller Höhe an die Kunden weitergeben: Der klassische Glühwein kostet in Achim jetzt vier Euro statt 3,50, mit Schuss fünf statt vier. Ein Geschäft, das aber immer noch machbar ist: „Es rechnet sich schon noch, aber es bleibt natürlich weniger hängen.“ Mit dem Kundenzulauf in Achim sei sie zufrieden, sagt Stummer: „Das ist wirklich in Ordnung, wir können uns da nicht beschweren. Die Kunden sagen zwar schon mal was zu den Preisen, aber beschweren sich nicht. Die wissen ja, woher das kommt.“

Der Achim-Hashtag am Gieschen-Kreisel leuchtet nur ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Ende der Öffnungszeit des Achimer Weihnachtsmarkts.
Der Achim-Hashtag am Gieschen-Kreisel leuchtet nur ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Ende der Öffnungszeit des Achimer Weihnachtsmarkts. © Christian Walter

Für die Beleuchtung abseits des Marktes ist die Stadt zuständig. Das betrifft etwa die LED-Tierfiguren im Musikschulpark und den Achim-Hashtag am Gieschen-Kreisel. Beides leuchtet nur diese drei Wochen lang, ab Einbruch der Dunkelheit bis zur täglichen Schließung des Weihnachtsmarkts. Ansonsten hat die Stadt weitgehend auf Weihnachtsbeleuchtung verzichtet. „Wir sparen in allen Bereichen im Vergleich zum Winter 2021/22“, betont Rathaussprecher Kai Purschke. In der vergangenen Saison sei die Beleuchtung ja über mehrere Monate gelaufen. Dazu kommt die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung, was laut Stadt hierbei zu einer Stromkosten-Ersparnis von 46 Prozent führe. Im Vergleich dazu seien ein paar LED-Birnen ein vergleichsweise kleiner Posten. Zudem sei die Beleuchtung von Volksfesten über die Energiespar-Verordnung der Ampel-Regierung in Berlin ausdrücklich gedeckt. Dennoch hat auch die Stadt einen Stromzähler vor die Beleuchtung geschaltet, wie Purschke sagt. Eine Auswertung, wie viel Strom sie verbraucht haben wird, kann auch hier erst nach dem Weihnachtsmarkt erfolgen.

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Bürgermeister Rainer Ditzfeld hatte schon im November betont: „Es war keine Option für mich, komplett auf eine weihnachtliche Beleuchtung zu verzichten. Denn zur Vorweihnachtszeit und zu einem Weihnachtsmarkt gehört in meinen Augen stimmungsvolles Licht.“ Dieser Meinung kann sich Marcella Stummer nur anschließen, trotz der hohen Preise: „Ein Weihnachtsmarkt ohne Licht ist kein Weihnachtsmarkt.“

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